Kleine Umfrage unter den Beschickern des Verdenener Weihnachtsmarkts / Wetter war schon mal schlechter Die meisten wollen wiederkommen

Die einen sind sehr zufrieden, andere eher enttäuscht: Zur Halbzeit des Verdener Weihnachtsmarkts fällt die Bilanz der Schausteller und Budenbetreiber recht unterschiedlich aus. Doch wie eine stichprobenartige Umfrage unserer Zeitung ergab, wollen die meisten im kommenden Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein.
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Von Julia Vogel

Die einen sind sehr zufrieden, andere eher enttäuscht: Zur Halbzeit des Verdener Weihnachtsmarkts fällt die Bilanz der Schausteller und Budenbetreiber recht unterschiedlich aus. Doch wie eine stichprobenartige Umfrage unserer Zeitung ergab, wollen die meisten im kommenden Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein.

Verden. Eine von ihnen ist Nicole Koenig, die zum sechsten Mal mit ihrem Schmalzkuchenstand auf dem Verdener Weihnachtsmarkt vertreten ist. Natürlich verkaufe sie hier weniger als beispielsweise auf dem Bremer Freimarkt, trotzdem komme sie immer wieder gerne nach Verden. "Die Stadt ist so schön weihnachtlich geschmückt und die Leute sind freundlich", schwärmt sie.

Die Nienburgerin wurde in eine Schaustellerfamilie hineingeboren, machte später ihren eigenen Stand auf und zieht nun damit die ganze Saison über von Stadt zu Stadt. Am Wochenende hilft ihr Bruder Robert Koenig bei der Herstellung des Gebäcks. "Den Sommer über arbeite ich als Clown in einem Zirkus, aber im Winter verkaufe ich gerne mit auf dem Weihnachtsmarkt", sagt er. Trotz des wechselhaften Wetters zeigen sich die beiden zufrieden: "Es ist zwar nicht optimal, aber besser, als wenn Schnee liegen würde."

Schon sehr viel länger als der Stand von Nicole Koenig ist die Süßwarenbude der Familie Landsmann aus Bremen zur Weihnachtszeit in der Allerstadt vertreten. "Wir kommen seit mehr als 50 Jahren hierher", sagt Mario Uhse-Landsmann, der den Stand einst von seiner Tante übernommen hat. Der Onkel seines Vaters habe den Verdener Weihnachtsmarkt sogar mitgegründet, erzählt er.

Doch Uhse-Landsmann hat nicht nur Lebkuchenherzen und gebrannte Mandeln in seinem Repertoire: In der kleinen Holzhütte neben seinem Stand bietet er auch Dufthölzer zum Verkauf an. Seit fünf Jahren arbeitet dort eine Verdener Rentnerin, die namentlich nicht genannt werden möchte. "Vor allem die Kommunikation mit den Kunden macht mir Spaß", erklärt sie. Das Geschäft laufe ihrer Meinung nach aber eher schleppend. "Das Geld wird knapp bei den Leuten, deswegen kaufen sie lieber Wichtigeres", vermutet die Verdenerin.

Zum ersten Mal hat sich in diesem Jahr Heike Schmidt mit ihrem Kinderspielzeugstand auf den Weihnachtsmarkt getraut. "Bisher war ich immer nur auf Märkten, die drinnen stattfinden", erzählt sie. Doch der Weg auf die Große Straße habe sich schon jetzt auf jeden Fall für sie gelohnt. Auch am späten Freitagabend, als die Buden bis 22 Uhr geöffnet hatten, sei das Interesse an ihrem Angebot groß gewesen. "Um die Zeit kommen die Leute meistens nur noch zum Glühweintrinken hierher", sagt sie. "Aber sogar Leute ohne Kinder sehen sich mein Spielzeug an und fühlen sich in ihre eigene Kindheit versetzt."

Auch der Thüringer Christbaumschmuck und die Erzgebirgsholzwaren von Gerhard Paepke fanden bisher großen Anklang bei den Weihnachtsmarktgängern. Es gebe zwar auch Zeiten, in denen mal nicht so viel los sei, aber im Großen und Ganzen sei sein Stand gut besucht, freut sich der Verdener. Seit 15 Jahren verkauft er hier seine winterlichen Dekorationen.

"Ich war zur Weihnachtszeit auch schon auf Märkten in Hoya und Zeven, aber in Verden hat es mir einfach am besten gefallen", erklärt Paepke. "Außerdem kennen die Leute mich hier." Für den Weihnachtsmarkt schließt er sogar sein Geschäft, das er die restliche Zeit des Jahres betreibt.

Eine besondere Attraktion hatte der Weihnachtsmarkt am dritten Adventwochenende zu bieten: die Heidschnucken von Jörk Hehmsoth. Zusammen mit seinem "Mitarbeiter", dem Hund Willi, präsentierte der Nindorfer drei Tiere aus seiner Herde und verkaufte nebenbei Felle und Fleischwaren.

Vor allem die kleinen Besucher konnte er damit begeistern. "Es stehen fast immer Kinder am Gatter, bestaunen die Heidschnucken und fragen mich über sie aus", so Hehmsoth. Viele wüssten gar nicht, um welche Rasse es sich bei seinen drei Schützlingen überhaupt handele. Ob er im nächsten Jahr wieder auf den Weihnachtsmarkt komme, könne er noch nicht sagen. "Ich habe nicht viel verkauft, außerdem ist es sehr zeitintensiv", sagt Hehmsoth. Schließlich müsse er sich noch um seine rund 800 anderen Heidschnucken kümmern.

Jörk Hehmsoths Heidschnucken waren nicht das Einzige, was die Jüngeren an diesem Wochenende begeisterte. Beim Dosenwerfen bei Ben Jayman konnten die Kinder am Sonnabend und Sonntag Süßigkeiten und kleine Spielzeuge gewinnen. "Unsere Erlöse werden an den Deutschen Kinderschutzbund gespendet", erklärt Jayman, der den Sommer über als Zauberkünstler im Magic Park Verden arbeitet. "Ich hätte nicht gedacht, dass das Aufheben der Dosen so anstrengend sein würde", lacht er.

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