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Nächste Verhandlungsrunde
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Warnstreik bei CSM Bakery in Delmenhorst

Andreas D. Becker und Esther Nöggerath 12.06.2019 0 Kommentare

Zum Warnstreik kam es am Mittwoch vor dem CSM-Werk in Delmenhorst.
Zum Warnstreik kam es am Mittwoch vor dem CSM-Werk in Delmenhorst. (MÖLLERS)

Das Zeichen war eindeutig. An diesem Donnerstag, 13. Juni, kommt es zur nächsten Verhandlungsrunde zwischen dem weltweit agierenden Konzern CSM Bakery Solutions und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Der Warnstreik in den CSM-Werken Delmenhorst und Gerlenhofen machte deutlich, dass die Beschäftigten ein besseres Angebot als bisher vom Arbeitgeber vorgelegt für ihren Haustarif erwarten. „Wir werden es nicht hinnehmen, dass ein Unternehmen seine Beschäftigten mit einer Entgelterhöhung knapp über der Inflationsrate abspeisen will“, erklärt Gewerkschaftssekretär Moritz Steinberger.

Bei CSM in der Chefetage reagierte man auf die rund zweistündige Arbeitsniederlegung dagegen ein wenig verschnupft, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. „Wir haben kein Verständnis dafür, dass die Gewerkschaft NGG an unserem Standort in Delmenhorst zu einem Warnstreik aufgerufen hat“, wird Andreas Witte, Personaldirektor bei CSM, in der Mitteilung zitiert. „Aus unserer Sicht haben wir in den letzten Wochen zum Teil kontroverse, aber immer faire Tarifverhandlungen bezüglich unserer wettbewerbsfähigen Entgelte und Sonderzahlungen geführt. Wir hatten bereits für diesen Donnerstag eine neue Gesprächsrunde vereinbart und standen nach unserer Einschätzung kurz vor einem Abschluss.“

Das sieht Steinberger komplett anders. Zudem seien Warnstreiks ein legitimes Mittel in festgefahrenen Tarifverhandlungen. Nach Meinung des Gewerkschaftssekretärs hat sich das Unternehmen in den bisherigen Verhandlungen viel zu wenig bewegt. „Wir sind dagegen von unserer ursprünglichen Forderung schon mehr als die Hälfte runtergegangen“, sagt der Gewerkschaftssekretär. Eigentlich wollte die NGG ein Festgeld von 202 Euro mehr für jeden Beschäftigten erreichen, damit vor allem auch die untersten Lohnstufen von einem Abschluss profitieren. Mittlerweile lautet das NGG-Agebot, dass es mindestens 87 Euro sein sollten, was einer Lohnsteigerung von rund 3,3 Prozent entspräche. Die CSM ist laut Gewerkschaft in diesem Jahr aber nur zu einer Steigerung von 2,7 Prozent, im kommenden Jahr von 2,3 Prozent bereit.

"Wir bedauern die Situation außerordentlich"

Die Arbeitnehmer haben einfach mehr verdient, sagt Steinberger, denn dem Unternehmen gehe es gut. „Die Beschäftigten haben die Gewinne erarbeitet und wollen ihren verdienten Teil des Kuchens abbekommen. Die hohe Leistungsbereitschaft, Einsatzfreude und Flexibilität der 350-köpfigen Belegschaft in Delmenhorst verdienen mehr Anerkennung und Respekt.“ Steinberger verweist vor allem auf die Planungsunsicherheit für die Arbeitnehmer, weil je nach Auftragslage immer sehr kurzfristig auch Schichtänderungen hingenommen wurden, was die Planung von Privatleben mit Familie, Freunden und Vereinen massiv erschwere.

Auch bei CSM sieht man eine Einigung wegen des Warnstreiks wieder etwas weiter in die Ferne gerückt. Witte: „Wir bedauern die Situation außerordentlich, vor allem aber, dass durch diesen Warnstreik unsere Mitarbeiter jetzt wahrscheinlich noch länger auf ein Ergebnis der Tarifverhandlungen warten müssen. Uns erstaunt insbesondere, dass der NGG in diesem späten Stadium der Verhandlungen ganz offensichtlich politische Umverteilungsthemen wichtiger sind als die Berücksichtigung der Firmensituation und die Zukunftsfähigkeit der Jobs am Standort Delmenhorst.“

Wobei diese Situation aktuell sowieso etwas heikel scheint. Denn die CSM plant offenbar, ihr Deutschlandgeschäft zu verkaufen. Bislang scheint sich aber noch kein Interessent gefunden zu haben. Das Unternehmen selbst wollte sich zu den Plänen nicht äußern. „Gemäß unserer Firmenphilosophie geben wir grundsätzlich keinen Kommentar zu Marktgerüchten oder Spekulationen jeglicher Art ab“, teilte das Unternehmen auf Nachfrage dazu mit. So lange der neue Haustarifvertrag nicht unterschrieben ist, dürfte ein solches Vorhaben wohl ohnehin kaum gelingen.

Steinberger, der Gewerkschaftsmann, gibt sich mit Blick auf die heutige Verhandlungsrunde aber durchaus selbstbewusst und sendet ein klares Signal an CSM: „Wenn es an diesem Donnerstag zu keiner Einigung kommt, stellen wir uns auf einen längerfristigen Arbeitskampf ein.“


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Leserkommentare
Wesersteel am 19.10.2019 12:05
Da hat man sich genau den Richtigen zum Gespräch rausgesucht,denn der Hering ist ein Arbeitgeber-Betriebsrat !
Bremen99 am 19.10.2019 12:01
Na das passt ja hervorragend: 70 Jahre SPD-Regierung in Bremerhaven steht dann für "Ruinen schaffen ohne Waffen".

Wenn Bremerhaven die ...