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Jugendwahlen in Ganderkesee und Delmenhorst
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Wenn Jugendliche wählen dürften

Jochen Brünner 19.09.2017 0 Kommentare

Wahl
Die Schülerinnen und Schüler des Willms-Gymnasiums in Delmenhorst haben am Freitag an der "U18-Wahl" teilgenommen. Im Ergebnis lieferten sich CDU und SPD ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wie Schulleiter Stefan Nolting verriet. (INGO MOELLERS)

Ganderkesee/Delmenhorst. Während die Kandidaten für die Bundestagswahl am Sonntag, 24. September, noch um jede Stimme kämpfen, ist die Wahl an vielen Schulen in Delmenhorst und dem Landkreis Oldenburg bereits gelaufen. Das Gymnasium Ganderkesee, die beiden Gymnasien in Delmenhorst, die Berufsbildenden Schulen in Wildeshausen oder die Peter-Ustinov-Schule in Hude gehören zu den Einrichtungen, die sich an der „Juniorwahl“ oder dem etwas kleineren Pendant, der „U18-Wahl“ beteiligt haben. Das Prinzip: „Die Schülerinnen und Schüler sollen unter möglichst realistischen Bedingungen die Bundestagswahl nachvollziehen“, erklärt Christoph Bauer, Politiklehrer am Gymnasium Ganderkesee.

So hat die Schule einen Raum des Neubau-Traktes in einen „Wahlraum“ umfunktioniert, die Schüler haben Wahlbenachrichtigungskarten erhalten, auf denen Ort und Zeitpunkt der Wahl eingetragen sind. Drei Schüler sind als „Wahlhelfer“ auserkoren, die jedem Wahlberechtigten gegen Vorlage des Schülerausweises oder eines Personalausweises den blauen Wahlzettel aushändigen, auf dem – wie bei der richtigen Bundestagswahl auch – zwei Kreuze zu machen sind: eines für den Direktkandidaten aus dem Landkreis, eines für die Landesliste einer Partei.

Juniorwahl Gymnasium Ganderkesee
Auch Lina, Mia und Katharina (von links) aus der Klass 9b haben am Dienstag im Rahmen der Juniorwahl im Gymnasium Ganderkesee ihre Stimme zur Bundestagswahl abgegeben. (JOCHEN BRÜNNER)

Die Details der Wahl regelt jede Schule anders. Während am Willms-Gymnasium und an der Peter-Ustinov-Schule bereits am Freitag vergangener Woche gewählt worden ist, bitten das Gymnasium Ganderkesee und die BBS in Wildeshausen erst in dieser Woche zum Urnengang. Dürfen im Gymnasium Ganderkesee etwa die Jahrgänge neun und zehn sowie die Politik-Leistungskurse der Oberstufe teilnehmen, blieben am Willms-Gymnasium in Delmenhorst die volljährigen Schüler bewusst außen vor. „Die Idee ist ja gerade, dass die wählen sollen, die noch nicht wählen dürfen“, begründet Willms-Rektor Stefan Nolting die Entscheidung. Am Willms-Gymnasium haben sich etwa 500 Schülerinnen und Schüler an der Wahl beteiligt, am Gymnasium Ganderkesee waren etwa 300 Jugendliche zur Stimmabgabe aufgerufen, an den BBS Wildeshausen rund 120, wie Politik-Koordinatorin Claire Smith mitteilte. Wobei hier auch die Über-18-jährigen Azubis mitmachen dürfen.

Direktkandidaten kaum bekannt

Fragt man die Schüler, fällt auf, dass den Jugendlichen die Direktkandidaten im Wahlkreis eher wenig bekannt sind und der Fokus eher auf politischen Themen liegt. Christoph Bauer stellte seiner neunten Klasse im Vorfeld der Wahl etwa die Aufgabe, eigene Fantasie-Parteien zu gründen. Und das Ergebnis war durchaus interessant: So gab es etwa eine „Gesundheits-Partei“, die sich eine bessere Ausstattung der Krankenhäuser und die Aufhebung des Zwei-Klassen-Systems in der Krankenversicherung auf die Fahnen geschrieben hatte. „Die Bunten“ stellten sich mit Theman aus der Umweltpolitik, dem Arbeitsmarkt, den Schulsystemen und der Einwanderungspolitik sehr breit auf, und auch das Thema Innere Sicherheit bewegte die Schüler, weshalb sie im Unterricht die „Deutsche Sicherheits-Partei“ ins Leben riefen.

Beim Willms-Gymnasium, wo die Stimmen schon ausgezählt sind, haben die beiden Volksparteien CDU und SPD übrigens „fast identisch“ abgeschnitten und liegen nur zwei Prozentpunkte auseinander. Die „vier kleineren Parteien“ (Grüne, FDP, Linke, AfD) würden in einem signifikanten Abstand folgen. Überproportional stark würden die Jugendlichen emotional besetzte Themen wie Natur- oder Tierschutz gewichten, sodass die entsprechenden Parteien Stimmanteile bekämen, auf die sie bei einer realen Wahl wohl nicht hoffen dürfen. „Aber eine Bundestagswahl ist ja eine komplexe Angelegenheit und keine monothematische Veranstaltung“, kommentiert Nolting, übrigens gelernter Politologe. In Ganderkesee steht das Ergebnis erst am Freitag fest, Christoph Bauer ist aber zuversichtlich, „dass die meisten Schüler das relativ ernst nehmen. Ich gehe davon aus, dass der allergrößte Teil vernünftig gewählt hat.“ Im Max-Planck-Gymnasium in Delmenhorst geben die Schüler an diesem Mittwoch ihre Stimme ab.

Bundesweit beteiligen sich an der Juniorwahl etwa eine Million Jugendliche aus 3500 Schulen. An der U18-Wahl haben rund 220 000 Schüler teilgenommen.


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Leserkommentare
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