Reden ist für die Bürgermeisterkandidatin Cathleen Schorling das A und O

Die Kommunikatorin

Sie ist CDU-Fraktionsvorsitzende, Bassums Ortsvorsteherin und stellvertretende Bürgermeisterin. Jetzt wagt Cathleen Schorling den ganz großen Schritt: Sie will hauptamtliche Bürgermeisterin ihrer Heimatstadt werden.
15.04.2014, 00:00
Lesedauer: 4 Min
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Die Kommunikatorin
Von Christoph Starke

Sie ist CDU-Fraktionsvorsitzende, Bassums Ortsvorsteherin und stellvertretende Bürgermeisterin. Jetzt wagt Cathleen Schorling den ganz großen Schritt: Sie will hauptamtliche Bürgermeisterin ihrer Heimatstadt werden.

Mitten in der Nacht auf dem Amazonas. Auf einem kleinen Bötchen. Ruhe. „Das große Schiff sieht man nicht mehr. Man sieht nur noch den Sternenhimmel. Das ist schon beeindruckend. Man merkt, wie unwichtig man doch ist“, schwärmt Cathleen Schorling von ihrem Urlaub 2013 in Brasilien. Momente dieser Ruhe, dieser Einkehr sind im Moment rar gesät im Leben der Bassumerin. Denn die 47-Jährige steckt mitten im Bürgermeisterwahlkampf.

Am Ostersonntag, 20. April, sucht sie mit Kindern und deren Eltern Ostereier an der Freudenburg, am 6. Mai begleitet sie den christdemokratischen EU-Parlamentarier Burkhard Balz, zwei Tage später steht die Podiumsdiskussion bei Post-Meyer in Neubruchhausen an. Hinzu kommt der Tür-zu-Tür-Wahlkampf – und das läuft alles quasi nebenbei, denn Cathleen Schorling ist schließlich berufstätig: die selbstständige Direktvermarkterin ist nicht nur auf dem Familienbauernhof in Wichenhausen aktiv, sondern versorgt Hungrige auch mit heißer Kost aus ihrem Suppenmobil – zum Beispiel jeden Freitag auf dem Wochenmarkt in Bassum. Mit der rollenden Küche arbeitet sie auch im Partyservice-Geschäft.

Und dann sind da noch ihre anderen Ehrenämter: CDU-Fraktionsvorsitzende, stellvertretende Bürgermeisterin und Ortsvorsteherin in Bassum. Kurzum: Der Terminkalender der 47-Jährigen dürfte bis zum Urnengang am 25. Mai nicht der übersichtlichste sein.

Doch sie hat Lust drauf, wäre doch die Wahl zur Bürgermeisterin die Krönung ihrer kommunalpolitischen Karriere. Und die fing Anfang der 1990er-Jahre an, als sie in die CDU eintrat. Damit folgte sie der Familientradition. Schließlich ist Vater Hermann ein Urgestein der Bassumer CDU. Schnell stieg sie auf im Stadtverband, war bis 2013 mehrere Jahre seine Vorsitzende – bevor Volker Meyer das Amt übernahm und sich Cathleen Schorling auf ihre anderen Aufgaben, Ortsvorsteherin und stellvertretende Bürgermeisterin, konzentrieren konnte – nicht zu vergessen die Arbeit im Bassumer Stadtrat als CDU-Fraktionsvorsitzende. Dem Rat der Stadt gehört sie seit 2001 an. Nach der Kommunalwahl 2006 übernahm den Fraktionsvorsitz.

Geboren und aufgewachsen ist Cathleen Schorling in der Lindenstadt, besuchte Grundschule, Orientierungsstufe und Realschule und ließ sich an den Berufsbildenden Schulen Syke und auf Lehrbetrieben in der Lüneburger Heide zur Hauswirtschafterin ausbilden. Danach ging es nach Hildesheim, wo sie sich den Titel staatlich-geprüfte Hauswirtschaftsleiterin mit Ausbildereignung sicherte. „Dann habe ich in Nienhagen bei Celle bei einem Witwer mit drei Kindern gearbeitet. Zweieinhalb Jahre war ich da“, erzählt sie.

Doch nachdem ihr Bruder tödlich verunglückte, kehrte sie 1991 nach Bassum zurück, um auf den heimischen Hof zu arbeiten. Am 1. Juli 1993 pachtete sie mit ihrem damaligen Mann den Betrieb – nicht nur aus diesem Grund ein ganz besonderes Datum. Denn ihre Tochter Carina wurde am selben Tag geboren.

Und mit der unternimmt sie heutzutage richtig viel, wenn die Studentin aus Hannover denn Zeit für ihre Mama hat. Zusammen verreisen sie gerne, Cathleen Schorlings großes Hobby. „Ich lerne gerne viele neue Länder kennen“, erzählt sie. Zuletzt war sie in Dubai, Australien steht noch auf der Erledigen-Liste. Doch es muss nicht immer die Ferne sein. Sie geht gerne mit Hund Rocky, einem Bernersennen-Bordercollie-Mischling, walken. Sie kocht gerne – am liebsten Spargel –, schießt bei der Sportgilde 98 oder liest ein interessantes Buch, gerne auch Motivationslektüre. „Spitze sein, wenn’s drauf ankommt“ von Matthias Herzog etwa hat sie in letzter Zeit häufig in die Hand genommen – ein Geschenk ihrer Tochter Carina.

Mit ihr tauscht sich Cathleen Schorling regelmäßig über neue Musik aus. „Zurzeit höre ich liebend gerne Ed Sheeran“, erzählt die gebürtige Bassumerin. Doch die Christdemokratin hat nicht nur ein offenes Ohr für die Jugend, sondern auch für die Senioren. Gerne würde sie ihr Steckenpferd in der Lindenstadt verwirklicht sehen: neue Wohnformen. Senioren-WG, generationenübergreifendes Wohnen, nennt sie zwei Beispiele „Es gibt da mehrere Möglichkeiten. Man muss das nicht neu erfinden“, blickt sie zum Beispiel nach Twistringen auf das dortige Projekt Hof Zwölf Eichen. Im Alter würden schließlich viele Herausforderungen warten, häufig seien Menschen mit hohen Mieten und einer niedrigen Rente konfrontiert. „Will man alleine im alten großen Haus wohnen?“, sei eine Frage, die auch sie sich stellt. „Das ist nicht mein Ziel, mein Ziel ist Zusammenwohnen. Es ist schöner und hält jung.“

Doch die Christdemokratin hat auch die Wirtschaft im Blick. „Weitere Gewerbeflächen zu finden, hat oberste Priorität. Das schafft wieder Arbeitsplätze und das hilft uns, unsere freiwilligen Leistungen zu finanzieren.“ Weiter liegen Cathleen Schorling die Entwicklung der Ortschaften und die Dorfschulen am Herzen sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Generell sagt sie: „Bassum hat ganz viel Potenzial, und das möchte ich nutzen.“

Und dafür will sie den Bürger anhören. Miteinander reden sei das A und O einer Bürgermeisterin Schorling. „Kommunikation baut Missverständnisse ab“, findet sie. „Es gibt so viele gute Ideen. Man kann nicht alles erfüllen. Aber das Wichtigste ist, darüber zu sprechen und die Möglichkeiten abzuklopfen.“ So sieht sie es auch bei einem möglichen Rathausneubau, der gerade im Gespräch ist. „Es ist ein Abwägungsprozess“, sagt sie. „Aber die Räumlichkeiten spielen für mich keine Rolle. Ich möchte für die Bürger erreichbar sein. Das ist für mich entscheidend.“

Direkte Vorbilder hat Cathleen Schorling keine. Sie bewundere „jeden Menschen, der sein Leben mit allen Schicksalsschlägen meistert“.

Weitere Informationen über Cathleen Schorling erhalten Sie auf www.cathleen-schorling.de.

Verreist gerne, kommt aber genauso gerne nach Bassum zurück: Cathleen Schorling.

FOTO: UDO MEISSNER

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