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Konzert von Teutonia
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Weihnacht tönet durch die Lüfte

Günter Matysiak 17.12.2017 0 Kommentare

Konzert
Der Chor Teutonia hat am Sonnabend sein traditionelles Weihnachtskonzert in der Apostelkirche bestritten. (INGO MOELLERS)

Delmenhorst. „Fröhliche Weihnacht überall, tönet durch die Lüfte froher Schall“. So begann der Gesangverein Teutonia sein nun schon traditionell zu nennendes Weihnachtskonzert in der Apostelkirche am frühen Sonnabendabend. Dies erste Lied war so etwas wie ein Motto über dem Programm aus vielen volksmusikalischen Advent- und Weihnachtsliedern zwischen Fröhlichkeit und Innnerlichkeit.

Der Block mit den ersten vier Liedern zeigte den größten Delmenhorster Chor unter der Leitung seiner temperamentvoll motivierenden Dirigentin Stefanie Golisch zuerst einmal stimmgewaltig-fröhlich. Die „Fröhliche Weihnacht“ war dabei etwas am Takt entlang skandiert, das war keine leichtgewichtig-tänzerische Fröhlichkeit.

Gemeinsam gesungene Lieder

Georg Friedrich Händels „Freu dich, O Welt“ war da schon freier in großen Bögen ausschwingend, beim „Adeste Fideles“ waren dann die Männerstimmen fast dominierend präsent. Martin Luthers Choral „Vom Himmel hoch“ erklang im schlichten Volkston, als sängerisch geformter Gemeindegesang. Den gab es in diesem Konzert dann ausgiebig mit drei gemeinsam mit dem Chor gesungenen Weihnachtsliedern und einem Kanon. Nach dem ersten gemeinsamen Lied, dem „Tochter Zion“ von Georg Friedrich Händel hatte Stefanie Golisch denn auch gleich das ermutigende Lob für die Anwesenden parat: „Das war großartig!“

Mit einer „Kantate“ (Genaueres war dem Programmzettel nicht zu entnehmen) von Philipp Friedrich Buchner (1614-1669), seines Zeichens Hofmusikus in Würzburg und Mainz, betrat Teutonia schließlich Neuland, sang der Chor doch das erste Mal ein barockes geistliches Werk im bewegten kontrapunktischen Stil. Die Premiere gelang, der Chor bewältigte das Ganze unangestrengt. Das Werk erfordert für ein Rezitativ einen Solisten. Hier war es der Bariton Markus Liebegott, der seinen Part mit lockerer Kantabilität sang.

Die Kantate wurde dabei vom Klavier begleitet, wie überhaupt alle Chorsätze von der mit aller Sorgfalt spielenden Sabine Heruth am Klavier begleitet wurden. Das sollte den Chor anscheinend in der Intonationssicherheit unterstützen, tat es aber auch nicht immer. Dazu kam, dass dies digitale Klavier einen ziemlich unschön blechernen Klang hatte, dessen man bald überdrüssig wurde.

Man konnte sich also bald nach einem reinen A-Cappella-Klang sehnen. Besonders, als der Chor dann im von Michael Praetorius (1571-1621) so kunstvoll gesetzten „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ einen höchst kultivierten, perfekt ausbalancierten, homogenen Chorklang hören ließ. Das wurde im romantischen „Heilige Nacht“ von Johann Friedrich Reichardt mit samtig nuancierten Frauenstimmen und sich sensibel einfügenden Männerstimmen feinste Chorkunst.

Musikalische Weihnachtssüßigkeit

Feinste Chorkunst war auch gegenwärtig im „Cantique de Noël“ von Adolphe Adam, mit dem Stefanie Golisch an gleicher Stelle vor zwei Wochen bereits als Solistin überaus geglänzt hatte. Hier gelang dem Chor eine beeindruckend klangschöne Wiedergabe voller Nuancierungskunst. Das „Angel’s Carol" des neoromantisch komponierenden John Rutter (geboren 1945) begann mit den Solisten Stefanie Golisch, Mezzosopran, und Markus Liebegott, Bariton, wie eine zarte Pop-Ballade und wurde dann letztendlich vom Chor zur verführerischen Weihnachtssüßigkeit gemacht.

Schöne, das Programm auflockernde „Zwischenspiele“ waren die von Golisch und Liebegott liebevoll gesungenen Duette mit Klavierbegleitung, etwa das „Maria durch ein Dornwald ging“ oder das so erzählend gestaltete „Wisst ihr noch wie es geschehen“.

Im Gospel „Go tell it on the mountain“, den es auch als Zugabe noch einmal zu hören gab, hatte der Solist Markus Liebegott das nötige Swing-Feeling, der Chor sang eher marschmäßig und die Zuhörer klatschten brav auf „eins und drei“. Ein Weihnachtslied aus Neuseeland zeigte den Chor am Schluss noch einmal in Hochform: Hier mischten sich perfekt ausgehorchter romantischer Chorklang mit dem Ausdruck des Volkstons.

Jubelnder Applaus in der bis auf den letzten Stehplatz gefüllten Kirche und Blumen von allüberall für Dirigentin und Solisten bildeten den Abschluss des Abends. Ein besonderes Lob hatte Iris Bretthauer vom Gemeindekirchenrat bereit: Sie würdigte den Küster Christoph Bohlen und seine so erfolgreiche Kulturarbeit in der Apostelkirche.


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Leserkommentare
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