Stern-Stunden: Wandern Sterne? Die Erde auf dem Karussell

Lilienthal. Einen Drehstuhl und ein Zimmer mit Wandlampe - mehr Zutaten braucht Horst Schröter nicht, wenn er erklären will, warum Sterne am Nachthimmel wandern. Wir glauben, die Sterne sind nachts am Himmel unterwegs, doch das ist eine optische Täuschung. Horst Schröter bringt bildlich den Drehstuhl ins Spiel. Wir nehmen an, das Möbelstück sei die Erde. Wer sich in der Mitte des Raumes auf diesen Stuhl setzt, seinen Blick auf die Wandlampe richtet und den Stuhl ins Drehen bringt, sieht die Lampe wandern.
15.08.2011, 05:00
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Von Ulrike Schumacher

Lilienthal. Einen Drehstuhl und ein Zimmer mit Wandlampe - mehr Zutaten braucht Horst Schröter nicht, wenn er erklären will, warum Sterne am Nachthimmel wandern. Wir glauben, die Sterne sind nachts am Himmel unterwegs, doch das ist eine optische Täuschung. Horst Schröter bringt bildlich den Drehstuhl ins Spiel. Wir nehmen an, das Möbelstück sei die Erde. Wer sich in der Mitte des Raumes auf diesen Stuhl setzt, seinen Blick auf die Wandlampe richtet und den Stuhl ins Drehen bringt, sieht die Lampe wandern.

Dass wir die kleinen Sonnen - nichts anderes sind Sterne - nachts über den Himmel ziehen sehen, liege daran, dass sich die Erde um die eigene Achse dreht, erklärt der Bremer Hobby-Astronom. Hinzu kommt eine weitere Bewegung der Erde: die übers Jahr rund um die Sonne. "Wir müssen uns vorstellen, dass der Drehstuhl auf einem Karussell steht", sagt Horst Schröter. Der Drehstuhl ist nun die Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne, die hier in der Karussellmitte ihren Platz hat. Schwindlig würde einem in diesem Fahrgeschäft allerdings nicht zumute sein. Etwa ein Jahr müsste vergehen, bis der Drehstuhl eine Runde geschafft hat.

So lange braucht die Erde um die Sonne. Durch diesen Jahreslauf rückt der Himmelsausschnitt, den wir sehen, Nacht für Nacht ein Stück weiter. "Die Folge ist, dass wir zu jeder Jahreszeit andere Sterne sehen", erklärt Horst Schröter. "Nur die Fixsterne wie die kleine und große Bärin bleiben scheinbar konstant, weil sie sich so langsam zueinander bewegen, dass wir es nur mit sehr genauer Messung sehen können."

Horst Schröter ist Mitglied der Astronomischen Vereinigung Lilienthal (AVL). Der Elektro-Ingenieur interessiert sich seit dem neunten Lebensjahr für Astronomie und engagiert sich auch in der Bremer Olbers-Gesellschaft.

Nähere Informationen über die AVL unter www.avl-lilienthal.de

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