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Josef-Hospital Delmenhorst
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Vorsichtige Freude über Neubau

Esther Nöggerath 25.02.2019 0 Kommentare

Dort, wo jetzt die Parkplätze sind, soll das neue Krankenhaus entstehen.
Dort, wo jetzt die Parkplätze sind, soll das neue Krankenhaus entstehen. (Janina Rahn)

Noch vor anderthalb Jahren stand das Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) vor einer ungewissen Zukunft, inzwischen ist das Krankenhaus auf dem Weg der Besserung und könnte mit einem kompletten Neubau, wie er nun angepeilt wird, zu einer Vorzeige-Klinik in der Region werden. Wie der DELMENHORSTER KURIER exklusiv berichtet hat, soll das JHD an der Wildeshauser Straße einen separaten Neubau ohne Einbezug der Bestandsgebäude bekommen.

Auch die Ratsfraktionen zeigten sich angesichts der Neuigkeiten optimistisch, allerdings noch mit Vorsicht. Denn noch ist nicht sicher, wie hoch die mögliche Förderung für die Finanzierung des Millionen-Projektes vom Land ausfallen wird und was entsprechend auf die Stadt Delmenhorst an Kosten zukommen könnte.

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SPD

„Wenn der Zuschuss stimmt, ist das sicherlich eine gute Lösung“, sagt etwa Bettina Oestermann, Fraktionsvorsitzende der SPD. Sie finde es reizvoll, einen kompletten Neubau, der den modernsten Anforderungen entspricht, zu bekommen. Eben weil das Krankenhaus damit sehr zukunftsträchtig ist und man sich nicht mit einer Kompromisslösung zufrieden geben müsse.

Auch die angepeilte Lage (der Neubau soll wohl auf den Flächen entstehen, die derzeit als Parkplätze dienen) näher an der Straße befürwortet Oestermann, weil dadurch die Erreichbarkeit besser werden dürfte, auch für Menschen, die nicht unbedingt gut zu Fuß sind und vorher immer Probleme damit hatten „den Berg“ zum Krankenhaus hochzukommen.

Außerdem sollen mit dem Neubau auch ausreichend neue Parkplätze entstehen. „Damit haben wir dann gleich zwei Probleme weniger“, sagt Oestermann, die nun aber erst mal abwarten will, bis die Landesregierung bekannt gibt, welchen Zuschuss es für das Projekt geben wird. „Ich hoffe, dass wir bald belastbare Zahlen bekommen, damit wir auch wissen, worüber wir als Rat sprechen müssen.“

CDU

Vorsichtig optimistisch zeigen sich auch die Christdemokraten. „Wichtig ist erstmal, dass es jetzt überhaupt vorangeht“, findet Kristof Ogonovski, CDU-Fraktionsvorsitzender. Das sei ein wichtiger Schritt. Vom Grundsatz her befürworte die CDU auch die neue Planung. Es sei schlüssig erklärt worden, warum das die beste Lösung ist und die alten Bestandsimmobilien nicht maßgeblich mit in die Planungen für den Neubau einbezogen werden können.

„Man muss jetzt natürlich sehen, wie die Finanzierung aussehen wird“, sagt Ogonovski. „Irgendwas wird da sicherlich auch noch auf die Stadt zukommen. Aber jetzt schon den Teufel an die Wand zu malen, ist nicht richtig.“ Zunächst müsse man abwarten, wie letztlich die Fördermöglichkeiten von der Landesregierung aussehen. „Und wir müssen uns da jetzt erst mal intensiver mit der Materie auseinandersetzen“, sagt er.

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AfD

Positiv bewertet auch die AfD-Fraktion einen Neubau an der Wildeshauser Straße. „Wenn sich das so umsetzen lässt, wäre das natürlich super“, sagt der Fraktionsvorsitzende Lothar Mandalka. „Wir unterstützen das so, wie es jetzt geplant wird. Man muss aber auch sagen, dass wir uns viele Millionen Euro gespart hätten, wenn wir gleich so geplant hätten.“ Die Stadt habe schon viel Geld für das Krankenhaus verbrannt, unter anderem etwa für die Planungen des Architekten für den Standort Mitte, die nun obsolet sind.

„Da muss man auch mal fragen, wer dafür die politische Verantwortung trägt“, moniert Mandalka. „Wir haben von Vornherein die Wildeshauser Straße favorisiert und gesagt, dass der Standort in der Innenstadt kritisch ist.“ Was Mandalka nicht sagt: Die Besitzverhältnisse am Krankenhaus waren noch andere, als am Standort Mitte geplant wurde. Damals gehörte das JHD zu 90 Prozent der katholischen Stiftung St. Josef und nur zu zehn Prozent der Stadt, entsprechend hatte die Stiftung die Planung angeschoben.

Bürgerforum/Freie Wähler/Unger

„Ich finde es richtig, dass es einen Neubau gibt“, sagt Eva Sassen, Fraktionsvorsitzende der Gruppe Bürgerforum/Freie Wähler/Unger. Auch, dass der Standort an der Wildeshauser Straße bleibt, befürwortet Sassen. „Ich finde es auch gut, dass der Neubau vorne von der Straße ausgehen soll und man nicht nach hinten in die Natur reinbaut.“ Dass es durch einen kompletten Neubau möglicherweise zu höheren Kosten kommen könnte, sieht sie derzeit nicht problematisch.

„Das Land hat ja schon signalisiert, dass es den Zuschuss erhöhen wird“, sagt Sassen. Außerdem seien auch die Kalkulationen für den Standort in der City nicht mehr aktuell gewesen und die vor Jahren angepeilten Kosten nicht mehr haltbar gewesen. „Bei so einem Neubau kann man natürlich auch mit ganz anderen Möglichkeiten planen“, findet Sassen, die es auch positiv sieht, dass mit Florian Friedel ein erfahrener Geschäftsführer den JHD-Neubau begleiten wird. „Er hat ja auch schon mal vorher einen Krankenhausneubau begleitet.“

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FDP

Auf die Standortfrage weist auch Murat Kalmis, Fraktionsvorsitzender der FDP, hin. „Wir waren von Anfang an für die Wildeshauser Straße“, bemerkt er. Deswegen freue sich die FDP generell über die gesamte Entwicklung. Nachdem die Standortdebatte inzwischen erledigt ist, sieht man nun positiv einem Neubau entgegen.

„Das wertet das gesamte Krankenhaus auf“, sagt Kalmis, der sich davon eine noch bessere Qualität und neues Equipment  erhofft. „Wir können uns da echt glücklich schätzen, das ist der Jackpot.“ Gleichzeitig beschwichtigt er: „Man soll aber auch den Tag nicht vor dem Abend loben. Wir müssen jetzt gucken, wie es weitergeht.“ Er werde sich dann umso mehr darüber freuen, wenn der Fördermittelbescheid unterschrieben sei.

UAD

Auch die Unabhängigen befürworten die Pläne für das JHD. „Wir brauchen ein gutes und vernünftiges Krankenhaus in Delmenhorst“, betont Peter Stemmler, UAD-Fraktionsvorsitzender. Je größer und moderner das Krankenhaus sei, desto weiter reiche auch sein Einzugsbereich. „Ich wäre froh, wenn wir ein Krankenhaus haben, das auch wirklich konkurrenzfähig ist. Wenn wir die Chance haben, ein neues Krankenhaus zu bauen, sollten wir die auch nutzen.“ Stemmler sieht durch die höheren Kosten aber auch noch Probleme auf die Stadt zukommen: „Das wird uns sicherlich auch noch harte Zeiten bescheren.“

Die Linke

Optimistisch zeigte sich auch Edith Belz von den Linken. „Ich bin zuversichtlich, dass da in Absprache mit dem Land etwas Gutes geplant wird“, sagt sie. Wichtig sei, dass das neue Krankenhaus funktionell und vor allem zukunftsfähig sei. „Es soll ja nicht nur für die nächsten fünf Jahre etwas sein.“ Nun müsse das Land als nächstes entscheiden, wie es weitergeht. „Wir wären total glücklich damit, wenn es klappt“, betont Belz.

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Die Grünen

Etwas zurückhaltender sehen die Grünen die neuesten Entwicklungen. „Bei den Kosten ist eben noch ein großes Fragezeichen“, sagt Harald Schneewind. „Ich befürchte, dass das nicht alles über Zuschüsse abgedeckt werden kann und ein nicht unerheblicher Teil noch auf die Stadt zukommen wird.“ Gleichzeitig ist er der Meinung, dass ein Neubau die einzig sinnvolle Lösung ist. „Wenn das JHD ein funktionierendes, zukunftsfähiges Krankenhaus sein soll, ist das ziemlich alternativlos.“


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...