Erdwig Holste aus Martfeld versteigert mit vollem Einsatz mehr oder weniger wertvolle Schätze – so auch in Bramstedt Der elektrisierte Hofauktionator

Was der Trödeltrupp bei RTL 2 ist, ist der Martfelder Erdwig Holste auf dem platten Land. Und so war er kürzlich mit seinem Team für eine Hofauktion in Bramstedt. Auf dem Hof von Hermann Meyer sollten dort allerlei kleine und große Schätze unter den Hammer kommen. Bereits zur Mittagszeit herrschte reger Betrieb auf dem Hof – und mittendrin Erdwig Holste.
31.05.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Dorit Schlemermeyer

Was der Trödeltrupp bei RTL 2 ist, ist der Martfelder Erdwig Holste auf dem platten Land. Und so war er kürzlich mit seinem Team für eine Hofauktion in Bramstedt. Auf dem Hof von Hermann Meyer sollten dort allerlei kleine und große Schätze unter den Hammer kommen. Bereits zur Mittagszeit herrschte reger Betrieb auf dem Hof – und mittendrin Erdwig Holste.

„Und Florian, hast du dir das überlegt mit dem Porsche““, fragt Erdwig Holste einen jungen Mann. Gemeint ist ein feuerroter Trecker aus dem Hause Porsche. Und als ein weiterer Interessent anzweifelt, ob der Trecker auch noch anspringt und fahrtüchtig ist, schwingt sich der Martfelder kurzerhand selbst auf den Sitz, startet den Trecker, tuckert los und hat selbst richtig Spaß an der Sache. Und es ist wohl diese Mischung aus Spaß an der Sache, Professionalität und grundsolider Bodenständigkeit, die Holste mittlerweile zu einer lokalen Berühmtheit hat werden lassen.

So ist an diesem Nachmittag zur Auktion auf dem Hof von Hermann Meyer in Bramstedt extra ein Filmteam aus Berlin angereist, um ein Porträt von Holste zu machen. „Wir verkaufen alles“, sagt Holste und verteilt fleißig Karten. Dabei hat er auch schon den nächsten Kunden im Blick, der sich für die Polstersessel interessiert. „Da kann man wunderbar drauf sitzen“, preist er die Objekte an und nimmt im nächsten Moment selbst auf einem Platz.

„Vor einer Auktion bin ich immer elektrisiert“, erzählt Erdwig Holste und hat dabei weiter die Kunden im Blick. Angefangen habe alles vor zwanzig Jahren, als Freunde eine alte Hofstelle in Martfeld erworben hatten und diese entrümpeln mussten. „Da hatten wir die Idee mit der Auktion, denn die Leute möchten ja auch nicht gern die Erbstücke an die Straße stellen“, blickt der Auktionator zurück und muss schmunzeln: „Die wollten nichts von den Erbstücken behalten, weil sie sich mit den beiden Tanten auf dem Hof nie verstanden haben.“ Und der Erfolg dieser Auktion sprach sich herum und sicherte Holste die nächsten Termine.

Damals habe er den Slogan „Ein Dorf räumt auf“ erfunden, und heute würde der bei jeder Aufräumaktion in den Dörfern verwendet. Dann sei es einige Jahre ruhig gewesen, bevor der Auktionator in den vergangenen drei Jahren wieder haufenweise zu tun gehabt habe. So zum Beispiel auf dem Hof Wülfers in Wackershausen, wo es galt, mehrere Schlepper aus einer Sammlung zu versteigern. „Das war nicht so einfach, weil der Kunde fest gelegte Preisvorstellungen hatte“, erinnert sich Holste. So seien einige Bieter am Ende richtig vergrätzt gewesen.

Viel besser dagegen sei die Versteigerung der Metallwaren in Beverstedt gelaufen. Der Auktionator gerät regelrecht ins Schwärmen, als er von der hohen Verkaufsquote berichtet: „Das erleben wir auch nicht oft, dass wir über 90 Prozent verkaufen und das noch zu richtig guten Preisen.“ 700 Artikel galt es in Beverstedt zu verkaufen, und das Team leistete ganze Arbeit, denn alle Artikel wurden katalogisiert und dann verkaufsfördernd präsentiert.

„Ohne Helfer würde ich das nicht schaffen“, meint Holste und ist froh über die tatkräftige Unterstützung seiner Frau Elisabeth. Gerne denkt er auch an die Auktion im ehemaligen Gasthaus Claussen zurück: „Da habe ich richtig was mit ausgelöst, danach haben alle in die alten Aussteuertruhen geguckt, ob in den Geheimfächern nicht noch irgendwelche Schätze liegen“, erzählt er. Der Einsatz sei damals ein voller Erfolg gewesen: „Nachdem alles weg war, konnten die die Kneipe ganz neu aufziehen.“ Sie heiße jetzt „Peitsche“ und laufe richtig gut. Dann nimmt wieder „das Elektrisierte“ von ihm Besitz, und die Auktion rückt in den Vordergrund: „Wir verkaufen sogar eine Orgel und haben extra eine Spielerin, die darauf ein Lied spielen wird.“ „Und der Porsche müsste eigentlich auch weggehen, der hat ja einen guten Eingangspreis“, sinniert er und hat schon wieder den Kunden von vorher im Blick.

Eröffnung auf Plattdeutsch

Als die Auktion um 14 Uhr beginnt , sind von ihm schon einige Artikel an den Mann gebracht worden – wie beim Pferdemarkt durch Handschlag besiegelt. Holste sucht immer das Gespräch mit den Kunden, vorzugsweise auf Plattdeutsch. „Ich bin hier geboren und aufgewachsen und in der Dorfschule mussten wir Kinder vom Bauernhof immer hinten sitzen“, erinnert er sich. Und so wird die Auktion von ihm auch auf Plattdeutsch eröffnet: „Jo, van Dage hebb ick een Hod up, hebb ick hier kövt“, eröffnet der der Martfelder die Ausstellung und schwingt den Hammer. Als ersten Artikel hat Holste eine Wäschemangel im Angebot, die allerdings keiner will – trotz der von Holste angepriesenen wunderbaren Verwendungsmöglichkeiten, wie dem Wurstkochen oder dem Bepflanzen des guten Stücks mit Blumen. Und auch die Dezimalwaage findet keinen Bieter.

Aber Holste geht einfach zum nächsten Artikel über. Und beim Whiskeyfass mit dem Eingangsgebot von 35 Euro finden sich schnell auch noch andere Bieter, so dass am Ende mehr das Doppelte erzielt werden kann. Am Ende hat er sogar den feuerroten Trecker unters Volk bringen können, so dass er bilanziert: „Tolles Wetter, klasse Team und Porsche verkauft.“

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