Niederdeutsches Theater Die Bratpfanne darf nicht fehlen

Ganderkesee. Beim Niederdeutschen Theater im Gymnasium Ganderkesee gab es am Freitagabend wieder viel zu lachen. Die Theatergruppe des Bürger- und Heimatvereins Dötlingen präsentierte die Komödie 'Peter kümmt inkognito' von Rinje Bernd Behrens - ein Stück, in dem viele Dinge anders erscheinen, als sie sind.
17.01.2010, 20:10
Lesedauer: 2 Min
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Von Antje Rickmeier

Ganderkesee. Bloß gut, dass es Frieda und ihre Bratpfanne gibt. Denn mit dem Küchenutensil sorgt die resolute Köchin dafür, dass im Gasthof 'Schnuckenheide' wieder Ruhe und Ordnung einkehren. Doch bis es so weit ist, müssen die Schauspieler auf der Bühne und das Publikum allerlei Turbulenzen durchleben.

Auslöser der Verwirrungen ist Peter Frese (Jörg Lucht), der Mann, dem Gasthof-Inhaberin Talke Eiken (Edith Bruns) einst ihr Ja-Wort gegeben hatte, bevor er nach Amerika ging. Nun ist Peter zurück, um seine Freundin zu überraschen. Allerdings kommt er als Einbrecher und heuert 'inkognito' als Kellner im Gasthaus an. 'Inkognito is schiet', findet die skeptische Frieda (Hildegard Hillen), und sie hat recht: Denn dass Talke nicht mehr so genau weiß, wie ihr Peter eigentlich inzwischen aussieht, das ruft den Gauner Lauer (Sascha Henning) auf den Plan.

Er gibt sich als der Freund aus Amerika aus und verbirgt seine wahren Absichten: Lauer und seine Partnerin Alwine (Imke Schulte-Brod), die als Frau von Schlangenberg-Freudenthal im Gasthof abgestiegen ist, haben es auf ein Bild abgesehen. Das Gemälde in der Gaststube wollen Studienrat Winzel (Helmut Petermann) und seine Frau (Erika Schulte) als ein Werk des Malers Otto Modersohn erkannt haben. Die beiden arbeiten nun ebenfalls daran, das Kunstwerk in ihren Besitz zu bringen.

Die 'Kööksche' Frieda, die in brenzlichen Lagen die Bratpfanne zückt und so Polizist Blöcker (Regina Vormbrock) beim Fangen des Gauner-Pärchens hilft, sorgte für viel Gelächter. Und auch die Studienrats-Gattin erheiterte die rund 140 Zuschauer mit ihren dominanten Auftritten. Denn auch wenn ihr Mann sie liebevoll 'Häschen' nennt, so hat Frau Winzel doch immer das Sagen. Sie entscheidet, ob er sich noch einen 'Schnuckenschluck' genehmigen darf. Und beim Frühsport macht sie die Turnübungen vor, überwacht die Anstrengungen ihres Mannes und schimpft 'Winzel, ich höre dich ja gar nicht stöhnen.'

Und so klagt der Ehemann dem echten Peter sein Leid: 'Ist das nicht eine Schande, wenn ein gestandenes Mannsbild Angst vor einer Frau haben muss?' Nicht nur Peter, sondern auch die Zuschauer stimmten mitleidig seufzend zu. Doch das Publikum klatschte ebenso begeistert Beifall, wenn seine Frau mit dem energischen Ruf 'Winzel, komm!' wieder einmal den Beweis dafür ablieferte, dass sie diejenige ist, die die Hosen anhat.

Die Schauspieler unter der Regie von Gunda Evers waren mit großer Professionalität und Spielfreude bei der Sache. 'Sie haben es wirklich gut gemacht', meinte auch Herwig Kunst. Der Laien-Darsteller von der Speelkoppel Hoyerswege kann es beurteilen, schließlich weiß er, was für einen gelungenen Theaterabend nötig ist. Am Freitagabend genoss es Kunst, selbst im Publikum zu sitzen: 'Ich bin froh, wenn ich nichts machen und nur zugucken muss.'

Gelegentlich schauen sich Kunst und seine Mitstreiter die Aufführungen von anderen Theatergruppen an. 'Um mal zu sehen, wie andere es machen', sagte er. Am schwierigsten ist es nach den Worten des Hobby-Schauspielers, immer wieder geeignete Stücke zu finden. Schließlich gebe es viele Speelkoppeln in der Region. 'Man muss aufpassen, dass da nichts doppelt läuft.' Die Theatertruppe aus Hoyerswege schaut sich deswegen gelegentlich auch Aufführungen außerhalb des Landkreises an, zum Beispiel in Daverden. Einmal sei ein Stück auch von dort übernommen worden, sagte Kunst. Im Internet gehen die Theaterfans ebenfalls auf die Suche nach Stücken in plattdeutscher Sprache.

Über den Schwank, den die 'Speelkoppel Hoyerswege' einstudiert hat, können die Zuschauer bereits am kommenden Freitag, 22. Januar, im Gymnasium lachen: Um 19.30 Uhr hebt sich dort der Vorhang für das Stück 'Twee Froonslüüd toveel', in dem es um allerlei Verwirrungen während eines Frauenkongresses geht.

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