Ortsrat Fischerhude Die Idee vom Ruheforst in der Surheide

Der Realverband Surheide lässt derzeit die Möglichkeit prüfen, einen Ruheforst in der Surheide einzurichten. Aus diesem Grund hatte der Ortsrat Fischerhude am Mittwoch eine Expertin in die Sitzung eingeladen.
18.06.2020, 17:20
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Die Idee vom Ruheforst in der Surheide
Von Lars Köppler

Das letzte Mal Abschied nehmen am Sarg hat offensichtlich ausgedient. Wenn ein Mensch stirbt, lässt er sich heute am liebsten einäschern – und in einer Urne beisetzen. Auch den Mitgliedern des Realverbands Surheide ist dieser Trend nicht entgangen, sodass sie sich in jüngster Vergangenheit intensiv mit der Möglichkeit beschäftigt haben, auf ihren Waldgrundstücken in der Surheide einen Waldfriedhof zu errichten. Aus diesem Grund hat der Realverband jüngst Kontakt zur Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) aufgenommen, um sich ein Meinungsbild von einem Experten einzuholen. Am Mittwochabend in der Aula der Ottersberger Wümmeschule gab deshalb Annekatrin Mensching, Beauftragte für Waldbestattungen im LWK-Geschäftsbereich Forst, ihre Visitenkarte im Ortsrat Fischerhude ab, um das Projekt „Ruheforst“ in allen Einzelheiten zu erläutern.

Bei der Darstellung des Vorhabens stieß die Expertin derweil auf ein überwiegend positives Echo im Gremium und im Publikum. Demnach könnten auf einer Fläche von fünf Hektar künftig biologisch abbaubare Urnen mit der Asche Verstorbener in den Waldboden eingebracht werden. „Dafür würde das Gebiet als kommunaler Friedhof des Fleckens Ottersberg gewidmet sowie eine Friedhofssatzung erlassen werden“, erklärte Mensching ihren Zuhörern. Das dafür vorgesehene Waldstück in Besitz des Realverbands Surheide stünde dann jedem Bürger unabhängig seines Wohnortes oder seiner Konfession als letzte Ruhestätte zur Verfügung.

Als Grabstellen könnten dann pro Hektar etwa 80 Laubbäume dienen, in dessen Wurzelraum die Urnen beigesetzt werden. Name, Geburts- und Sterbedatum der Verstorbenen werden in dem Ruheforst auf einem Schild am Stamm des Baumes vermerkt. „Die Gräber sind somit nicht anonym, sondern können jederzeit aufgefunden werden“, ließ Annekatrin Mensching wissen. Die Liegerechte an den Grabbäumen werden indes für eine Dauer von bis zu 99 Jahren vergeben. An einem zentralen Andachtsplatz könnten zudem Trauerfeiern und individuelle Abschiede gestaltet werden. Besonderer Wert werde laut Mensching bei der Einrichtung und dem Betrieb des Ruheforstes auf den Erhalt des ursprünglichen Waldbildes sowie eine würdevolle Gestaltung des Abschieds gelegt. Mit ihrer Unterstützung bei der Einrichtung einer Waldbestattungsfläche komme die Landwirtschaftskammer in ihrer Rolle als Beratungsorganisation für den Privatwald in Niedersachsen der Initiative der Waldbesitzer und einzelner Ratsmitglieder nach, im Gemeindegebiet eine geeignete Waldfläche anzubieten.

„Mit ihrem idyllischen Waldbild, der Ruhe und guten Erreichbarkeit ist die Fläche in der Surheide für die Einrichtung eines Ruheforstes bestens geeignet“, stellte Mensching fest. Mit dieser könne man der wachsenden Nachfrage der Bürger nach einer ortsnahen Bestattung unter den Wipfeln eines gewachsenen Waldes nachkommen. Der Ortsrat hat noch keine Beschlussempfehlung gefasst. Dies soll in einer der nächsten Sitzungen erfolgen.

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