23 Langwedeler wollen bei der Restaurierung des Häuslingshauses mit anpacken Die ersten Freiwilligen sind da

Langwedel. Zum Schluss wedelte Jürgen Luttmann mit 23 Blättern, auf jedem eine Unterschrift: So viele Langwedeler sind bereit, bei der Restaurierung des Häuslingshauses mit Hand anzulegen. Dazu ermuntert wurden sie bei der Informationsveranstaltung am Dienstagabend im Gasthaus Klenke insbesondere von Heinz Riepshoff. Der Mann von der Interessengemeinschaft Bauernhaus (IGB) ist selbst Beispiel dafür, was Menschen reißen können, wenn sie nur genug Leidenschaft für eine Sache mitbringen.
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Die ersten Freiwilligen sind da
Von Anke Landwehr

Langwedel. Zum Schluss wedelte Jürgen Luttmann mit 23 Blättern, auf jedem eine Unterschrift: So viele Langwedeler sind bereit, bei der Restaurierung des Häuslingshauses mit Hand anzulegen. Dazu ermuntert wurden sie bei der Informationsveranstaltung am Dienstagabend im Gasthaus Klenke insbesondere von Heinz Riepshoff. Der Mann von der Interessengemeinschaft Bauernhaus (IGB) ist selbst Beispiel dafür, was Menschen reißen können, wenn sie nur genug Leidenschaft für eine Sache mitbringen.

Jürgen Luttmann wird die Arbeitseinsätze koordinieren, die unter der Überschrift "Eigenleistungen" einen wesentlichen Posten im Finanzierungsplan für das Projekt des Langwedeler Kulturvereins ausmachen. Sie sind dort mit 79500 Euro veranschlagt. Ebenso viel erhofft man sich aus EU-Fördermitteln. Zusammen mit den 60000 Euro, die von der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden, eigenem Geld (10000 Euro) sowie zugesagten und erwarteten Geldern von verschiedenen Stiftungen hätte der Verein die erforderlichen 291000 Euro zusammen - fast. Denn noch klafft eine Lücke von 9850 Euro. "Bevor wir die fehlenden Beträge nicht sicher haben, fangen wir nicht an", so Wolfgang Ernst, der das Finanzierungskonzept und die bisherigen Überlegungen zur Nutzung des Häuslingshauses als Kultur- und Begegnungsstätte vorstellte.

Würde der Verein auf blauen Dunst mit der Restaurierung des aus dem Jahr 1768 stammenden Hauses beginnen, könnte er in Teufels Küche kommen. Die Geldgeber, insbesondere die Stiftungen, fordern eine Bauzeit von höchstens zwei Jahren. Wenn das Projekt, wie geplant, im kommenden Frühjahr starten würde, müsste es spätestens im Herbst 2012 beendet sein, so Ernst.

Die jetzt zweite Informationsveranstaltung diente dazu, genügend freiwillige Arbeitskräfte zu rekrutieren. Vereinsvorsitzender Rolf Göbbert begrüßte eine übersichtliche Zuhörerschaft: Einschließlich der eigenen Mitglieder, dem nahezu vollzählig erschienenen Ortsrat und einigen weiteren Kommunalpolitikern hatten sich in Klenkes Saal knapp 50 Zuhörer versammelt, darunter Bürgermeister Andreas Brandt.

Am Ende zeigte sich, dass immerhin die Hälfte der Erschienenen bereit ist, sich mit eigener Hände Arbeit in den Dienst der Sache zu stellen. IGB-Mann Heinz Riepshoff: "Sie werden sehen, wenn Sie erst einmal in Gang gekommen sind, dann wollen Sie gar nicht wieder aufhören." Er wisse aus anderen Projekten, wie schnell ein gemeinsames Ziel zu einem Wir-Gefühl führe.

Als Beispiel nannte er Dörverden, wo eine alte Hofanlage (Ehmken Hoff) aufgebaut wird. Obwohl Geld dort wegen eines großzügigen Finanziers überhaupt keine Rolle spiele, habe der Betreiberverein inzwischen um die 350 Mitglieder und viele freiwillige Helfer. Selbst an den vorausgegangenen archäologischen Grabungen hätten sich über Wochen hinweg zahlreiche Einwohner beteiligt.

"Was in Dörverden funktioniert, müsste doch auch in Langwedel möglich sein", meinte Jürgen Luttmann. Zuvor hatte Hans-Hermann Prüser, der an der Oldenburger Jade-Hochschule Bauwesen und Geoinformation lehrt, in einer 3-D-Computersimulation die einzelnen Bauschritte dargestellt. Es gäbe viele Arbeiten, die selbst Ungeübte ausführen oder erledigen könnten. Dazu zähle auch das Beschaffen und Abholen alter Dachziegel und anderen Materials. Laut Riepshoff ist es auch kein Problem, die Gefache zwischen dem Fachwerk auszumauern. "Das kann ich jedem in einer Stunde beibringen." Luttmann: "Je mehr mitmachen, umso besser - ob Frau oder Mann, jung oder alt."

Da hatte Riepshoff sein Publikum schon mit seiner "Yes, we can"-Begeisterung für alte Bauwerke angesteckt. Warum das Häuslingshaus erhaltenswert ist, hatte er bereits bei der ersten Info-Veranstaltung erzählt. Diesmal ging er mehr auf die Geschichte der Häuslinge ein, die unter ärmlichsten Bedingungen lebten.

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