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Nabu will Gartenbesitzer sensibilisieren
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Wellness-Programm für Insekten

Jochen Brünner 20.04.2019 0 Kommentare

Eine Hummel beim Anflug auf eine Phacelia-Blüte.
Eine Hummel beim Anflug auf eine Phacelia-Blüte. (Julian Stratenschulte/dpa)

Nachdem eine Gruppe um Landwirt Onno Osterloh vor zwei Wochen die Initiative gestartet hat, ein vier Hektar großes Feld in eine bienenfreundliche Wiese zu verwandeln, tritt jetzt der Nabu auf den Plan, um den Insektenschutz auch in Privatgärten voranzubringen – „im kleinen Quadratmeter-Bereich“, wie Nabu-Biologin Sandra Bischoff betont. „Insketen retten“ heißt das auf zwei Jahre angelegte Projekt, das Bischoff sowie ihre Kollegin Silke Kreusel am Dienstag, 23. April, um 19.30 Uhr im Ganderkeseer Rathaus vorstellen werden. Um Gartenbesitzern ganz konkret zu vermitteln, wie Gärten insektenfreundlich gestaltet werden können, stehen in jeder Landkreis-Gemeinde zudem insgesamt 15 Vor-Ort-Beratungen auf dem Programm.

Insbesondere die Trends zu geschotterten Vorgärten oder zum Entfernen jeglichen Totholzes sind der Wildbienen- und Wespen-Expertin Bischoff dabei ein Dorn im Auge. Grundsätzlich empfehlen die Nabu-Aktiven, heimische Blumen, Stauden und Gehölze zu pflanzen. „Frühblüher wie Schneeglöckchen, Krokusse oder Narzissen sind für früh fliegende Insektenarten oftmals die einzige Nahrungsquelle“, erklärt der Nabu. Vom sogenannten „Flower-Bombing“, also der Praxis, sogenannte Samenbomben in die freie Landschaft zu werfen, rät die Nabu-Biologin dagegen dringend ab. Der Grund ist, dass sich darunter möglicherweise auch unerwünschte Gewächse befinden können, die dann die heimsichen Pflanzen möglicherweise verdrängen.

Ein weiteres Thema sind Nisthilfen für Insekten. Nicht nur Trockenmauern und Steinhaufen an sonnigen Plätzen sind gute Rückzugsorte, auch ein Insektennistholz sowie Schilf- und Bambusstängel können viele Arten bei ihrer Brut unterstützen. In jedem Fall empfiehlt Bischoff, Totholz bis ins nächste Frühjahr stehen zu lassen, da sie einigen Insekten auch als Winterquartier dienen. Offene Stellen mit Sand oder Lehm kämen darüber hinaus den bodenbrütenden Arten zugute.

Hilfreich ist auch ein kleiner Teich. So erklären die Nabu-Experten bei den Ortsterminen etwa, wie Gartenteiche gepflegt werden können, ohne die Insekten gleich mit zu entsorgen. Weitere Tipps sind, Licht nur sparsam und dort einzusetzen, wo es wirklich benötigt wird, Pestizide zu vermeiden oder die biologische und regionale Landwirtschaft zu unterstützen. „Von einer hohen Vielfalt im Garten profitiert auch die umliegende Landschaft“, sagt Bischoff.

Auch Gewerbebetriebe gefragt

Gartenbesitzer, die sich beraten lassen, erhalten unter anderem eine Nisthilfe, ein Staudenpaket, ein Set mit insektenfreundlichen Pflanzen sowie einen Naturführer. „Wir suchen aber auch nach Gewerbebetrieben, die ihre Außenflächen insektenfreundlich gestalten wollen“, betont Silke Kreusel. Ziel sei, im Rahmen des Projektes mindestens acht Unternehmen zum Mitmachen zu bewegen.

Auch auf dem Frühlingsfest in Bookholzberg am Sonntag, 28. April, werden die Nabu-Aktiven das Projekt an einem Infostand vorstellen. Am Sonnabend, 25. Mai, bietet der Nabu dann eine Radtour an, bei der die Teilnehmer lernen, warum einheimische Gehölze so wichtig sind. „An einer einzigen Schlehe leben bis zu 170 Insektenarten, beim Weißdorn sind es etwa 165“, erklärt Sandra Bischoff. Los geht es um 10 Uhr am Rathaus. Anmeldungen nimmt Hans Fingerhut unter 0 42 22 / 15 18 entgegen. Das Projekt „Insekten retten“ ist über zwei Jahre angelegt. Auch 2020 wird es einen weiteren Vortrag und eine weitere Radtour in Ganderkesee geben.


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Leserkommentare
holger_sell am 21.10.2019 13:11
Kretzschmar: Seit der Diskussion um den Brexit ist europaweit die Unterstützung für die EU gewachsen, sowohl in der Politik als auch in den ...
peteris am 21.10.2019 12:30
Vielleicht wissen wir am 1.11. um 11:11h mehr.


Sie meinen sicher den 11.11. um 11:11h?