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Anwohner fordern Tempo 30

Gabriela Keller 12.10.2018 0 Kommentare

Anwohner machen auf die gefährlichen Straßenverhältnisse aufmerksam: Viktoria Neufeld (v. l.), Elli und Mutter Denise Blohm.
Anwohner machen auf die gefährlichen Straßenverhältnisse aufmerksam: Viktoria Neufeld (v. l.), Elli und Mutter Denise Blohm. (Christian Kosak)

„Hier gibt es keinen Bürgersteig. Wenn wir aus unserer Auffahrt treten, stehen wir direkt auf der Straße“, sagt Stefan Schrage. Mit seiner Familie wohnt der Meyenburger in der Straße Schedelkamp. Hier und in der angrenzenden Straße Siedscheljer Heide dürfen Autofahrer maximal 50 Stundenkilometer fahren. Die meisten seien schneller unterwegs, klagen Anwohner. Und dass in zwei Gemeindestraßen ohne Geh- und Radweg. Die Bürger fordern eine Tempo-30-Zone, dafür haben sie Unterschriften gesammelt.

Eltern bangen um die Sicherheit ihrer Kinder. Familie Schrage vom Schedelkamp hat vier Kinder, die beiden Jüngsten sind zehn und zwei Jahre alt. „Wir machen uns schon Sorgen. Zumal die Straße vor unserem Haus auch nicht gut einsehbar ist“, sagt der Familienvater.“ Viele junge Familien sind laut Schrage in den letzten Jahren zugezogen, vor allem an die Siedscheljer Heide.

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Denise Blohm ist Mutter einer dreijährigen Tochter, die Familie wohnt seit Anfang 2017 an der Siedscheljer Heide. „Man hat Herzrasen, wenn die Kinder auf der Straße sind“, sagt die Mitinitiatorin der Unterschriftenaktion. Vor allem in den unbebauten Bereichen entlang der Strecke, wo die Straßen durch Felder führen, würden Autofahrer auf die Tube drücken, weiß Stefan Schrage. „Die sehen die freie Strecke und geben Gas.“

Auf Nachfrage der NORDDEUTSCHEN im Schwaneweder Ordnungsamt nach aktuellen Zahlen von Geschwindigkeitsmessungen an der Siedscheljer Heide und am Schedelkamp heißt es: „In den vergangenen fünf Jahren sind dort keine Messungen durchgeführt worden.“ Die Siedscheljer Heide ist eine kurvenreiche Straße. Die Blohms wohnen direkt vor einer Kurve. „Wenn die Autos angeschossen kommen, ist das schon sehr gefährlich“, sagt Denise Blohm.

Die Straße sei kein Unfallschwerpunkt

Die Straße ist auch Schulweg, zwei Bushaltestellen gibt es. Hinzu kommt der landwirtschaftliche Verkehr. Die Straße sei kein Unfallschwerpunkt heißt es aus dem Ordnungsamt mit Verweis auf Informationen der Polizei. „Es gab Wildunfälle, aber Menschen kamen bislang nicht zu Schaden“, so Amtsmitarbeiterin Stefanie Rönner. Mit einem Tempolimit wollen es die Anwohner gar nicht erst so weit kommen lassen. In Meyenburg gebe es Tempo 30-Zonen sogar in Straßen mit Fuß- und Radweg, etwa am Mühlendamm. Da müsse es doch an der Siedscheljer Heide und am Schedelkamp erst recht möglich sein, Autofahrer auszubremsen, lauten ihre Argumentationen.

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Der Meyenburger Ortsrat steht laut Ortsbürgermeister Dominik Schmengler hinter dem Wunsch der Bürger. Bei einer Ortsbesichtigung am 29. Mai, wo es vorrangig um den Zustand der Straßen Siedscheljer Heide und Schedelkamp ging, war auch das Thema Verkehrsberuhigung zur Sprache gekommen. Einstimmig forderte der Ortsrat damals die Gemeindeverwaltung auf, zu prüfen, ob eine Geschwindigkeitsreduzierung möglich sei. „Der Ortsrat hält eine Tempo-30-Zone entlang der Siedscheljer Heide bis zum letzten Hof am Schedelkamp für sinnvoll“, so Schmengler.

Bereits 2015 hatte der Ortsrat einen Vorstoß von Anwohnern für ein Tempolimit  an der Siedscheljer Heide befürwortet. Beide Straßen liegen außerorts. Eine Geschwindigkeitsreduzierung ist hier laut Verwaltung nur möglich, wenn die Verkehrssicherheit gefährdet ist. Eine solche Gefahrenlage sahen die Verwaltung und die Mehrheit im Fachausschuss vor drei Jahren nicht. Das Anliegen wurde damals abgelehnt.

Jetzt könnte sich das Blatt wenden. Am Mittwoch, 24. Oktober, befasst sich der Verkehrsausschuss mit dem Thema. In der Vorlage für die Sitzung schlägt die Verwaltung den Politikern vor, die Straße Siedscheljer Heide im gesamten Verlauf bis zum Schedelkamp Hausnummer 105 als Tempo 30-Zone auszuschildern. Es geht um eine Strecke von rund 1,5 Kilometern. Anders als 2015 sieht man in Rathaus jetzt Handlungsbedarf, wenn auch aus anderem Blickwinkel als die Anwohner. Die Verwaltung macht sich wegen Straßenschäden Sorgen.

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Der Straßenzustand habe sich in den letzten Jahren durch den zunehmenden Verkehr – auch durch den Schulbus und die landwirtschaftlichen Fahrzeuge – verschlechtert, heißt es zur Begründung. Schlaglöcher und Abbruchstellen vor allem in den Einmündungsbereichen der Straßen und im Übergang Siedscheljer Heide/Schedelkamp stellten eine Gefahr dar. „Im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht sollte dem Antrag der Anwohner auf Geschwindigkeitsreduzierung entsprochen werden“, lautet die Empfehlung.

Parteien grundsätzlich für Tempo 30

DIE NORDDEUTSCHE hat sich umgehört, was die Fraktionen von der Tempo-30-Zone halten. Lüder Kreft vertritt im Verkehrsausschuss mit zwei weiteren Parteikollegen die SPD. „In unserer Fraktion haben wir über das Thema noch nicht gesprochen, ich persönlich wäre aber für die Geschwindigkeitsbeschränkung.“ Er kenne die betroffenen Straßenzüge. „Tempo 50 ist hier zuviel.“ Ein Tempolimit mache wegen der Straßenschäden Sinn, meint Ausschussmitglied Johann Ficken. „Ich würde das mittragen“, so der CDU-Politiker.

Den Vorsitz im Gremium hat die grüne Fraktionsvorsitzende Dörte Gedat. Sie sagt: „Bei Tempo 30 sind wir als Grüne immer dabei.“ Eine Geschwindigkeitsbeschränkung an der Siedscheljer Heide habe ihre Fraktion auch früher schon unterstützt. „Ich freue mich, dass die Verwaltung hier jetzt mitgeht.“ Arnold Neugebohrn vertritt im Ausschuss die Gruppe FDP/Die Linke. Als Linker unterstütze er das Anliegen der Bürger. „Wenn die Straße so schlecht ist und die Anwohner eine Gefahr sehen, sollte die Geschwindigkeit reduziert werden.“ Die Wählergemeinschaft hält sich noch bedeckt. „Wir wollen uns erst einmal bei einer Ortsbesichtigung ein Bild machen, bevor wir uns eine Meinung bilden“, sagt der Fraktionsvorsitzende Udo Prinz.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
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Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...