Diavortrag mit Steuerfahnder Jürgen Fischer in Buthmanns Hof Der Luther-Bibel auf der Spur

Fischerhude. Der Oldenburger Jürgen Fischer liebt Opern und vor allem Verdi, aber das ist nur sein Freizeitvergnügen. Hauptberuflich ist er Steuerfahnder und jemand, der sich natürlich nicht nur Freunde in der Welt geschaffen hat. Aber was recht ist, soll recht bleiben und dafür sorgt der inzwischen 61-jährige Vater von zwei Kindern seit über 30 Jahren. ARD und Arte sind an ihn herangetreten, um einen Dokumentarfilm über seinen erfolgreichsten und spektakulärsten Fall zu drehen: das Verschwinden, das Wiederauffinden und die Rückkehr der von Lukas Cranach verzierten Luther-Bibel von 1541. Regisseurin des Films ist Dagmar Brendecke aus Berlin, die sich in Fischerhude durch ihren Cato-Film einen Namen gemacht hat.
15.02.2011, 05:00
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Der Luther-Bibel auf der Spur
Von Uwe Dammann

Fischerhude. Der Oldenburger Jürgen Fischer liebt Opern und vor allem Verdi, aber das ist nur sein Freizeitvergnügen. Hauptberuflich ist er Steuerfahnder und jemand, der sich natürlich nicht nur Freunde in der Welt geschaffen hat. Aber was recht ist, soll recht bleiben und dafür sorgt der inzwischen 61-jährige Vater von zwei Kindern seit über 30 Jahren. ARD und Arte sind an ihn herangetreten, um einen Dokumentarfilm über seinen erfolgreichsten und spektakulärsten Fall zu drehen: das Verschwinden, das Wiederauffinden und die Rückkehr der von Lukas Cranach verzierten Luther-Bibel von 1541. Regisseurin des Films ist Dagmar Brendecke aus Berlin, die sich in Fischerhude durch ihren Cato-Film einen Namen gemacht hat.

Der Kunstverein Fischerhude in Buthmanns Hof ist dem Filmprojekt allerdings um eine Länge voraus und hat den Oldenburger Geldfahnder am Freitag, 18. Februar, um 19.30 Uhr live in Fischerhude zu Gast, um die abenteuerliche Geschichte mit aktuellen Bezügen zu erzählen.

Die Steuerfahndung und die Kunst in Buthmanns Hof, wie passt das zusammen? Diese Frage wird sich für die Besucher des Vortrags von Jürgen Fischer klären. Über ein halbes Jahrhundert blieb ungewiss, was mit einem der wichtigsten literarischen Werke der Reformation nach dem Zweiten Weltkrieg passiert war. Die Bibel in ihrer Übersetzung von Martin Luther und der malerischen Ausgestaltung von dessen Freund, Lukas Cranach (1472 bis 1553), trug zu Recht den Beinamen "Cranach-Prachtbibel".

Der Künstler schenkte damals der Auffassung des Theologen Farbe und sorgte so mit für die Begeisterung an der Verbreitung reformatorischer Schriften im Volk. Cranach gelang ein bemerkenswertes Verständnis sowohl für katholische als auch für protestantische Glaubensinhalte.

1541 war der Meister fast siebzig Jahre alt, und vier Jahrhunderte hütete die Menschheit dieses nationale Kulturgut, dessen religiongeschichtliche Bedeutung von Rang ist. Dann kam der Zweite Weltkrieg und vor diesem Hintergrund durchwanderte das Buch eine Kriminalgeschichte, die keiner authentischer berichten könnte als Jürgen Fischer, sagt Kunstvereinsvorsitzender Wolf-Dietmar Stock. Fischer war, zusammen mit einem Kollegen der Steuerfahndung an der Aufklärung des spektakulären Falls von Anfang an beteiligt, hatte ihn ins Rollen gebracht und ist bekannt für seine Spürnase in Sachen Strafrecht. Der nebulöse Weg des heiligen Buches ist ein echter Krimi unserer Tage.

Der Kunstverein Fischerhude freut sich, Jürgen Fischer gewonnen zu haben und hat ihn eingeladen, die ausstellungsfreie Zeit in Buthmanns Hof mit Spannung zu füllen. Eintritt fünf Euro, für Schüler drei Euro.

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