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Graffitikunst im Rathaus: Siko Ortner porträtiert Objekte

Christian Pfeiff 01.12.2011 0 Kommentare

Bereits seit fünfzehn Jahren zählt Siko Ortner zu den anerkannten Künstlern der norddeutschen Graffiti-Landschaft. "Bei mir kam allerdings zuerst die Kunst, dann die Sprühdose", sagt Ortner, der seine ersten künstlerischen Schritte in den Siebzigerjahren mit Aquarellfarben tätigte.

Auf der Grundlage zahlreicher künstlerischer Aus- und Fortbildung versuchte Ortner, der in den frühen Achtzigerjahren die frisch aufkeimende HipHop-Kultur für sich entdeckte, in seinem Schaffen eine Symbiose des klassischen Kunstbetriebs und der Energie und den Ausdrucksformen der Street-Art zu kreieren und mit verschiedenen Techniken zu experimentieren.

Für seine Ausstellung im Lemwerderaner Rathaus fertigte Ortner Exponate im Stil der "Stancel-Art" an, eine Schablonentechnik, für die Ortner Techniken des Graffiti, des Airbrush und des Siebdrucks miteinander kombinierte. "Ich habe ein aufwändiges Verfahren entwickelt, dass es mir ermöglicht, auch auf kleinen Sprühflächen im DIN A3-Format mehrfarbige Sprühgemälde zu erzeugen."

Zu einem Großteil der Motive ließ sich Ortner durch eine Führung durch Lemwerder inspirieren, so finden sich unter den abstrahierten Motiven unter anderem auch die Kapelle am Deich. "Das Thema ist im Prinzip Teil einer Serie: Auch im Steintorviertel und in Vegesack habe ich ähnliche Ausstellungsprojekte realisiert."

Den Anstoß zu dieser Projektserie gab indes eine großformatige Auftragsarbeit anlässlich des Hamburger Hafengeburtstages. Hierdurch entwickelte Ortner den Gedanken, die Kunstform des öffentlichen Raums für Kleinformatobjekte zu verwenden, die ihrerseits Objekte des öffentlichen Raums zeigen. "In der Regel ist der öffentliche Raum der Raum, in dem die Kunstform des Graffiti direkt passiert. Ich hingegen verbinde die Wurzeln des Graffitis mit weiteren Techniken, um Teile des öffentlichen Raums zu portraitieren", sagt der Künstler.

Das Projekt reflektiert zudem auch einen szeneinternen Wertewandel, den Ortner, der neben seinen eigenen Projekten vornehmlich als Graffitidozent an wechselnden Lehreinrichtungen tätig ist, unter heranwachsenden Sprühkünstlern registriert: "In den Achtzigerjahren waren die Heroen der Szene noch zumeist illegale Untergrundsprüher, die vor allem quantitativ arbeiteten. Heute verehren die Jugendlichen hingegen zumeist legal arbeitende Sprühkünstler, die mit ihrer Kunst auch Geld verdienen", sagt Ortner.

Der Kontakt nach Lemwerder erfolgte unabhängig von dem Ausstellungsprojekt, dass der sowohl in Hamburg als auch in Bremen wohnhafte Künstler vor zwei Monaten im Vegesacker Bürgerhaus realisierte. "Die Ausstellungsmöglichkeit im Rathaus genießt unter Kunstschaffenden der Region einen sehr guten Ruf, weshalb ich mich dort um einen Termin beworben habe", sagt Ortner.

Am heutigen Donnerstag wird Ortner seine Exponatauswahl in der Zeit von 9 bis voraussichtlich 11 Uhr an den Rathauswänden anbringen. In dieser Zeit wird der Künstler interessierten Besuchern auch bereitwillig Rede und Antwort stehen. Im Anschluss sind seine Werke noch bis zum 27. Januar 2012 zu den regulären Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.


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Leserkommentare
Bevenser am 22.10.2019 17:47
Man muss sich nicht künstlich blöd stellen. Wie es geht sieht man z.B. in Österreich - und nicht nur da.
peteris am 22.10.2019 17:39
Werden diese Menschen "losgelassen", dann gibt es erst wieder einen Stop in Deutschland.

Bereiten" wir " uns schon einmal darauf vor. ...