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Jugendliche Flüchtlinge attackieren Polizisten
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Schwerer Zwischenfall im Wohnheim Rekumer Straße

Jürgen Theiner 02.02.2015

Das Wohnheim Rekumer Straße gerät durch einen neuerlichen schweren Zwischenfall wieder in die Schlagzeilen. Zwei 15- beziehungsweise 16-jährige Flüchtlinge sind am Sonntagabend nach massiver Randale von der Polizei festgesetzt worden, nicht ohne den einschreitenden Beamten heftigen Widerstand zu leisten.

Nach Darstellung der Polizei hatten sich die Jugendlichen gewaltsam Zutritt zu einem Raum der Unterkunft verschafft, in dem sie eine Geldkassette vermuteten. Dazu warfen sie mit einem Feuerlöscher eine Fensterscheibe ein und zerstörten zwei Türen. Die beiden Täter flüchteten zunächst, konnten von der Polizei aber an der Bushaltestelle Betonstraße aufgegriffen werden.

Das Wohnheim Rekumer Straße gerät durch einen schweren Zwischenfall wieder in die Schlagzeilen.
Das Wohnheim Rekumer Straße gerät durch einen schweren Zwischenfall wieder in die Schlagzeilen. (Christian Kosak)
Bei ihrer Festnahme hätten sich die Jugendlichen „wie wild gebärdet“, so die amtliche Version. Sie hätten die eingesetzten Beamten gebissen, geschlagen, getreten und bespuckt. In den frühen Morgenstunden sei das Duo schließlich in einer Gewahrsamszelle gelandet. Wie Montagnachmittag ergänzend zu erfahren war, hat es ein Haftrichter inzwischen abgelehnt, Untersuchungshaft gegen die Jugendlichen zu verhängen. Anders gesagt: Die beiden Heranwachsenden müssen wieder in irgendeiner Einrichtung untergebracht werden.

Nur wo? Der Betreiber des Wohnheims Rekumer Straße, Lothar Kannenberg, lehnt eine Rückkehr der jungen Delinquenten jedenfalls ab. Kannenberg hatte sein umstrittenes Integrationsprojekt bisher stets gegen öffentliche Kritik verteidigt. Doch mit dem harten Kern kaum sozialisierbarer, jeder Regelvermittlung unzugänglicher Jugendlicher weiß sich auch Kannenberg keinen Rat mehr.

Reportage Flüchtlingsheim für straffällige Jugendliche Rekumer Straße 12 Bremen-Nord
Lothar Kannenberg (Christian Kosak)
„Die müssten eigentlich mal in Untersuchungshaft“, findet Kannenberg. Auch eine Form geschlossener Unterbringung, wie sie Polizeipräsident Lutz Müller vor wenigen Tagen ins Gespräch gebracht hatte, hält Kannenberg für denkbar.

Die Weigerung des Projektbetreibers, die 15- beziehungsweise 16-Jährigen wieder bei sich aufzunehmen, stellt eine Zäsur dar. Bisher galt Kannenbergs Projekt als letzte Hoffnung der Sozialbehörde, als Auffangbecken für die besonders schwierigen Fälle unter den in Bremen lebenden unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, im Amtsjargon kurz „Umfe“ genannt. Etwa 30 bis 40 von ihnen fallen ständig durch Aggressions- und Eigentumsdelikte auf und halten die Polizei auf Trab. An der Rekumer Straße lebten zuletzt vier von ihnen, bis zu acht sollten es in nächster Zeit noch werden.

Wenn selbst Kannenberg nicht mehr weiß, wie er die extremsten „Umfe“ bändigen soll – was kann dann noch helfen? Mit dieser Frage wird sich der Senat in seiner heutigen Sitzung beschäftigen. Im Innenressort betrachtet man die gegenwärtige Situation jedenfalls als „höchst unbefriedigend“, so Behördensprecherin Rose Gerdts-Schiffler. Die Polizei habe mit ihrem rechtlichen Instrumentarium keine Möglichkeit, die Problemkids länger als einige Stunden aus dem Verkehr zu ziehen. Ob sich Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) die Forderung des Polizeipräsidenten nach geschlossener Unterbringung zu eigen machen wird, ließ Gerdts-Schiffler offen. Bekannt ist, dass das von den Grünen geführte Sozialressort des Senats, in dessen Obhut sich die „Umfe“ befinden, einem solchen Konzept sehr skeptisch gegenübersteht. Besonders Staatsrat Horst Frehe (Grüne) gilt als Gegner geschlossener Heime.


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Leserkommentare
linde79 am 20.10.2019 17:58
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Michalek am 20.10.2019 17:37
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