

Bei schönstem Sommerwetter ist am Wochenende aus einer 30 Meter hohen Eiche in Vegesack ein 15 Meter langer, tonnenschwerer Ast herausgebrochen und neben ein Wohnhaus in Vegesack gefallen. Der Baum war nicht morsch, der Ast war noch grün. Wenn gesunde Bäume plötzlich ihre Äste abwerfen, nennen Fachleute das Grünastabwurf. Das Phänomen tritt gerade bundesweit auf. Die Menschen in Süddeutschland sollen einen eigenen Begriff für das Phänomen haben: Biergartentod. Man sitzt im Biergarten und wird von einem Ast erschlagen.
Experten haben sich bereits mit diesem Phänomen beschäftigt, sagt Kerstin Doty vom Umweltbetrieb Bremen. „Das Schlimme ist, dass man es dem Baum nicht ansieht, weil es sich um einen gesunden Baum handelt“, sagt Kerstin Doty vom Umweltbetrieb Bremen. Sie weist aber darauf hin, dass dieses Phänomen sehr selten auftritt. In Bremen habe es einige wenige Vorfälle in der Vergangenheit gegeben, „aber nicht in den letzten zwei bis drei Monaten.“
Normalerweise kommt es zu Astausbrüchen, wenn ein Baum morsch oder von einem Pilz befallen ist. „Wir führen das ganze Jahr über Baumkontrollen durch, bei denen Krone, Stamm, Wurzelbereich und Blattaustrieb nach Auffälligkeiten begutachtet werden, die auf holzzerstörende Pilze oder andere Krankheiten hinweisen“, so Doty. „Werden Schäden festgestellt, entfernen wir sehr zeitnah die bruchgefährdeten Äste. Ist der Baum insgesamt nicht mehr standsicher, muss er gefällt werden.“
Der Astausbruch bei gesunden Bäumen wird nach ihren Worten auf einen nachlassenden Zelldruck in den Ästen zurückgeführt: „In heißen Sommern werden die Zellen nicht mehr versorgt. Als Selbstschutz, um die Vitalität im Stamm zu erhalten, werden Äste abgeworfen“, erklärt Kerstin Doty.
Dass ein tonnenschwerer Ast aus zehn Metern Höhe herunter kracht, war auch im Grevesmühlweg nicht abzusehen. Die Eiche sei erst vor zwei Jahren untersucht und für gesund befunden worden, sagt Anwohner Herbert Esche. Er und seine Nachbarn hätten Glück gehabt, am Sonnabendmittag nicht von dem herabstürzenden Ast im Grevesmühlweg getroffen worden zu sein. „Die Eiche steht auf einem kleinen Garagenhof. Sie hat mich um 30 Sekunden verpasst. Ich wollte nämlich den Rasenmäher zur Garage bringen.“ Auch andere Nachbarn seien an diesem späten Vormittag im Bereich der Garagen unterwegs gewesen. Der Ast krachte neben einem Wohngebäude herunter und habe Teile des Zauns beschädigt und einige Mülltonnen erwischt.
Die Feuerwehr sperrte den Bereich nach den Worten von Pressesprecher Michael Richartz ab. Es sei an dem Tag der einzige Einsatz dieser Art gewesen: „Es war ja nicht stürmisch.“ Zurzeit versucht Herbert Esche zu klären, wer für den Schaden zuständig sei: „Die Versicherung zahlt nicht, weil es kein Sturmschaden sei. Und man versichert sich ja nicht gegen Grünastabwurf.“ Er habe von dem Phänomen bis zum Unglückstag nicht einmal gewusst.
Die Reihenhaussiedlung im Grevesmühlweg sei in den Siebzigern entstanden, die Eiche stehe aber bereits seit rund 200 Jahren dort. Der alte Baum soll erhalten, aber nun vorsichtshalber ausgelichtet werden, berichtet Herbert Esche. Ein Baumgutachter eines Gartenbetriebs habe der Familie in dem benachbarten Wohnhaus geraten, nicht mehr in ihrem Schlafzimmer zu übernachten – für den Fall, dass der Baum weitere Äste abwerfe.
Im Garten gibt es immer was zu tun. Unsere Redakteurin Patricia Brandt begleitet das Gartenjahr mit einem Augenzwinkern in ihrer Kolumne. Inzwischen ist die 100. WESER-KURIER-Gartenkolumnen erschienen. Sie schildert die Ängste und Sorgen des Hobbygärtners und nimmt Marotten auf die Schippe.
Nachmittag:
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