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Lärmsanierung in Hude
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Weniger Bahnlärm im Klosterort

Jacqueline Schultz 21.05.2019 0 Kommentare

Susanne Mittag, Astrid Grotelüschen, Enak Ferlemann, Christian Dürr, Manuela Herbort sowie Bürgermeister Holger Lebedinzew feierten den symbolischen Beginn des zweiten Bauabschnitts der Lärmsanierung in Hude.
Susanne Mittag, Astrid Grotelüschen, Enak Ferlemann, Christian Dürr, Manuela Herbort sowie Bürgermeister Holger Lebedinzew feierten den symbolischen Beginn des zweiten Bauabschnitts der Lärmsanierung in Hude. (INGO MöLLERS)

Der symbolische Startschuss ist gefallen: Anfang Juni beginnen die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt an Schallschutzwänden in der Gemeinde Hude – unterteilt in zwei Strecken. Die erste, rund zwei bis drei Meter hohe Wand, entsteht auf knapp 1,2 Kilometern vom Wüstinger Ring bis zur Bahnhofstraße. Geplante Bauzeit ist bis August 2019. Von August bis November 2020 folgt dann ein weiterer 1200 Meter langer Schallschutz entlang der Parkstraße im Huder Ortskern. Den offiziellen Baustart feierten am Montag sowohl Vertreter der Bahn als auch Kommunal- und Bundespoltiker, darunter Susanne Mittag (SPD), Astrid Grotelüschen (CDU) und Christian Dürr (FDP).

Insgesamt 9,3 Millionen Euro investiert der Bund in die Lärmsanierung des Klosterorts. Im Rahmen des Programms „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen der Eisenbahnen des Bundes“ entstehen in verschiedenen Bauabschnitten sieben Schallschutzwände mit einer Gesamtlänge von rund 5,7 Kilometern. Über diese aktive Maßnahme hinaus werden an insgesamt etwa 590 Wohngebäuden passive Schallschutzmaßnahmen umgesetzt, beispielsweise der Einbau von schalldämmenden Fenstern und Lüftern.

„Durch das vom Bund finanzierte Programm zur freiwilligen Lärmsanierung konnten allein im Jahr 2018 rund 45 Kilometer Schallschutzwände an bestehenden, besonders belasteten Bahnstrecken gebaut werden. Besonders neuralgische Punkte stehen dabei vorn auf der Liste, wie etwa Hude, das durch den prognostizierten Güterverkehr des Jade-Weser-Ports verstärkt lärmbelastet ist“, sagte Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. „Für mehr Lärmschutz an Bestandsstrecken stellen wir auch in diesem Jahr wieder 150 Millionen Euro bereit. Unser Ziel ist klar: Die Schiene soll leiser werden.“ Mittelfristig gehe es darum, eine Einstellung ‚Pro Bahn‘ in Deutschland zu erreichen, um den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

Manuela Herbort, Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG für die Länder Bremen und Niedersachsen, ergänzte: „Viele Menschen hier in Wüsting werden durch den Bau der Schallschutzwand vom Eisenbahnlärm entlastet. Vor drei Jahren haben wir mit einem Invest von 2,5 Millionen Euro bereits die ersten beiden Wände mit einer Gesamtlänge von 1,5 Kilometern in Hude eingeweiht und ich freue mich, dass voraussichtlich ab 2021 weitere Abschnitte entlang der Bahnstrecke lärmsaniert werden.“ Lärmschutz sei generell ein enorm wichtiges Thema für die Bahn. „Wir tun eine Menge, um die Schiene attraktiv zu machen.“ Es habe mal eine Zeit gegeben, in denen Menschen ganz bewusst in der Nähe der Bahn gewohnt hätten. „Aber das ist Vergangenheit, da der Bahnverkehr und damit der Lärm zugenommen hat.“  Darauf habe 1974 auch die Politik reagiert und einen gesetzlichen Lärmschutz für Anwohner geregelt, etwa an Bestandsstrecken wie hier in Hude. „Allerdings haben wir ein Schienennetz von knapp 34 000 Kilometern und Schallschutz ist teuer. Daher kann das nicht die einzige Maßnahme bleiben“, erläuterte Herbort. Parallel arbeitet man auch an der Quelle des Lärms, dem Rad-Schiene-System. Alle Güterwaggons werden mit leiserer Bremstechnologie umgerüstet. Von den insgesamt 63 000 Güterwagen sind aktuell 80 Prozent umgerüstet, 2020 werden die 100 Prozent erreicht sein. „Damit haben wir den Schienenlärm halbiert“, sagte die Bahn-Sprecherin.

Auch Bürgermeister Holger Lebedinzew begrüßte die Fortsetzung der Schallschutzmaßnahmen: „Es muss schon etwas Besonderes sein, wenn um 11 Uhr morgens so viel Politprominenz in Wüsting auftaucht. Und in der Tat: Unsere Gemeinde und ihre Bürger profitieren mit insgesamt sieben Lärmschutzwänden und zusätzlichem passiven Schallschutz in hohem Maße vom Lärmsanierungsprogramm.“ Für viele Ratsmitglieder, vorneweg Dieter Holsten, der sich seit Jahren intensiv für den Lärmschutz einsetzt, sei dies ein ganz besonderer Tag und eine Belohnung für den jahrelangen Einsatz. Kritischen Stimmen, die es auch gegeben habe, hielt der Bürgermeister das Sankt-Florian-Prinzip entgegen: „Den Lärm möchte man nicht mehr, die Schallschutzwand aber auch nicht – irgendwann muss man sich entscheiden.“

Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten erfolgt der Bau der Schallschutzwände überwiegend vom Gleis aus in der Nacht und am Wochenende. „Ganz geräuschlos werden die Bauarbeiten aber nicht vonstatten gehen“, kündigt Manuela Herbort an und appelliert an das Verständnis der Anwohner. 

Seit 1999 fördert die Bundesregierung die „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen der Eisenbahnen des Bundes“. Damit wurde die finanzielle Möglichkeit geschaffen, Schallschutzmaßnahmen auch entlang vorhandener Schienenwege umzusetzen. Seit dem Start des Programms haben Bund und Bahn über 1,4 Milliarden Euro in die Lärmsanierung von knapp 1800 Kilometern Schienenstrecke und 60 630 Wohneinheiten investiert. Alleine im Jahr 2018 wurden rund 45 Kilometer Schallschutzwände fertiggestellt und etwa 100 Millionen Euro ausgegeben.

Durch ein neues Gesamtkonzept, das seit Anfang 2019 gültig ist, profitieren künftig rund 2200 Städte und Gemeinden vom Lärmsanierungsprogramm. Dabei hat sich der Gesamtbedarf der zu sanierenden Strecken auf 6500 Kilometer erhöht – eine Steigerung von 75 Prozent. Bei der Lärmsanierung handelt es sich um eine freiwillige Leistung des Bundes. Einen Rechtsanspruch haben die Anwohner nicht. Gefördert werden neben Lärmschutzwänden auch schalldichte Fenster und Lüfter an Gebäuden entlang von Bahnstrecken. In Einzelfällen werden auch Dämmungen der Außenfassaden und Dächer teilfinanziert. Die Eigentümer haben aber immer einen Eigenanteil von einem Viertel der Kosten zu tragen, da die Maßnahmen immer mit einer Wertsteigerung des Objekts verbunden seien, wie die Bahn argumentiert.


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