Weihnachtshaus in Delmenhorst

Der helle Weihnachtswahnsinn

Das Haus leuchtet über die Stadtgrenzen hinaus: Am ersten Advent wird das Weihnachtshaus an der Brechtstraße um 17 Uhr das erste Mal in vollem Glanz erstrahlen. Dabei wäre es dieses Jahr fast dunkel geblieben.
01.12.2018, 13:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Ingo Möllers (Fotos) und Niklas Johannson (Text)
Der helle Weihnachtswahnsinn

55 000 Lichter sorgen für viel Weihnachtsglanz.

Ingo Möllers

Willkommen im Weihnachtswahnsinn: 55 000 Lampen, 3000 Euro Eigenfinanzierung, 180 Arbeitstage und vier separate Stromkreise – an der Brechtstraße erstrahlt im 17. Jahr in Folge das legendäre Weihnachtshaus der Familie Borchart. „Es ist für uns eine Herzensangelegenheit – und das Basteln macht einfach Spaß“, betont Sven Borchart, der das Licht des Hauses am ersten Advent um Punkt 17 Uhr anknipsen wird. Dass es zu diesem Moment überhaupt kommen kann, stand in diesem Jahr lange auf der Kippe. Denn aufgrund von zwei Bandscheiben-Operationen bei Martina Borchart überlegte das Ehepaar hin und her. „Das Weihnachtshaus hätte es 2018 fast nicht gegeben“, sagt der 55-Jährige. Doch dann sprang Sohn Marc seinem Vater zur Seite und half beim Basteln tatkräftig mit. „Er hasst es, aber ohne ihn hätten wir es wohl nicht gepackt“, lobt Martina Borchart.

Angefangen hat diese glamouröse Weihnachtsgeschichte im Jahre 2001 mit fünf Lichterketten und drei Litern Glühwein. Heute sind es 55 000 Lichter und rund 150 Liter Glühwein. Inzwischen haben die Borcharts ihr Grundstück nahezu ausgeschöpft. „Wir haben immer wieder mehr gebaut, sodass es irgendwann kein Zurück mehr gab. Doch mittlerweile sind wir an einem Punkt angelangt, an dem der Platz fast nicht mehr ausreicht“, erzählt Sven Borchart. Dennoch verspricht das Ehepaar seinen Besuchern wieder viele neue Attraktionen.

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Eine davon ist die neue Weihnachtspyramide, in der sie sehr viel Arbeit investierten. Aus der vier- bis sechswöchigen Planungszeit, sind schließlich stolze vier Monate geworden. Allein das Lackieren der circa zwei Meter hohen Pyramide dauerte rund 40 Tage. Dadurch haben die Borcharts erneut einen Entwicklungsschritt gemacht. Denn die drehende Pyramide wird durch einen großen Motor angetrieben und ist die erste bewegliche Dekoration des Hauses. „Ich habe die ganzen Materialien auf der Arbeit gelagert und dort dann bis in die Abendstunden wochenlang dran gesessen“, sagt Sven Borchart, dem die Bastelei übrigens nicht immer Spaß macht: „Manchmal schmeiße ich die Sachen nach zehn Minuten in die Ecke“, schmunzelt er, während seine Frau dazwischen grätscht: „Manchmal nimmst du sie aber auch mit ins Bett.“ Als weitere Neuheiten präsentieren die Weihnachtsfans einen qualmenden Schornstein, der in Intervall-Abständen von 15 Sekunden weißen Rauch in den Delmenhorster Himmel steigen lässt. Außerdem gehören in diesem Jahr Wachhäuser mit großen Nussknackern zum Repertoire der Borcharts.

Das leuchtende Weihnachtsparadies können Besucher bis Silvester täglich von 16.30 bis 21 Uhr betrachten. Am ersten Advent und am Nikolaustag laden die Gastgeber zum Glühweintrinken ein. Die Spendeneinnahmen der Gäste geben die Borcharts an die Schule an der Karlstraße weiter, die damit ihr heilpädagogische Reiten finanziert. Im vergangenen Jahr sind 2700 Euro zusammen gekommen. „Wenn wir die 3000er-Grenze toppen könnten, wäre das schon schön“, hofft Sven Borchart.

Weihnachtshaus

Santa Claus und sein Rentier schießen bei den Borcharts hoch hinaus.

Foto: Ingo Möllers
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