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Seniorenbeirat Lemwerder
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Einsatz für die Belange von Senioren

Georg Jauken 02.12.2018 1 Kommentar

Der neue Seniorenbeirat setzt sich für die Belange älterer Menschen in Lemwerder ein.
Der neue Seniorenbeirat setzt sich für die Belange älterer Menschen in Lemwerder ein. (Georg Jauken)

Lemwerder. Von der zunehmenden Alterung der Gesellschaft ist seit Jahren in Politik und Medien immer wieder die Rede. Zeitgemäße Politik sollte daher auch die differenzierten Lebenslagen und Interessen der wachsenden Zahl an Senioren berücksichtigen. In Lemwerder hat der Gemeinderat deshalb die Bildung eines Seniorenbeirats beschlossen, der die verschiedenen Interessen und Belange älterer Menschen wahrnimmt, bündelt und die Politik und Verwaltung mit entsprechenden Impulsen unterstützt. Nun hat der Seniorenbeirat seine Arbeit aufgenommen.

Das Rathaus Lemwerder an einem Dienstag Ende November. Wo sich üblicherweise die Gemeinderatsfraktionen treffen, um ihre Politik abzustimmen, trifft sich der Seniorenbeirat zu seiner zweiten Sitzung. Während der ersten Zusammenkunft Anfang des Monats haben die sieben Mitglieder Axel Kaufmann zum Vorsitzenden sowie Wilfried Sieghold und Johanna Kettelhake zu seinen Stellvertretern gewählt.

Eine Geschäftsordnung regelt darüber hinaus die weiteren Modalitäten der Zusammenarbeit und der Aufgabenverteilung. Neben dem dreiköpfigen Vorstand gehören Regine Borst, Renate Römer, Dieter Preuß und Helmut Jahn dem Seniorenbeirat an. Am großen Tisch im Fraktionszimmer beraten sie nun darüber, wie sie die in der im Sommer vom Rat beschlossenen Satzung festgelegten Aufgaben umsetzen können.

„Wir müssen erst einmal bekannt werden“, meint Johanna Kettelhake. „Es wäre gut, wenn wir auf dem Weihnachtsmarkt stehen würden.“ Gemeint ist der Nikolausmarkt am Sonnabend, 8. Dezember. Doch ob sich ein solcher Stand in so kurzer Zeit verwirklichen lässt, bleibt während dieser Beratung offen. Beim Versuch, den Seniorenbeirat und seine Mitglieder im Ort bekannt zu machen, soll auch ein Faltblatt oder eine Broschüre helfen. Darin sollen Informationen über weitere nützliche Angebote für den Alltag als Senior in Lemwerder enthalten sein, ist sich die Runde einig. Als Beispiele wird der gemeinsame Lieferdienst genannt, den eine örtliche Apotheke und ein Supermarkt ihren Kunden anbieten. Auch das Anrufsammeltaxi gehöre erwähnt, heißt es weiter.

Für den Preis einer Busfahrkarte fährt das Anrufsammeltaxi mehr als 40 Ziele innerhalb der Gemeinde an, für etwas mehr auch über die Gemeindegrenzen hinaus nach Delmenhorst-Sandhausen (Anschluss an die DelBus-Linie 205 in die Innenstadt) sowie zu den Bahnhöfen in Berne und Bookholzberg. Dass es das Angebot gibt, findet der Seniorenbeirat gut, es sei aber noch viel zu wenig bekannt. Johanna Kettelhake ist noch etwas anderes aufgefallen: „Die Haltestellen sind teilweise zu weit weg für Leute, die kaum laufen können.“ Sie wünscht sich eine Übersicht, wo wie viele Senioren wohnen, um die Haltestellen gegebenenfalls anzupassen.

Seniorenschwimmen, Hausnotruf, Seniorenbegleiter, Wohnberatung, Unterstützung für pflegende Angehörige: Bei der Überlegung, welche Informationen das Faltblatt enthalten sollte, fallen noch viele weitere Stichworte. Manches ließe sich auch beim Senioren- und Pflegestützpunkt erfragen, weiß Dieter Preuß, genutzt werde diese Möglichkeit jedoch nur selten.

Wer direkt beim Seniorenbeirat Rat suchen, Verbesserungsvorschläge oder sonstige Anregungen loswerden möchte, hat donnerstags von 14 bis 17 Uhr im Rathaus Gelegenheit dazu. Dann öffnet Axel Kaufmann sein Gemeindearchiv im Rathauskeller für Besucher, ist aber auch als Vertreter des Seniorenbeirats für die Anliegen der älteren Einwohner ansprechbar. Wem die Benutzung der Treppe schwerfällt, wird gebeten, sich im Bürgerbüro zu melden. In solchen Fällen will Kaufmann das Archiv verlassen und im Erdgeschoss mit den Besuchern sprechen. Renate Römer erwartet, dass so manche Anliegen auch im Alltag an die Mitglieder im Seniorenbeirat herangetragen werden könnten. Im Umfeld ihres Wohnorts seien alle recht bekannt.

Sich für die Interessen und Belange der älteren Bürger in der Gemeinde einsetzen, bedeutet allerdings mehr, als Sprechstunden abzuhalten, Informationen zu sammeln und zugänglich zu machen. Für Renate Römer ist es genauso wichtig, insbesondere allein lebenden alten Menschen einfach mal etwas Zeit und ein offenes Ohr zu schenken. „Eine Anlaufstelle für pflegende Angehörige wäre auch nicht schlecht“, weiß sie aus eigener Erfahrung während der Zeit, als sie ihre dementen Eltern unterstützte. In Lemwerder habe sie keinen Ansprechpartner gehabt. Der Seniorenbeirat selbst habe andere Aufgaben, heißt es im Verlauf der weiteren Diskussion. Doch er kann sich für die Schaffung fehlender Angebote einsetzen sowie vorhandene bekannter machen und Kontakte herstellen.

„Als Senior sieht man, dass viele Dinge nicht so laufen, wie sie laufen könnten“, formuliert Helmut Jahn denn auch seine Motivation, sich im Seniorenbeirat zu engagieren. Als ein Beispiel nennt er die teils holprigen, teils löchrigen Gehwege in Lemwerder. Nach Einschätzung Jahns sind auch die Bordsteine für Menschen, die auf einen Rollator angewiesen sind, oftmals viel zu hoch. Im Seniorenbeirat will er sich dafür einsetzen, dass sich daran etwas ändern.

Ähnlich mühselig wie das Laufen auf holprigen Gehwegen und obendrein ärgerlich wird es nach Auffassung von Wilfried Sieghold, wenn Senioren die Fähre nach Vegesack benutzen wollen, alle Parkplätze in der Nähe des Anlegers aber von Dauerparkern belegt sind. Um das zu ändern, wünscht er sich spezielle Parkausweise sowie reservierte Parkplätze für Senioren in nächster Nähe zum Fähranleger, verbunden mit einem resoluten Vorgehen gegen Falsch- und Dauerparker, die sich um Verwarnungen nicht scheren.

Es ist eine Ideensammlung, die die zweite Sitzung des Seniorenbeirats bestimmt. Was er davon wann umsetzen kann, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass es fortan seine Aufgabe ist, die Interessen der Seniorinnen und Senioren in Lemwerder gegenüber Gemeinderat, Verwaltung und Öffentlichkeit zu vertreten. Da die Gemeindeverwaltung laut Satzung zugleich verpflichtet ist, den Seniorenbeirat über alle Belange, Projekte und Probleme zu informieren, die die ältere Generation berühren, könnten schon bald weitere Themen hinzukommen.


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Leserkommentare
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...
aguahorst am 20.10.2019 16:55
In der Nähe von Wilhelmshaven baut man neue Kavernen, um damit Geld zu verdienen. In Bremen will man sie verfüllen und stilllegen.....was passiert ...