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Alte Dorfschule Burgdamm
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Änderungen gefordert

Klaus Grunewald 22.05.2019 0 Kommentare

Auch Landesdenkmalpfleger Georg Skalecki findet den Entwurf der Gaube
Auch Landesdenkmalpfleger Georg Skalecki findet den Entwurf der Gaube "nicht so schön". Sie wirke wie eine Kommandokapsel etwas fremd. (Jürgen Keil)

Lesum. Die Rettung der ehemaligen Burgdammer Dorfschule vor der Abrissbirne hat ein Nachspiel. Die Bürgerinitiative „Rettet die alte Dorfschule Burgdamm“ und der Heimatverein Lesum fordern mit Nachdruck Änderungen am Konzept für die Umgestaltung des rund 156 Jahre alten Gebäudes in ein Kinder- und Familienzentrum. Damit widersprechen sie dem Burglesumer Beirat und seinem Sprecherausschuss. Beide Gremien hatten die Pläne der Architektengruppe GME einstimmig gutgeheißen.

Doch das letzte Wort über die Eingliederung der ehemaligen Dorfschule in einem moderne Kindertagesstätte sei noch nicht gesprochen worden, sagt Klaus-Martin Hesse vom Vorstand des Heimatvereins Lesum. Und auch die Bürgerinitiative „Rettet die alte Dorfschule Burgdamm“ verweist auf die in einem Workshop am 22. Januar vorgeschlagenen Änderungen am GEM-Entwurf. Während einer Pressekonferenz in der Lesumer Atelierkate erinnerten Monika Müller und Harald Rühl von der Bürgerinitiative sowie der ehemalige Bremer Wirtschaftssenator Claus Jäger als Unterstützer der Bürgerinitiative an die seinerzeit im Protokoll festgehaltenen Bedenken, die als Auftrag zu verstehen seien. Vor allem die kaminartige Gestaltung des Daches vom Neubau (Anbau) sowie die über die Außenfassade des Altbaus hinausragende Gaube dominierten das gesamte Erscheinungsbild zuungunsten des historischen und bislang ortsbildprägenden Backsteinbaus, fassten sie ihre punktuelle Kritik zusammen.

An der Sitzung des Workshops hatten seinerzeit auch Mitglieder des Burglesumer Beirats teilgenommen. Und auch sie hätten die im Protokoll erwähnten Verbesserungsvorschläge unterstützt, bekräftigten Müller, Rühl und Jäger während der Pressekonferenz. In einem Schreiben der Bürgerinitiative und des Heimatvereins an die Workshop-Teilnehmer vom 15. März an die Workshop-Teilnehmer heißt es denn auch: Um das Gleichgewicht zwischen alt und neu zu wahren, müsse noch weiter gearbeitet und verfeinert werden.

Die von der Architektengruppe GEM vorgelegte Konzeption zur Erhaltung der alten Burgdammer Schule wird allerdings grundsätzlich als gelungen bezeichnet. Daran lassen Müller, Rühl und Jäger keinen Zweifel. Dass die alte Schule überhaupt noch existiere, deren Abriss zunächst auch das Burglesumer Kommunalparlament zugestimmt hatte, sei schon ein Riesenerfolg gewesen, sagte der ehemalige Wirtschaftssenator von der FDP. Jetzt gelte es, die Harmonie zwischen altem Bestand und einem Neubau herzustellen und den Architektenentwurf entsprechend zu verbessern.

Unterstützung durch Denkmalpfleger

Unterstützung finden Bürgerinitiative und Heimatverein beim Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege, Professor Georg Skalecki, der die Burgdammer Dorfschule seinerzeit als erhaltenswert eingestuft hatte. Mit den Umbauplänen sei auch er als Landeskonservator „weitestgehend“ einverstanden, erklärte Skalecki auf Anfrage. Die rückwärtigen Anbauten und die Art, wie diese angedockt seien, hält er für akzeptabel.

„Nicht so schön, so Georg Skalecki, finde er allerdings die über die vordere Traufe heraustretende Gaube. Sie wirke wie eine „Kommandokapsel“ etwas fremd. Skalecki ist der Meinung: „Da dieses Bauteil keine wirkliche Funktion hat, könnte es auch etwas dezenter gestaltet werden und mehr in der Art einer echten Gaube hinter der Traufe bleiben.“ Damit, so der Bremer Landeskonservator, der froh über den Erhalt der ehemaligen Schule ist, könne die Hauptansichtsseite des Gebäudes gefälliger wirken.

Der Burglesumer Beirat hatte die im Workshop protokollierten Änderungswünsche nicht aufgegriffen und die Pläne der Architektengruppe für die Erhaltung der Dorfschule sowie den Umbau zu einer Kindertagesstätte, wie berichtet, am 26. Februar vorbehaltlos und zustimmend zur Kenntnis genommen. Kritische Anmerkungen, wie sie jetzt von Bürgerinitiative und Heimatverein vorgetragen würden, seien in der Beiratssitzung weder von Beiratsmitgliedern noch aus dem Publikum geäußert worden, unterstreichen Ortsamtsleiter Florian Boehlke und der Sprecher des Kommunalparlaments, Martin Hornhues (CDU). Dazu hatte es nach den Worten von Monika Müller, Harald Rühl und Claus Jäger auch keine Gelegenheit gegeben.

Umso mehr ist der Bürgerinitiative jetzt daran gelegen, dass die im Workshop vorgetragenen Anregungen zumindest im Bauantragsverfahren aufgegriffen werden. Und auch für den Heimatverein ist das letzte Wort ja laut Hans-Martin Hesse noch nicht gesprochen. Deshalb dürfte sich der Burglesumer Beirat noch einmal mehr mit dem  Thema „Alte Dorfschule Burgdamm“ befassen. Dann aber nach der Wahl. Und in neuer personeller Zusammensetzung.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...