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Holzkirche in Schönebeck
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Eine Notlösung wird 50

Ulf Buschmann 13.12.2014 0 Kommentare

Holzkirche in Schönebeck
Der ehemalige Gemeindevorsteher von St. Magni, Wilfried Willker, und Pastorin Christiane Hoffmann loben die besondere Atmosphäre der Holzkirche. (Christian Kosak)

Am 3. Advent feiern die Mitglieder der Gemeinde St. Magni den 50. Geburtstag der Holzkirche Schönebeck. Der Geburtstag ist nicht selbstverständlich, denn die Kirche war zunächst als Provisorium geplant.

Eine Nur-Dach-Konstruktion, davor ein hölzerner Glockenturm. Das Ensemble wirkt für Ortsfremde etwas unscheinbar. Und doch ist es von großer Bedeutung für den Ortsteil Schönebeck. Und nicht nur für ihn, sondern für die gesamte Kirchengemeinde St. Magni.

Holzkirche,
Die Holzkirche – für Ortsfremde ein unscheinbarer Bau. (Marina Köglin)

Dort, am Feldberg, gleich am Eingang des ehemaligen „Haus Hügel“, das seit vergangenem Jahr ein Hospiz ist, steht die Schönebecker Holzkirche. Am 3. Advent jährt sich der Tag ihrer offiziellen Einweihung zum 50. Mal. Hierzu gibt es um 11.15 Uhr einen Gottesdienst mit anschließendem Empfang sowie ab 17 Uhr ein Konzert mit der Jungen Kantorei Bremen unter der Leitung von Jürgen Blendermann.

Zum Empfang gehört auch eine kleine Ausstellung mit alten Dokumenten. Sie zeigen die wechselvolle Geschichte der Schönebecker Holzkirche.

Ursprünglich ein Provisorium

Dass das Gotteshaus, das im Volksmund aufgrund seines Aussehens früher scherzhaft „Karl-May-Gedächniskirche“ genannt wurde, jemals ein halbes Jahrhundert alt werden würde, hat beim Aufbau im Jahr 1964 niemand geahnt. Ursprünglich nämlich war das Gebäude als Notkirche geplant.

Hintergrund: In den 1960er Jahren war St. Magni als eigenständig von St. Martini in Lesum gelöst worden. Die Planungen für eine neue Kirche Unter den Linden waren im Prinzip in trockenen Tüchern, doch bis zu ihrer Einweihung im Jahr 1968 sollte es noch dauern.

Also entschloss sich die Gemeinde zum Bau einer Notkirche – auch deshalb, weil insbesondere dieser Ortsteil nach dem Bau der „Gartenstadt Schönebeck“ enorm wuchs und die Menschen eine kirchliche Anlaufstelle benötigten.

Montagekirche

Die Verantwortlichen konnten bei diesen Plänen auf Entwürfe anderer Landeskirchen zurückgreifen. Den Typ einer schnell auf- und abzubauenden sogenannten Montagekirche wie in Schönebeck hatte der Architekt Helmut Duncker im Auftrag der Rheinischen Landeskirche entworfen.

Nach nur wenigen Wochen Bauzeit stand das Bauwerk als Nur-Dach-Konstruktion mit Altar und 150 Plätzen. Hierzu hatte die Gemeinde den berühmten Klappstuhl „SE18“ angeschafft. Im Jahr 1965 wurde der hölzerne Glockenturm zur Kirche hinzugefügt.

Das Ensemble sollte mit der Einweihung der neuen Kirche unter den Linden – im Volksmund „Gebets-Abschuss-Rampe“ genannt – wieder abgebaut werden. Allerdings hatte der Gemeindevorstand die Rechnung dabei ohne die Schönebecker gemacht.

Sie gingen für den Erhalt ihrer Kirche auf die Barrikaden. Also blieb sie als zweiter Treffpunkt der Gemeinde stehen. Und das Ensemble entwickelte sich weiter: Am 8. Juni 1975 weihte St. Magni gegenüber der Holzkirche am Feldberg ein Gemeindezentrum ein, das allerdings inzwischen wieder verkauft ist.

Zum Treffpunkt geworden

Dafür ist die Holzkirche – wie zu Beginn – der Treffpunkt der Menschen. „Wir sind zu den Ursprüngen zurückgegangen“, sagt der ehemalige Gemeindevorsteher von St. Magni, Wilfried Willker. Hierzu waren Umbauten notwendig: So ist bereits vor einigen Jahren das aus Asbestplatten bestehende Dach erneuert worden. Inzwischen gibt es zudem eine kleine Getränkeküche und eine barrierefreie Toilette. Auch die Heizung ist von Strom auf Gas umgestellt worden.

Ins Auge fällt der Altar, der vor einigen Jahren ebenfalls umgestaltet wurde. Anlass dazu war ein Geschenk. Die Gemeinde bekam ein Terrakotta-Passionskreuz, das die Künstlerin Susanne Berber-Credner 1980 gestaltet hatte und das den Leidensweg Christi zeigt.

Es sorgt mit dafür, dass die Schönebecker Kirche das ausstrahlt, was Pastorin Christiane Hoffmann als „besondere Atmosphäre“ bezeichnet. Vor diesem Hintergrund fänden am Feldberg Meditationen und Passionsandachten sowie Taizé-Gebete statt.

Gut genutzt

Hoffmann freut sich: „Die Kirche wird gut genutzt.“ Unter anderem treffen sich dort jeden Dienstag um 20 Uhr Menschen zu einem Gesprächskreis, um über Kirchen- und Glaubensthemen zu diskutieren.

Eine Anekdote am Rande: Die Schönebecker Holzkirche gehörte forma nie zu Gemeinde St. Magni, denn sie steht auf dem Areal des ehemaligen Haus Hügel, das die Bremische Evangelische Kirche 1961 erworben hatte. Sie verkaufte es samt Kirche weiter an die Johanniter, mit denen die Gemeinde laut Willker aber eine „freundschaftliche Nachbarschaft“ pflegt. Nutzungsrecht inklusive.

Gottesdienst und Empfang in Schönebeck beginnen um 11.15 Uhr. An der Orgel sitzt Wilfried Knübel. Er wird vom Brundorfer Posaunenchor unter der Leitung von Axel und Julian Gevers unterstützt. Um 17 Uhr beginnt das Konzert der Jungen Kantorei Bremen. Der Eintritt beträgt 7,50 Euro, ermäßigt fünf Euro.


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Leserkommentare
rmonsees am 22.10.2019 08:33
In Luxemburg beispielsweise, während des dortigen Volksfestes -der "Schueberfouer"- kann der ÖPNV ab 19 Uhr zum und vom Festplatz kostenfrei genutzt ...
axp am 22.10.2019 08:29
na ja, ich denke nicht, das die Bevölkerung hier aufgehetzt wird. Es ist eher so, dass langsam aber sicher immer mehr Menschen mitbekommen, das die ...