Gymnasium am Markt überaus erfolgreich bei Chemie-Olympiade / Lena Rüter für Bundesentscheid qualifiziert

Der besondere Reiz molekularer Strukturen

Es gibt intelligentere Fragen, als sich bei Lena Rüter, Nils Faber und Jonas Pommerening nach ihrer Note in Chemie zu erkundigen. "15 Punkte - eine Eins", lautet unisono die Antwort Wie hätte es auch anders sein sollen? Die drei Schüler des Gymnasiums am Markt (GamMa) in Achim gehören zu den besten Teilnehmern aus ganz Nordwestdeutschland an der Chemie-Olympiade. Für Lena geht es Anfang Juni sogar noch eine Runde weiter. Sie tritt in Rostock um den Titel "Bundessiegerin" an.
06.03.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Der besondere Reiz molekularer Strukturen
Von Ralf Michel

Es gibt intelligentere Fragen, als sich bei Lena Rüter, Nils Faber und Jonas Pommerening nach ihrer Note in Chemie zu erkundigen. "15 Punkte - eine Eins", lautet unisono die Antwort Wie hätte es auch anders sein sollen? Die drei Schüler des Gymnasiums am Markt (GamMa) in Achim gehören zu den besten Teilnehmern aus ganz Nordwestdeutschland an der Chemie-Olympiade. Für Lena geht es Anfang Juni sogar noch eine Runde weiter. Sie tritt in Rostock um den Titel "Bundessiegerin" an.

Achim. "Chemie ist gut etabliert an unserer Schule", weiß Fachlehrer Christopher Bünte zu berichten. "Wir brauchen dafür nicht groß zu werben." So sei es zum Beispiel auch keine Frage, dass im nächsten Jahr ein Chemieleistungskurs am GamMa zustande kommen wird.

Was auch daran liegen könnte, dass Bünte erst 27 Jahre alt ist und sich deshalb noch gut an den Chemieunterricht erinnert, den er selbst genießen durfte. Oder sollte man besser "ertragen musste" sagen? "Frontalunterricht mit langen Vorträgen und vollgeschriebenen Tafeln, die wir abschreiben mussten ...", erzählt er. Heute sei Chemieunterricht generell anders aufgestellt. Experimenteller, freier, alltagstauglicher. "Die Schüler können viel mehr selber ausprobieren", betont Bünte und erklärt, was er unter Alltagstauglichkeit versteht: Das Extrahieren von Farbstoffen und die Entschlüsselung von deren Formeln könne zum Beispiel auch anhand von Gummibärchen gelernt werden.

Bei seinen Schülern kommt diese Herangehensweise offenbar gut an. "Man hat auch mal praktische Sachen dabei mit Versuchen und Experimenten", erklärt Lena Rüter ihre besondere Vorliebe für gerade dieses Unterrichtsfach. "Chemie hat eine angenehmere Logik. Die ist viel anwendungsnäher als etwa Mathematik", ergänzt Jonas Pommerening.

Was nicht bedeutet, dass den drei Schülern der Erfolg bei der Chemie-Olympiade automatisch zugeflogen ist. "Für den Wettbewerb musste man sich schon ziemlich dransetzen", erzählt Nils Faber. In der ersten Runde bekamen die drei und mit ihnen noch weitere Schüler des GamMa Aufgaben gestellt, die sie in Heimarbeit lösen mussten. Christopher Bünte überprüfte die Arbeiten, dann wurden sie eingeschickt und erneut bewertet. Lena, Nils und Jonas schnitten dabei so gut ab, dass sie eine Einladung zur nächsten Runde an der Universität Hamburg bekamen. Womit sie bereits unter den 40 besten Schülern der neunten und zehnten Jahrgänge aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen waren.

In Hamburg ging es dann unter Prüfungsbedingungen weiter. Zwei Stunden Zeit für drei oder vier Aufgaben, die von vornherein so angelegt waren, dass sie unmöglich alle in dieser Zeit gelöst werden konnten. "Das wird gemacht, um die sehr guten von den guten Schülern zu unterscheiden", sagt Jonas. Inhaltlich sei es darum gegangen, molekulare Strukturen mit Formeln auszudrücken, erklärt Lena: "Wir haben zum Beispiel einen Inhaltsstoff der Weidenrinde als Formel bekommen und mussten in drei Schritten erklären, wie daraus Aspirin wird."

Für Nils und Jonas war die Chemie- Olympiade mit dem Wettbewerb in Hamburg beendet, Lena qualifizierte sich als Beste ihres Jahrgangs mit vier anderen Schülern für den Bundesentscheid.

"Das hier ist richtig anspruchsvoll"

Sehr zur Freude ihres Schulleiters. "Das ist schon die Bundesliga", umschreibt Ralph Gronki die Chemie-Olympiade. Nicht einfach nur einer von zahlreichen Wettbewerben, bei denen es vor allem darum ginge, Schüler überhaupt für ein Fach zu motivieren. "Nein, das hier ist richtig anspruchsvoll."

Drei Schüler des GamMa unter den besten 40 in ganz Nordwestdeutschland, eine davon sogar die Jahrgangsbeste - für Ralph Gronki die Bestätigung, mit dem grundsätzlichen Kurs an seiner Schule richtig zu liegen. "Unsere Schüler werden über den Unterricht motiviert und können das dann in Arbeitsgruppen vertiefen", sagt der Schulleiter. Im Fall von Lena, Nils und Jonas war dies die Chemie-AG. "Das ist unsere Form der Leistungsförderung: In so einer AG kann jeder seinen Schwerpunkt ausprobieren und überprüfen, ob er damit richtig liegt."

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+