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Riesenerfolg für "All we are"
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Werbespot bringt Braker Band „Jonah“ in die Charts

CHRISTIAN PFEIFF 12.12.2014 0 Kommentare

Die Band
Die Band "Jonah" hat Braker Wurzeln und feiert derzeit große Erfolge. (fr)

Wer in den vergangenen Wochen Werbefernsehen geschaut hat, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch den aktuellen Spot von Vodafone gesehen haben. „Was würdest Du tun, wenn Du alles könntest?“ Diese Frage umrahmt den aktuellen Werbefilm des internationalen Mobilfunkanbieters. Die emotionale Intensität der in dem Clip erzählten Geschichte über ein junges Mädchen und ihren Großvater wird durch die zu Herzen gehende Musik zusätzlich verstärkt. „All we are“ heißt der Song, der derzeit Millionen Menschen bewegt, „Jonah“ die Band, die ihn schrieb und aufnahm. Angelo Mammone und Christian Steenken, die mittlerweile in Berlin leben, sind waschechte Braker Jungs.

Der Erfolg ihrer aktuellen Single ist für Angelo Mammone und Christian Steenken, den Köpfen hinter „Jonah“, der vorläufige Höhepunkt eines langen und bisweilen steinigen Weges, den die beiden seit mittlerweile über zwanzig Jahren gemeinsam beschreiten. Den Grundstein für ihre Karriere legten sie bereits zu Schulzeiten in Brake. „Der Anruf, dass unser Song für die Werbekampagne ausgesucht wurde, ist gerade erst zwei Monate her. Was in dieser Zeit alles passiert ist, ist einfach unglaublich“, erzählt Mammone, noch immer etwas fassungslos.

Zeit ist für den aktuell wohl berühmtesten Sohn Brakes, dessen Stimme Millionen Fernsehzuschauer und Radiohörer berührt, derzeit ein knappes Gut. Der Terminkalender von „Jonah“ ist proppenvoll, Mammone und Steenken hetzen von Konzert zu Interviewtermin zu Vertragsverhandlungen zu Tourneeplanungsmeetings. Das war nicht immer so: Bereits seit fast zwei Jahrzehnten stellt Musik den hauptsächlichen Lebensinhalt der Jugendfreunde dar, und nicht immer trugen diese Bemühungen die süßen Früchte des Erfolgs.

„Christian und ich kennen uns, seitdem wir acht sind und machen zusammen Musik, seitdem wir 14 sind“, blickt Mammone auf den Beginn einer fast schon lebenslangen Freundschaft zurück. Ihre erste ernst zu nehmende musikalische Heimat hörte in den späten Neunzigerjahren auf den Namen „Sugar Breath“ und wirbelte in der regionalen Szene mit tief gehendem mitreißenden Alternativrock gehörig Staub auf.

Nach der Neugründung beziehungsweise Umbenennung von „Sugar Breath“ in „Promises! Promises!“ kletterten Mammone, Steenken und Co. die Erfolgsleiter ein Stück weiter nach oben, ergatterten einen Deal mit einem Independentlabel, absolvierten zwischen 2005 und 2007 sogar eine Europatour und sammelten allenthalben weit mehr als nur Achtungserfolge. Der große Durchbruch blieb jedoch aus, und so kam es, dass die Bandmitglieder aus beruflichen und privaten Gründen auch ihre Wohnorte wechselten. „Es wurde logistisch immer schwieriger, wir konnten kaum noch gemeinsame Termine finden und haben kaum noch geprobt“, erklärt Mammone, warum er und seine einstmaligen Mitstreiter das gemeinsame Kind „Promises! Promises!“ schweren Herzens zu Grabe trugen.

Die Vollblutmusiker Mammone und Steenken beschlossen, zu zweit in kleinem Rahmen weiter zu machen, „einfach um der Liebe zur Musik wegen“. „Jonah“ war geboren. „Zuerst haben wir uns immer an den Wochenenden getroffen, um Songs zu schreiben und zu proben“, erklärt Mammone, der von Brake zunächst nach Oldenburg und zwischenzeitig kurzzeitig nach Hamburg zog, bis er seinem langjährigen musikalischen Weggefährten vor zwei Jahren in dessen Wahlheimat Berlin folgte. Zu diesem Zeitpunkt entschloss sich das Duo endgültig, die Musik ins Zentrum ihres Lebens zu rücken und ihre Energie und Kreativität vollends in ihre Projekte fließen zu lassen. Erste Aufnahmen wurden selbst finanziert, Konzerte und kleinere Tourneen selbst organisiert. „Wir haben am Anfang viele Wohnzimmerkonzerte gespielt und irgendwie hat sich das immer weiter herumgesprochen. Relativ schnell kamen sogar Anfragen aus München.“

„Jonah“ spielten zum Teil zwei Konzerte am selben Tag, verfuhren für kleine Gagen tausende Kilometer und stellten, um über die Runden zu kommen, ihre Kreativität auch in den Dienst bereits namhafter Musikerkollegen, denen sie Songs auf den Leib schrieben. „Wir hätten nie gedacht, dass ,Jonah‘ so groß werden würde“, gesteht Mammone. Neben der Kontinuität und Beharrlichkeit des Duos verhalfen ihnen jedoch auch Mut zum Risiko und ein wenig Glück zu ihrem aktuellen Erfolg: „Natürlich ist das wie ein Sechser im Lotto“, relativiert Mammone. Doch nicht nur Zockerprofis wissen, dass für einen Lotto-Sechser zunächst ein Tippschein ausgefüllt werden muss. Dies taten „Jonah“, indem sie an einem Listening bei der „Berlin Music Week“ teilnahmen. Dort wurde die Entscheidung für den neuen Werbesong des Mobilfunkriesen getroffen.

„Wir saßen da als einzige Musiker zwischen Vertretern von Labels und Verlagen an einem Tisch und waren zunächst etwas irritiert von dem bisweilen recht harschen Ton, in dem dort über die vorgestellten Songs geredet wurde.“ Dieser Ton änderte sich jedoch, als „Jonah“ ihren Song vorstellten. „Gerrit Winterstein, der Supervisor des Auftraggebers, war sofort begeistert von der Nummer und versprach uns, sie seinen Chefs vorzustellen. Natürlich waren wir selbst überzeugt von dem Song, sonst hätten wir nicht an dieser Runde teilgenommen“, erzählt Mammone. „Wir hätten aber nicht mit so eindeutigem Zuspruch gerechnet.“ Drei Wochen später kam der ersehnte Anruf: „Jungs, Ihr seid es.“

Von da an ging alles ganz schnell: Die in Eigenregie über ein kleines Label veröffentlichte Single stieg nach den ersten Ausstrahlungen des Spots prompt in die Charts ein. Kurz darauf konnten „Jonah“ aus zahlreichen lukrativen Labelangeboten auswählen und unterschrieben erst kürzlich beim Branchenriesen Sony.

Neben einem ersten Major-Album im Sommer kommenden Jahres, das neben Europa auch in Südafrika, eventuell sogar in den USA erscheinen wird, ist ab April auch eine groß angelegte Drei-Länder-Tournee in Planung. Die beiden wissen, dass dieser Umstand ein Mehr an Arbeit bedeutet und sind lange genug im Geschäft, um kühlen Kopf zu bewahren: „Natürlich hoffen wir, diese Chance nutzen zu können, um uns langfristig etablieren zu können“, zeigt sich Mammone bescheiden.

Ihre Fans der ersten Stunde haben Mammone und Steenken bei allem Trubel indes nie vergessen: Seit Anbeginn hat Brake einen festen Platz im Tourneekalender des Duos. In diesem Jahr spielten Mammone und Steenken zum wiederholten Mal auf dem „Waterquake“-Open Air, ihr alljährliches Weihnachtskonzert im Centraltheater ist nicht nur für das Duo selbst bereits zur Tradition geworden. Auch in diesem Jahr werden „Jonah“ am ersten Weihnachtsfeiertag, dem 25. Dezember, im Centraltheater auftreten.


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elfotografo am 22.10.2019 18:55
"Es ist doch ein Märchen, dass man mit einer Loge Geschäftskontakte akquiriert oder pflegt, geschweige denn Geschäfte abschließt."

Haben ...
FloM am 22.10.2019 18:51
@gorgon1:
Abgedroschen ist es den x-ten Kommentar mit undifferenzierten Anschuldigungen zu schreiben.

Die Erkenntnis, daß man Teil ...