Landmann will zur Premium-Marke werden

Der Trend geht klar zum Edel-Grill

Osterholz-Scharmbeck. Bei Landmann hat sich ein Generationswechsel vollzogen: Die beiden neuen Geschäftsführer haben vor allem zwei Ziele vor Augen: Sie wollen das Unternehmen als Premium-Marke im Grillbereich voranbringen und das internationale Geschäft des Unternehmens verstärken.
15.09.2010, 05:50
Lesedauer: 3 Min
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Von Lutz Rode

Osterholz-Scharmbeck. 'Wir sind gut angekommen und gut gestartet. Doch es liegt noch viel Arbeit vor uns', sagt Guido Kühne. Seit August vergangenenen Jahres ist der 41-Jährige Vorsitzender der Geschäftsführung der Landmann-Holding GmbH & Co. KG in Osterholz-Scharmbeck. Gut einen Monat länger ist der 40-jährige Peter Kietzmann für das Deutschland-Geschäft der Landmann Handels-KG verantwortlich. Die beiden neuen Geschäftsführer haben vor allem zwei Ziele vor Augen: Sie wollen Landmann als Premium-Marke im Grillbereich voranbringen und das internationale Geschäft des Unternehmens verstärken.

Kühne und Kietzmann haben die langjährigen Geschäftsführer Günther Seuren und Uwe Jung abgelöst - ein Generationswechsel an der Spitze, der auch mit einer Neuausrichtung des Unternehmens verbunden ist. Denn stärker als bisher will sich das Unternehmen als 'Markenartikler' für Grillgeräte und Gartenmöbel positionieren. Landmann möchte als innovatives Unternehmen mit hohen Qualitätsstandards bei den Verbrauchern von sich reden machen.

Viel Aufwand hat Landmann im vergangenen Jahr für die Marktforschung betrieben, um den Verbraucherwünschen auf die Spur zu kommen.

'Der Markt für Grillgeräte verändert sich. Ein einfacher Grill reicht für viele heute nicht mehr aus. Sie möchten etwas Besonderes haben, ein Grillgerät, das nicht jeder hat', fasst Guido Kühne eines der Ergebnisse zusammen.

Genau diese Kunden seien bereit, für diese mit besonderen Funktionen ausgestatteten oder edlen Geräte auch tiefer in die Tasche zu greifen.

Ein 'Flaggschiff' unter den neu entwickelten Produkten ist für die Landmann-Verantwortlichen der Kugelgrill der Serie 'black pearl' - nach Angaben des Unternehmens der erste seiner Art, dessen Rost höhenverstellbar ist. Neben diesen hochwertigen Grillgeräten mit besonderen Eigenschaften, die unter der Namen Landmann verkauft werden, gibt es aber nach wie vor auch günstigere Standard-Grills, die unter der Marke Grillchef und dem Zusatz 'by Landmann' angeboten werden.

Wichtiger Handelspartner für Landmann sind nach wie vor die großen Baumärkte und Handelsketten, doch auf längere Sicht will das Unternehmen auch im Fachhandel präsent sein - mit jenen Produkten, die für die potenzielle Kundschaft eher erklärungsbedürftig sind. So sollen Landmann-Grills künftig auch zum Sortiment von Gartencentern gehören. Doch vorerst stehe die Schärfung des Markenprofils im Vordergrund, heißt es. 'Das andere ist der zweite Schritt', erklärt Peter Kietzmann.

Guido Kühne und Peter Kietzmann kennen sich im Geschäft mit Markenartikeln aus. Vor seinem Einsteig bei Landmann hat Kühne unter anderem für Bahlsen, Vileda und Procter and gamble gearbeitet, mit der sich Marken wie Braun, Ariel oder Pampers verbinden. Diplom-Kaufmann Peter Kietzmann hat zuvor für den Gartenmotorgeräte-Hersteller Wolf Garten gearbeitet und davor für Black & Decker.

Kietzmann ist inzwischen aus seiner früheren Heimat im Westerwald nach Osterholz-Scharmbeck gezogen. Guido Kühne, der zuvor in Köln gelebt hat, ist nun in Bremen zu Hause.

Mit dem Geschäft mit den Grillgeräten in diesem Jahr sind die Verantwortlichen von Landmann zufrieden: Die Unternehmensgruppe hat ein leichtes Wachstum hingelegt, berichtet Guido Kühne. Doch es hätte auch noch besser laufen können: Den späten Sommerbeginn hat Landmann zu spüren bekonnen - als das gute Grillwetter einsetzte, war es für die Absatz schon ein bisschen zu spät. 'Ideal ist es für den Umsatz, wenn wir im März schon Temperaturen um die 25 Grad haben', berichtet Guido Kühne.

Der Firmenstandort Osterholz-Scharmbeck soll auf lange Sicht eine größere Bedeutung bekommen: So ist daran gedacht, die Lagerkapazitäten in der Kreisstadt noch stärker als bisher zu konzentrieren. Ein Warenlager für Kunststoffmöbel in Kaiserslautern soll mittelfristig aufgegeben werden. Auf Grundstückssuche werden wird sich die Firma dafür nicht begeben müssen: Auf dem vorhandenen Aareal in der Straße Am Binnenfeld ist noch Luft nach oben. Osterholz-Scharmbeck ist für Landmann als Standort ideal, weil von dort aus Bremerhaven als Umschlagplatz für die Grillgeräte, die in Asien gefertigt werden, gut zu erreichen ist.

Dass der Name Peiga aus dem Firmennamen verschwunden ist, hat nichts mit Marketing zu tun: Die Peiga Handelsgesellschaft ist aus dem Unternehmen ausgeschieden. Das Geschäft mit den Gartenmöbeln ist aber bei Landmann geblieben, auch die dazugehörigen Markenrechte. Alleiniger Gesellschafter ist die Gebrüder Thiele Gruppe, die der Bremer Familie Hockemeyer gehört.

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