Tarmstedter Ausstellung 2010

Der Weg vom 25- zum Drei-Liter-Haus

Tarmstedt. Beim Heizöl und Gas verhält es sich wi beim Benzin: Mittelfristig geht das Preisniveau immer weiter nach oben. Wer Inhaber eines so genannten Drei-Liter-Hauses oder Niedrigenergiehauses ist, kann dieser Entwicklung relativ gelassen entgegen sehen.
09.07.2010, 19:40
Lesedauer: 3 Min
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Der Weg vom 25- zum Drei-Liter-Haus
Von Peter Hanuschke
Der Weg vom 25- zum Drei-Liter-Haus

Wer sein Haus für einen geringeren Energiebedarf schrittweise saniert, sollte mit den Austausch der alten Heizungsanlage

Hasselberg

Tarmstedt. Benzinschlucker sind out - spritsparende Autos sind in. Der Trend zu wenig Verbrauch ist in allen Fahrzeugklassen zu beobachten. Logisch: Der Rohstoff wird knapper und damit teurer - hinzu kommen Spekulationsgeschäfte, die die Preise mehr nach oben und anschließend weniger nach unten bewegen. Beim Heizöl und Gas verhält es sich genauso: Mittelfristig geht das Preisniveau immer weiter nach oben. Wer Inhaber eines so genannten Drei-Liter-Hauses oder Niedrigenergiehauses ist, kann dieser Entwicklung relativ gelassen entgegen sehen.

Nicht jeder hat jüngst so ein Niedrigenergiehaus erworben und bewohnt es. Viele haben ihre Immobilie vor Jahren oder Jahrzehnten gekauft oder entscheiden sich auch heute noch für den Kauf eines älteren Gebäudes - sei es wegen seines Charmes, weil es vielleicht günstig war oder weil es mitten in einer gewachsenen Umgebung liegt.

Häufiger Nachteil eines solchen Altbestandes: Statt eines Jahresheizwärmebedarfs von 30 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr oder dem entsprechend von etwa drei Litern Heizöl werden im unsanierten Altbau gerne 20 bis 30 Liter pro Jahr und Quadratmeter durchgejagt.

Raus aus der Kostenspirale

Dass es Möglichkeiten gibt, aus dieser Kostenspirale rauszukommen, das zeigen diverse Anbieter auf der Tarmstedter Ausstellung. Seit zehn Jahren widmet sich die Ausstellung dem Thema Erneuerbare Energien; seit ein paar Jahren gibt es dafür ein eigenes Areal samt Zelthalle (im Bereich A auf dem Übersichtsplan).

Der Bedarf an Ausstellungsfläche ist, laut Carsten Blanken, einer der Geschäftsführer der Tarmstedter Ausstellung, jedes Jahr kontinuierlich gestiegen - parallel das Interesse der Besucher an energetischen Sanierungskonzepten sowohl für Privat- als auch Großverbraucher aus der Landwirtschaft, die sich zudem besonders auch für die Erzeugung und Verkauf von erneuerbaren Energien interessieren. 'Auch wenn wir unser Hauptaugenmerk sicherlich im landwirtschaftlichen Bereich legen, kommen aber auch Privatleute nicht zu kurz - wir haben für beide Seite genügend Anbieter und Fachvorträge; schließlich hat auch jeder Landwirt ein Eigenheim.'

Den Weg vom 25- zum Drei-Liter-Haus gibt es. Einfach so loszusanieren, davon raten allerdings Experten ab. Häufig ist die These zu lesen, dass erst einmal die Gebäudehülle zu dämmen und die Fenster auszutauschen sind. Erst dann soll die Heizungsanlage ausgetauscht werden, weil erst dann der tatsächliche Wärmebedarf ermittelt werden kann und somit die Größe der neuen Anlage.

'Wer diese Aussage von seinem Energieberater - diese Berufsbezeichnung ist im übrigen nicht Geschütz - hört, sollte sich unbedingt noch eine zweite Meinung einholen', sagt Hartmut Beckmann, Geschäftsführer vom Oldenburger Energie-Kontor, die vor Ort ihre Fach-Partnerfirmen haben - in Tarmstedt ist das Kontor unter anderem mit Bahrenburg-Haustechnik aus Ottersberg vertreten. 'Das ist Schnee von gestern - wer heute Energie einsparen und das aus finanziellen Gründen in mehreren Schritten vornehmen will, sollte auf jeden Fall mit dem Austausch der alten Heizungsanlage beginnen.'

Die Technik sei seit ein paar Jahren so weit fortgeschritten, dass 'man nicht befürchten muss, eine zu überdimensionierte Anlage zu kaufen'. Moderne Brennwert-Anlagen arbeiteten heute modulierend. 'Die fahren so hoch oder runter, wie eben der Bedarf ist.' Und abgesehen vom Heizbedarf sei für die Größe der Anlage der Warmwasserbedarf entscheidend - das habe mit Dämmung überhaupt nichts zu tun. 'Kombiniert man eine solche Anlage noch mit thermischer Solarenergie oder anderen Erneuerbaren Energien kommen locker 50 Prozent Energieersparnis heraus.

Ich will natürlich nicht gegen Dämmung argumentieren - die ist auch wichtig, aber nicht als erster notwendiger Schritt anzusehen.' Habe man auch die Hülle des Hauses energetisch saniert, dann 'kann man auch aus einem 25-Liter-Haus ein Drei-Liter-Haus machen.'

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