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Nach fehlerhaftem Gutachten fordern Bürger jetzt ein Mitspracherecht bei der Maßnahmen-Planung an der Ihle
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Hochwasserschutz kommt frühestens 2017

Julia Ladebeck 19.02.2015 0 Kommentare

Frühestens Mitte des Jahres 2017 kann mit dem Bau eines Damms zwischen dem Neubaugebiet Wohnpark Ihletal und den Sportplätzen des TSV Lesum zum Schutz der Wohngebiete an der Ihle begonnen werden. Das erfuhren die Anwohner und Fraktionsvertreter während der jüngsten Sitzung des Beirats Burglesum. Die geschätzten Baukosten für den Hochwasserschutz im Ihletal betragen rund 250 000 Euro. Mitte 2015, so die Zeitplanung, wird der Deichverband am rechten Weserufer als Projektträger mit der Zusammenstellung der Planfeststellungsunterlagen beginnen.

Wie berichtet, hat das Ressort für Umwelt, Bau und Verkehr die Hochwassergefahr für die Flächen an der Ihle neu berechnen lassen. Das Ergebnis unterscheidet sich eklatant von dem früherer Untersuchungen. Es dokumentiert unter anderem, dass bei einem Jahrhunderthochwasser – also einer Pegelhöhe, die im statistischen Mittel einmal alle 100 Jahre erreicht wird – unter anderem der Bereich des Wohnparks Ihle überflutet werden würde. Dies war bei früheren Berechnungen im Rahmen der Planungen zum Wohnpark ausgeschlossen worden.

Carsten Schwitalla, Geschäftsführer des mit den Berechnungen beauftragten Ingenieurbüros „Stadt – Land – Fluss“ in Hannover, betonte bei seiner Präsentation, die Abweichungen würden im Mittel „im Bereich von Dezimetern“ liegen. Es sei aber in jedem Fall ein Ergebnis, so Schwitalla, „das so nicht akzeptabel ist“. Als wesentlichen Grund für die Abweichungen der aktuellen Ergebnisse zu den früheren nannte Schwitalla die „deutlich höheren Zuflüsse zur Ihle, insbesondere aus dem Bereich stromauf des Ihlpohler Kreisels und aus Ritterhude“.

Um diese Hochwassergefahr für die Anlieger am Wohnpark Ihle langfristig zu verringern, untersuchte das Ingenieurbüro „Stadt – Land – Fluss“ auch das Rückhaltepotenzial von insgesamt fünf grundsätzlich infrage kommenden Flächen. Eine davon – an den Sportplätzen – kommt laut den aktuellen Ergebnissen am ehesten infrage. Die anwesenden Anwohner fühlten sich durch die abweichenden Untersuchungsergebnisse in ihren Befürchtungen, die sie schon früher geäußert hatten, bestätigt. Klaus Peter Postulka, der einst die Bürgerinitiative Interessengemeinschaft Ihle-Hochwasser mitgegründet hatte, erinnerte daran, dass die Anwohner bereits vor dem Bau des Wohnparks Ihletal immer wieder auf die Hochwasserproblematik hingewiesen hätten. An Wilhelm Koldehofe gewandt, beim Umweltsenator Referatsleiter für Wasserwirtschaft und Hochwasserschutz, sagte Postulka: „Sie können nicht behaupten, Sie hätten nichts gewusst. Sie haben dem Gutachten mehr geglaubt als uns.“ Wilhelm Koldehofe erwiderte: „Wir haben Ihre Einwendungen sehr ernst genommen. Alles, was vorgebracht worden ist, haben wir weitergegeben und begutachten lassen. Wir haben Antworten erhalten, die wir für plausibel hielten.“ Die Behörde habe nicht die Möglichkeit, solche Berechnungen selbst anzustellen.

Der Beirat kritisierte die Falschaussagen, die in der Vergangenheit getroffen worden sind, und forderte das Umweltressort und den Deichverband auf, die Überwachungs- und Instandhaltungsarbeiten an der Ihle bis zur Umsetzung der Hochwasserschutzmaßnahme „mindestens zu halten, besser zu intensivieren“.

Des Weiteren soll das Umweltressort nach Willen des Beirats mit der Gemeinde Ritterhude Kontakt aufnehmen, um die Möglichkeit weiterer Hochwasserschutzmaßnahmen zu prüfen. Für die Anwohner, die nach dem Bau des Damms noch immer von Hochwasser bedroht sind, soll das Umweltressort nach Willen des Beirats „finanzielle und baurechtliche Unterstützungsmaßnahmen zum privaten Hochwasserschutz“ entwickeln.

Peter Hincke, der sich ebenfalls in der Interessengemeinschaft Ihle-Hochwasser engagiert und selbst Berechnungen zur Hochwassergefahr an der Ihle angestellt hat, stellte in der Beiratssitzung einen Bürgerantrag auf Einrichtung eines Runden Tisches im Beirat. Ziel soll die Einbindung betroffener Anwohner sowie orts- und sachkundiger Bürger bei der Thematik Hochwassergefahr im Einzugsbereich der Ihle sein.


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