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Indoor-Spielplätze sind bei Kindern und ihren Eltern gleichermaßen beliebt
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Im Trockenen toben

Ulrike Schumacher 28.01.2016 0 Kommentare

Winterspielplatz in der freichristlichen Kirche Lesum
Spiel und Spaß für die Kleinsten: Noch bis Freitag können Kinder bis sechs Jahre zwischen 15 und 17.30 Uhr im Kirchenraum an der Hindenburgstraße im Bällebad versinken, große Schaumstoff-Bausteine auftürmen und rutschen. (Christian Kosak)

Sakrale Räume sind still. Eigentlich. Wer Kirchen betritt, hält immer ein bisschen inne, nimmt sich zurück und dämpft unwillkürlich die Stimme. Wer dieser Tage aber die Auferstehungskirche in Lesum besucht, erlebt etwas anderes. Zwischen Orgel, Kanzel und Kreuz toben, juchzen und lachen quietschvergnügte Mädchen und Jungen. Pastorin Anja Bär schnappt sich einen Becher Kaffee und gesellt sich zu den Müttern und Großmüttern, die das muntere Treiben vom Rande aus betrachten. Die Pastorin freut sich über so viel Trubel im Gottesdienstraum.

Bereits zum fünften Mal bietet die freikirchliche Gemeinde zu den Zeugnisferien Anfang des Jahres die Kirche als Spielplatz an. „In dieser Zeit sind die Kitas geschlossen“, sagt Anja Bär, die den Eltern und Großeltern mit dem Spielangebot eine Anlaufstelle bieten möchte. Als sie selbst vor sieben Jahren mit ihrer kleinen Tochter nach Lesum kam, habe sie sich gefragt, wo sie in der dunklen Jahreszeit Spielmöglichkeiten für ihr Kind finden könne, erinnert sich die Pastorin. Daraufhin habe sie den Spielplatz in der Kirche initiiert.

Noch bis Freitag können Kinder bis zum Alter von sechs Jahren zwischen 15 und 17.30 Uhr im Kirchenraum an der Hindenburgstraße 14 im Bällebad versinken, große Schaumstoff-Bausteine auftürmen, auf Pedalos steigen oder es wie der dreijährige Jarmo machen. Unermüdlich klettert der Lütte die Stufen zur Rutsche hinauf, um sitzend herunterzusausen. „Noch mal!“, ruft auch Jonathan, der fast vier Jahre alt ist. Das Angebot ist kostenlos, die Kinder müssen aber von einem Erwachsenen begleitet werden. Die Verantwortung für die Kleinen übernehme die Gemeinde nicht, sagt die Pastorin.

Nicole Schober ist mit ihren beiden Kindern zum ersten Mal hier. „Mein Sohn ist die ganze Zeit beschäftigt, und ich kann ausspannen“, freut sich die Mutter, die ein schlafendes Baby, ihren zweiten Sohn, im Arm hält. Sie nutze aber schon eine Weile die regelmäßigen Spielangebote der Gemeinde wie das Spielcafé oder den Spielgarten, erzählt die Lesumerin. Weil ihr Kind hier mit anderen Kindern zusammentreffen könne. „In Lesum ist man auf den Spielplätzen oft allein“, meint die Mutter. „Viele Familien haben die Spielgeräte im eigenen Garten.“ Deshalb nutze sie die Gelegenheit, bei der nicht nur ihr Sohn zu anderen Kindern, sondern auch sie Kontakt zu Eltern knüpfen könne.

Beides wissen auch die Besucher zu schätzen, die noch an vier Sonntagen die Gelegenheit haben, im Haus der Familie in Vegesack ein entsprechendes Angebot zu nutzen. „Hopsen, Springen, Fröhlichsein“ heißt es dort schon seit zehn Jahren, erzählt Katja Meyer, die den Spielnachmittag für Kinder bis zu 14 Jahren im Sozialzentrum Nord zusammen mit ihrem Kollegen Karl-Heinz Bosser organisiert. Zur Auftaktveranstaltung am Sonntag war im Haus der Familie am Aumunder Heerweg 89 mächtig was los. 60 Kinder und 50 Erwachsene seien gekommen, berichtet Katja Meyer. Gerade für Familien, die nicht viel Platz zum Wohnen hätten, sei das Angebot wunderbar. Vor allem in dieser Jahreszeit. So ist es immer ein bisschen, als würde man sich auf dem Spielplatz treffen, wenn die Kinder den großen Saal zum Bobbycar-Fahren, Rutschen, Versteckspiel oder für Ballspiele nutzen, erzählt Katja Meyer. Auch syrische, albanische und afrikanische Flüchtlingsfamilien nutzen das Angebot.

Von Bällebad, Rutsche und Puppenstube über Billard und Tischtennis bis hin zum Air-Hockey sei für alle Altergruppen etwas dabei. Zusätzliche Pädagogen würden für solch einen trubeligen Nachmittag nicht eingestellt. „Der Erziehungsauftrag liegt immer noch bei den Eltern.“ Es gehe nicht darum, die Kinder abzugeben, damit sie bespaßt werden, sagt die Organisatorin. Parallel zum Spielen im Saal gibt es jedes Mal Projekte für kleinere Gruppen. So haben ein paar Mädchen und Jungen beim Pizzabacken mitgeholfen, andere haben sich Märchen erzählen lassen. Zur Faschingszeit werde es Kinderschminken geben, kündigt Katja Meyer an. Eigentlich gehe es an diesen Nachmittagen um die Kinder, aber auch die Eltern würden sich hier wohl und willkommen fühlen und es genießen, bei Kaffee und Kuchen miteinander schnacken zu können. Am Rande gebe es immer auch „wegweisende Beratung“. Manche Eltern wollen wissen, wo es Gruppen für Kleinkinder gibt. Andere brauchen organisatorische Tipps.

Die nächsten Spiel-Sonntage wird es im Haus der Familie am 7. und 21. Februar, am 6. März und am 10. April geben, jeweils von 14.30 bis 17 Uhr. Für Erwachsene kostet das Vergnügen 1,50 Euro pro Person, Kinder zahlen nichts.


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Leserkommentare
Wesersteel am 19.10.2019 12:05
Da hat man sich genau den Richtigen zum Gespräch rausgesucht,denn der Hering ist ein Arbeitgeber-Betriebsrat !
Bremen99 am 19.10.2019 12:01
Na das passt ja hervorragend: 70 Jahre SPD-Regierung in Bremerhaven steht dann für "Ruinen schaffen ohne Waffen".

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