Stammtisch in Stuhr

Die Heilkraft der Hanfpflanze

Die Stuhrer Marc Huntemann und Silke Wismann verkaufen Produkte, die aus der Hanfpflanze gewonnen werden. Sie sollen eine heilende Wirkung haben und weisen nicht die psychoaktive Substanz THC auf.
04.10.2018, 17:11
Lesedauer: 2 Min
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Von Alexandra Penth
Die Heilkraft der Hanfpflanze

Bieten einen Hanf-Stammtisch zu legalen Produkten aus der Pflanze an: Marc Huntemann und Silke Wismann.

Viola Heinzen

Stuhr/Weyhe. Manchmal kaufen Kunden die Produkte von Marc Huntemann und Silke Wismann heimlich. Füllen das Öl sogar um in andere Fläschchen, damit zum Beispiel die Ehefrau nicht mitbekommt, was sie da eigentlich verwendet. Das, weil viele die Hanfprodukte wie Speiseöl und Salben mit Drogenkonsum in Verbindung bringen. Huntemann reagiert darauf mit Humor. „Ich sage immer, ich bin Dealer für legales Cannabis.“ Der Stuhrer vertreibt Produkte auf Cannabis-Basis für die Firma Kannaway, eine Tochtergesellschaft von der Medical Marijuana Inc. Er betont: Seine Produkte enthalten kein THC (Tetrahydrocannabinol), die psychoaktive Substanz der Pflanze. In ihnen kommt stattdessen das sogenannte CBD (Cannabidiol) vor, das aus der weiblichen Hanfpflanze gewonnen wird. Es enthält kein oder kaum THC, deshalb sind die daraus hergestellten Produkte auch legal.

Huntemann und Wisman sind von der heilenden Wirkung von CBD überzeugt. 82 Anwendungsmöglichkeiten gibt es nach ihrer Kenntnis. Nervöse Unruhe, Multiple Sklerose, Epilepsie, Parkinson und Hautausschlag seien einige davon. Bei Epilepsie würde Huntemann den Applikator, das stärkste Produkt, empfehlen. Dabei handelt es sich um eine Paste, die im Mund einmassiert wird. Das Produkt sei in Deutschland als Lebensmittel zugelassen. „Es ist genauso gefährlich, als wenn man eine Gurke isst“, sagt Huntemann.

Ein Heilversprechen geben Huntemann und Wismann nicht. „Wir sind keine Ärzte, und wir wollen auch keine sein.“ Um über die Wirkung zu informieren, leiten die Stuhrer, die im Juli mit dem Vertrieb begonnen haben, einen Hanf-Stammtisch. Die Termine geben sie ihrem Kunden-Netzwerk vorher bekannt. 20 bis 30 Interessierte kommen pro Treffen, ihr Alter liegt zwischen 19 und 80 Jahren. „Vom Arzt bis zum Hartz-4-Empfänger“, gibt Huntemann eine Vorstellung von der Klientel. Über Dosierungen, die verschiedenen Produkte und Erfahrungen wird bei den Treffen gesprochen.

Ganz vorurteilsfrei waren die Geschäftspartner gegenüber ihrem Produkt zunächst nicht. „Hätte man mir vor einem Jahr gesagt, dass ich das machen würde, hätte ich es wohl nicht geglaubt“, berichtet Wismann, die hauptberuflich Ingenieurin beim Flugzeugbauer Airbus ist, von ihrer anfänglichen Skepsis. Beide wollten etwas im Netzwerk-Marketing machen. Im Januar ging es zu einer Veranstaltung von Marijuana Inc. nach Regensburg. Dort sei die Erkenntnis gekommen: „Es ist eine riesen Möglichkeit, Menschen zu helfen.“ Mittlerweile schwören beide auf die Produkte. Wismann hatte kürzlich eine Operation am Arm und benutzt die Salbe zur Schmerzlinderung. Marc Huntemann behandelt mit dem Produkt die Rückenschmerzen, die er oft als Fliesenleger hat.

Europaweit vertreiben rund 700 Geschäftspartner die in Portugal hergestellten Produkte von Kannaway. Huntemann und Wismann wollen nicht nur in Stuhr und Weyhe auf diese aufmerksam machen, in letzterer Gemeinde im August im Restaurant Alexis Zorbas. Ihre Stammtische veranstalten sie in ganz Norddeutschland. Wichtig ist beiden eine Botschaft: „dass Cannabis nicht gleich illegal ist.“


Der nächste Stammtisch findet am Donnerstag, 18. Oktober, ab 19 Uhr im Restaurant Poseidon, Bahnhofstraße 22 in Stuhr, statt. Infos erteilen Marc Huntemann unter 01 70 / 91 52 81 und Silke Wismann 01 73 / 6 60 20 88.

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