Hans Knappe aus Leeste gehört zum Organisationsteam des Samba-Spektakels in der Hansestadt Der „Maestro“ des Bremer Karnevals

Durch die Bremer Innenstadt wird am kommenden Sonnabend Sambamusik tönen: Denn es ist wieder Zeit für den Bremer Karneval. Was aber wohl die wenigsten der mehreren Zehntausend Besucher wissen werden, ist, dass ein großer Teil der Organisationsarbeiten für das Fest an einem Schreibtisch in Leeste erledigt wurde – der Weyher Hans Knappe ist seit vielen Jahren damit beschäftigt, den Bremer Karneval vorzubereiten.
30.01.2013, 05:00
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Der „Maestro“ des Bremer Karnevals
Von Florian Cordes

Durch die Bremer Innenstadt wird am kommenden Sonnabend Sambamusik tönen: Denn es ist wieder Zeit für den Bremer Karneval. Was aber wohl die wenigsten der mehreren Zehntausend Besucher wissen werden, ist, dass ein großer Teil der Organisationsarbeiten für das Fest an einem Schreibtisch in Leeste erledigt wurde – der Weyher Hans Knappe ist seit vielen Jahren damit beschäftigt, den Bremer Karneval vorzubereiten.

Weyhe-Leeste. Hans Knappe ist in diesen Tagen ein viel beschäftigter Mann. Schließlich sind es nur noch wenige Tage bis zu dem Ereignis, auf das er sich seit mehreren Monaten vorbereitet: dem Bremer Karneval, der in diesem Jahr seine 28. Auflage erlebt. Der Leester freut sich, wenn am Freitag mit dem sogenannten Einheizen der Sambakarneval in der Hansestadt startet. "Dann ist die Anspannung weg", sagte er.

Die vergangenen Wochen waren nämlich mit Stress verbunden – schließlich gehört Knappe zum Kern des Organisationsteams, das den Bremer Karneval Jahr für Jahr vorbereitet. "Regulär bin ich für die Finanzen zuständig", erzählte das Mitglied des Vereins Initiative Bremer Karneval. Doch sein Arbeitsfeld ist noch viel größer: "Im Grund mache ich fast alles." Knappe habe bei der Organisation sogar so viel zu tun, dass bei ihm quasi das gesamte Jahr Karneval ist. "So richtige Ruhe kehrt eigentlich nie ein", sagte er. "Nach dem Karneval ist vor dem Karneval."

Über das gesamte Jahr bekomme er Anfragen, die etwas mit dem Samba-Spektakel zu tun haben. Die richtig intensive Arbeit beginne im August. "Dann haben wir das Motto festgelegt", erzählte Knappe. In diesem Jahr behandelt der Karneval das Thema "Fairkehrte Welt", in Anlehnung daran, dass Bremen derzeit die Hauptstadt des fairen Handel ist.

Spätestens ab dem Zeitpunkt, wenn das Motto steht, verbringt Hans Knappe viel Zeit an seinem Schreibtisch. Von dort aus koordiniert er seinen Teil der Planungsarbeit. Die fängt mit dem Stellen von Anträgen an, damit der Verein Fördergelder erhält. "Außerdem muss ich Genehmigungen der Stadt einholen", erklärte Knappe. Darüber hinaus kümmert sich der Leester darum, dass beim Karneval Sanitäter vor Ort sind, genügend Ordner eingesetzt werden, oder er trifft sich mit der Polizei und Vertretern der Bremer Straßenbahn AG (BSAG), um über den Ablauf des Karnevals zu sprechen. "Man kann sagen, dass ich für den gesamten Oberbau zuständig bin, damit die Veranstaltung auch funktioniert", erzählt der 65- jährige Knappe.

Die ganze Arbeit sei zwar mit Stress verbunden, und auf seinem Schreibtisch häufen sich mit der Zeit die Papierstapel, doch an ein Aufhören denkt der Leester, der vor 28 Jahren von Bremen nach Weyhe gezogen ist, längst nicht: "Ich habe mir geschworen,dass ich so lange weiter mache, wie mir die Sache Spaß macht." Und auch in der heißen Planungsphase versucht er stets, entspannt zu bleiben und den Überblick zu behalten. Dabei hilft Knappe, der hauptberuflich als Grafikdesigner tätig ist, seine Ausbildung. "Ich habe damals in einem Logistikunternehmen gelernt."

Wenn der Karneval in der Hansestadt dann erst einmal gestartet ist, ist die Planungsarbeit zwar vorbei. Dennoch spielt Hans Knappe auch während des Festes ein wichtige Rolle – speziell am Sonnabend, wenn sich der Umzug vom Bremer Marktplatz in Richtung Viertel bewegt. Dann verwandelt er sich in den "Maestro". Ab Punkt 12 Uhr hört alles auf sein Kommando – zumindest die Gruppen, die an dem Umzug teilnehmen. So soll es auch am 2. Februar sein. Denn als "Maestro" ist er dafür zuständig, die Gruppen – in diesem Jahr werden mehr als 100 aus Deutschland, England, Dänemark und der Niederlande erwartet – auf die Umzugsstrecke zu schicken. "Wenn ich zu den Teilnehmer sage, dass sie noch warten müssen, dann haben sie das auch zu tun", sagte er schmunzelnd. Die Zeit als "Maestro" genießt er jedes Mal. "Für eine gewisse Zeit stehe ich schließlich im Mittelpunkt."

Der „Maestro“ des Bremer Karnevals

Hans Knappe aus Leeste gehört zum Organisationsteam des Samba-Spektakels in der Hansestadt

Zitat:

"Ich habe mir geschworen,

dass ich so lange weiter

mache, wie mir

die Sache Spaß macht."

Hans Knappe

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