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Sorgen der Arbeitnehmer
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Der Stress nimmt zu

Julia Ladebeck 23.04.2019 0 Kommentare

Stress am Arbeitsplatz wird ein immer wichtigeres Thema.
Stress am Arbeitsplatz wird ein immer wichtigeres Thema. (Oliver Berg/DPA)

Bremen-Nord. Mehr als 12 300 Rechts- und Steuerberatungen hat die Arbeitnehmerkammer Bremen nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr in ihrer Geschäftsstelle an der Lindenstraße durchgeführt. An allen drei Standorten in Bremen-Nord, Bremen-Mitte und Bremerhaven seien es zusammen gut 97 000 Beratungen gewesen, teilt die Kammer in einer Pressemitteilung mit.

Besonders stark nachgefragt waren in Bremen-Nord demnach Beratungen zu den Themen Gehalt, Kündigung oder Urlaub. „Zugenommen haben vor allem Beratungen zu Stress und psychischen Belastungen am Arbeitsplatz“, betont Martina Werlich, Leiterin der Geschäftsstelle Bremen-Nord. Dies decke sich auch mit den Ergebnissen einer Beschäftigtenbefragung, die die Arbeitnehmerkammer vor zwei Jahren im Land Bremen durchgeführt hat: Die Hälfte aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer berichtet demnach insgesamt von gestiegenem Stress und Arbeitsdruck im Zeitraum der vergangenen drei Jahre. „Immer weniger Kollegen müssen immer mehr Aufgaben abdecken, der Druck steigt – davon berichten auch viele Mitglieder in der Beratung“, so Werlich.

Dass es auch in den klassischen arbeitsrechtlichen Themen nach wie vor eine sehr hohe Nachfrage gibt, liegt laut Kammer unter anderem an der abnehmenden Tarifbindung. Immer weniger Betriebe unterliegen einem Tarifvertrag, viele Beschäftigte müssen ihre Arbeitsbedingungen selbst aushandeln: In Bremen sind nur noch 20 Prozent der Betriebe tarifgebunden (2008 waren es noch 39 Prozent) und 46 Prozent der Beschäftigten im Land Bremen arbeiten inzwischen nicht mehr auf Grundlage eines Tarifvertrags (2008 waren es 33 Prozent). Ohne tarifvertragliche Grundlage entstünden aber häufig Unsicherheiten, betont Werlich. „Wenn es im Unternehmen keine für alle nachvollziehbaren Gehaltsstrukturen gibt, dann führt das häufig zu Auseinandersetzungen – gerade wenn es um Zuschläge oder die Vergütung von Überstunden geht.“

Leicht zugenommen haben laut Arbeitnehmerkammer zudem Fragen zu Sonderzahlungen und Gratifikationen, also zu Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Boni, Gewinnbeteiligungen oder Prämien. Für Arbeitnehmer in Bremen machten diese unregelmäßigen Zahlungen im vergangenen Jahr rund neun Prozent des Gehalts aus.

Die Beratungen zu Berufskrankheiten im Land Bremen seien im vergangenen Jahr deutlich angestiegen – auf 260 Beratungen. Rund ein Fünftel der Ratsuchenden komme aus Bremen-Nord. Die häufigsten Berufskrankheiten seien asbestbedingte Erkrankungen und Muskelskeletterkrankungen. Vor allem Asbesterkrankungen gehen laut Arbeitnehmerkammer noch häufig auf Tätigkeiten in der ehemaligen Werftindustrie zurück. Aber auch Rückenleiden seien insbesondere für Beschäftigte in der Pflegebranche ein häufiger Krankheitsgrund. Zu finden seien diese Erkrankungen aber auch in der Metall- und der Baubranche. Auffallend sei die deutlich gestiegene Zahl der Ratsuchenden mit Lärmschwerhörigkeit.

Allein im Steuerrecht hat die Kammer 2018 in Bremen-Nord rund 5200 Fragen beantwortet. Häufige Fragen drehten sich vor allem um Kindergeld, Kinderbetreuungskosten und Kinderfreibeträge sowie Reisekosten und haushaltsnahe Dienstleistungen. Im Rahmen der Steuerberatung hat die Kammer zudem rund 2700 Mitglieder bei der Erstellung ihrer Einkommensteuererklärung unterstützt.

Stark zugenommen hat die Nachfrage nach der öffentlichen Rechtsberatung, die die Arbeitnehmerkammer im Auftrag des Landes für Bürger mit geringem Einkommen durchführt. Die Zahl ist um 200 Beratungen gestiegen. Vor allem Mietrechtsfragen standen ganz oben auf der Liste. Dabei sei es häufig um die Betriebskostenabrechnung oder um Mängel gegangen. Insgesamt hat die Arbeitnehmerkammer in Bremen-Nord rund 1500 Rechtsberatungen durchgeführt.


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Leserkommentare
suziwolf am 21.10.2019 12:19
Und dann ... @kretschmar -
[auch wieder] eine gemeinsame Währung -

Das britische £ - Sterling -
europaweit jetzt ...
suziwolf am 21.10.2019 12:01
Warum dieser einfache Hinweis
auf www.spiegel.de
[ ,auf Erweiterung der Information‘ ]
mit „👎“ bewertet wird,
erklärt sich ...