Tennisclub Lilienthal Die Mitgliederliste wird immer länger

Lilienthal. Der Tennisclub Lilienthal (TCL), dem noch vor einigen Jahren von diversen Lilienthalern der finanzielle Niedergang prophezeit wurde, hat seine finanziellen Problem gelöst. Der Club gehört zu den wenigen Tennisvereinen, die bei den Mitgliederzahlen noch immer eine steigende Tendenz aufweisen.
04.01.2010, 17:25
Lesedauer: 3 Min
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Von Klaus-Dieter Pfaff

Lilienthal. Totgeglaubte leben länger. Und nicht nur das - es geht ihnen so richtig gut. Das trifft ganz offensichtlich auch auf den Tennisclub Lilienthal (TCL) zu, dem noch vor einigen Jahren von diversen Lilienthalern der finanzielle Niedergang prophezeit wurde. Doch davon redet nun niemand mehr. Die finanziellen Problem sind gelöst, und der Club gehört zu den wenigen Tennisvereinen, die bei den Mitgliederzahlen noch immer eine steigende Tendenz aufweisen. 'Wir sind auf dem richtigen Weg - sowohl wirtschaftlich als auch sportlich', sagt TCL-Chef Wolfgang Wenzel, der allerdings auch bestätigt: 'Es hat stürmische Zeiten gegeben.'

Es war das Jahr 2000, als im Vorstand des Tennisclubs erstmals konkret über eine neue Anlage nachgedacht wurde. Ein Vorschlag, der dann zwei Jahre später durch die Mitgliederversammlung abgesegnet wurde. 'Da gab es nicht nur Zustimmung', erinnert sich Wenzel in einem Redaktionsgespräch. Kommentare wie: 'Die spinnen doch, die sind größenwahnsinnig' habe er noch gut im Ohr. Doch der Auftrag der Mitglieder war klar und unmissverständlich, so dass die konkrete Planung eines modernen Tenniscenters umgesetzt wurde. Im September 2003 wurde die Anlage schließlich eröffnet.

Doch die Freude im TCL über die 2,5 Millionen Euro teure Anlage sollte schon bald einen Dämpfer bekommen, und zwar 2004: 'Die ausgesprochen knappe Finanzierung erwies sich als problematisch, denn nicht alle eingeplanten und zugesagten Zuschüsse trafen ein. Außerdem hatte der Generalunternehmer Pleite gemacht, so dass die Gewährleistungsarbeiten nicht ausgeführt wurden', skizziert Wenzel rückblickend die damaligen Probleme. 'Ein dickes Lob gebührt der Volksbank, die diese schwierige Phase mit uns durchgestanden hat und ohne deren Unterstützung wir es nicht geschafft hätten.' In Öffentlichkeit sorgten die Probleme schließlich dafür, dass man dem TCL eine Pleite prophezeite.

Die aber blieb aus. 'Wir haben damals entsprechend reagiert, ein straffes Management wie in einem mittelständischen Unternehmen eingeführt und wir haben, wo immer möglich, Kosten eingespart. Beispielsweise haben wir zwei Beschäftigungsverträge aufgekündigt - gegen den erklärten Widerstand von Mitgliedern', erinnert sich der langjährige Vorsitzende. Doch dann kam urplötzlich 2006 ein Rückschlag: Die Gemeinde Lilienthal wollte 380000 Euro Erschließungskosten vom Verein. Diese Forderung basierte laut Wenzel auf einem Fehler im damals abgeschlossenen Notarvertrag. Einige Politiker wollten das Geld um jeden Preis und konnten sich einfach nicht mehr an die Abmachung erinnern. Nach einer langen kontroversen Diskussion und einem vom Bürgermeister in Auftrag gegebenen Gutachten wurde diese Forderung schließlich niedergeschlagen: 'Wenn der Verwaltungsausschuss seinerzeit anders entschieden hätte, dann hätten wir den Klageweg beschreiten müssen.' Wenzel lobt rückblickend Bürgermeister

Hollatz und den damaligen Kämmerer Werner Schacht, die dafür gesorgt haben, dass die Existenz des Clubs langfristig als gesichert galt. Mit der Problemlösung habe sich dann der Sturm endlich gelegt, 'und wir konnten uns mit voller Kraft der Vereinsentwicklung widmen', freut sich Wolfgang Wenzel, der den Verein 1996 mit 298 Mitglieder übernommen hatte, und zieht sichtlich zufrieden Bilanz. 'Wir haben inzwischen 524 Mitglieder und davon sind über 220 Jugendliche. Im Übrigen geht bei uns die Tendenz weiter nach oben: Der TCL ist ein sich positiv entwickelnder Verein', bringt der Tennisvorsitzende seine Ansicht über den eigenen Club auf den Punkt.

Für Wolfgang Wenzel gibt es Ziele, die er gemeinsam mit seinem Vorstand bis zum Jahre 2013 erreichen möchte, denn dann wird der Tennisclub Lilienthal 50 Jahre alt. Die Mitgliederzahl sollte sich bis dahin um zehn Prozent erhöhen, die von den Mitgliedern verbürgten Darlehn sollen bis dahin zurück gezahlt sein. Natürlich möchte man auch weiter sportliche Erfolge verbuchen. 'Das können wir, denn mit unserem neuen Spitzentrainer Dimitri Kostin haben wir einen Glücksgriff getan', gibt sich der Vereinspräsident optimistisch. Und auch bei der Frage, ob er das Wagnis Sportpark noch einmal eingehen würde, muss er nicht lange überlegen: 'Aber klar. Vielleicht würde ich das eine oder andere etwas ändern. Ich halte den damaligen Beschluss aber noch heute für gut!'

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