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2020 ist alles bebaut
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Endspurt im Lesum-Park

Sylvia Wörmke 03.02.2019 0 Kommentare

Für Procon-Chef Thorsten Nagel ist der Lesum-Park
Für Procon-Chef Thorsten Nagel ist der Lesum-Park "Teil seines Lebenswerkes". Seit 2011 ist seine Firma mit dem Projekt beschäftigt.  (Christian Kosak)

Sie sind da – die ersten Mieter, die in die Neubauten der Gewoba im Lesum-Park einziehen. Ein älteres Paar schleppt eine Couch in einen Eingang in der Pastor-Diehl-Straße. Die Gelegenheit für Thorsten Nagel, geschäftsführender Gesellschafter des Projektentwicklers Procon, bei einem Rundgang mit ihnen ins Gespräch zu kommen und eine Wohnung anzuschauen. Er besitzt keinen Schlüssel. Nach und nach hat sich ein neues Quartier in Lesum entwickelt. Jetzt läuft der Endspurt. 2020 sind alle Flächen bebaut.

Der Mieterkontakt gehört nicht zu den Aufgaben eines Diplom-Ingenieurs, der Chef der Firma Procon ist, die den Lesum-Park in Nachbarschaft zur Pflege- und Reha-Einrichtung Friedehorst hat Realität werden lassen. „Ich habe zum ersten Mal Mieter hier gesehen. Das war ein schöner Moment“, sagt er nach dem zufälligen Treffen. Es handelt sich um Ute Appel und ihren Ehemann Jürgen, die aus dem Keller ihrer Wohnung Möbel zum Neubau bringen. Ihr 25-jähriger Sohn Robert zieht hier ein. Seine Sachen hatte er bei den Eltern untergestellt. Sie helfen ihm beim Einzug.

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Die ehemalige stellvertretende Schulleiterin der Oberschule Helsinkistraße und ihr Mann sind begeistert von der neuen Unterkunft ihres Sohnes. Sie erzählen dem Procon-Chef, was sie gut und „genial“ finden. Zum Beispiel die automatische Lüftung in der knapp 45 Quadratmeter großen Zwei-Zimmer-Wohnung mit Balkon. Sie loben viel und sind begeistert über die Ausstattung und Bauweise. Auch der Preis, den die Gewoba pro Quadratmeter nimmt – 6,50 Euro – ist für Jürgen Bäckhaus-Appel „anerkennenswert“.

Sozialwohnungen jetzt bezugsfertig

Als die beiden mit Thorsten Nagel die Wohnung verlassen, begegnen sie zwei jungen Frauen, die auch gerade einziehen. „Wir haben den Schlüssel schon vor dem 1. Februar bekommen, sonst wird es hier chaotisch“, sagt Ute Appel. 116 sozialgeförderte Wohnungen, für die im Mai 2017 der Grundstein gelegt wurde, sind nämlich jetzt bezugsfertig.

Ursprünglich als Gesundheitspark für die sogenannte weiße Wirtschaft angedacht, also für Arztpraxen und Dienstleistungsgewerbe, die mit dem Thema Gesundheit zu tun haben, gibt es inzwischen eine ganz bunte Mischung im Lesum-Park, ein Gesundheitszentrum mit Praxen und einer Apotheke, ein Seniorenheim und viele unterschiedlichen Neubauten fürs Wohnen. Die städtische Wohnungsgesellschaft Gewoba belegt mit 116 geförderten Wohnungen in vier Häusern zwischen Pastor-Diehl-Straße und Charlotte-Wolff-Allee gut einen Hektar auf einer Fläche von insgesamt 7,5 Hektar. Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen von 30 bis 95 Quadratmeter stehen zur Verfügung. 260 Menschen erhalten hier im Lesum-Park ein neues Zuhause.

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Es gibt zudem Eigentumswohnungen zu kaufen. Reihen- und sogenannte Kettenhäuser gehören zu weiteren Wohnformen. Das Ergebnis: Auf dem Gelände der früheren Wilhelm-Kaisen-Kaserne ist ein Quartier entstanden, in dem alte wie junge Menschen, Singles wie Familien mit Kindern leben oder leben werden, wenn im Jahr 2020 die Handwerker abziehen. „Die Mischung ist gut“, meint Thorsten Nagel. Seit 2011 ist der gebürtige Lesumer, der gleich um die Ecke wohnt, mit dem Projekt befasst. „Es ist Teil meines Lebenswerkes“, sagt er. Bis 2020 wird ein langer Weg von der Idee bis zur Fertigstellung zurückgelegt worden sein.

Schon sechs Jahre davor hatte es einen Anlauf gegeben, um den Bebauungsplan für eine neue Gestaltung des Geländes zu ändern. Das Technische Hilfswerk wollte hier ein überregionales Ausbildungszentrum bauen. Die Nachbarn am Freesenkamp und Friedehorst gingen auf die Barrikaden. Sie befürchteten Lärmbelästigung, auch durch die Ansiedlung von Gewerbebetrieben. Das Thema wurde auf Eis gelegt. Das THW verabschiedete sich später von der Idee.

Dann wurde eine Umgestaltung in Richtung „Gesundheitspark“ und Dienstleistungsgewerbe angedacht. Das war damals die Vorgabe der Stadt, mit diesem Schwerpunkt war das Gelände europaweit ausgeschrieben worden. Procon erhielt den Zuschlag.

Ein Gewerbestandort mit Schwerpunkt auf Gesundheit

Grundsätzlich ging es für den Bebauungsplanbereich an der Peenemünder Straße zwischen Autobahn 270, Petersenweg, Friedehorst, Freesenkamp und Rotdornallee um das Ziel, einen Gewerbestandort mit Schwerpunkt auf Gesundheit zu entwickeln und hierbei Friedehorst einzubinden.

Es gab auch viele Pläne, wie die Reha- und Pflegeeinrichtung sich auf dem Areal einbringen wollte – unter anderem mit einem Gesundheitszentrum, mit einem Hotel für Angehörige, die Patienten von Friedehorst besuchen, mit einem Campus mit Sportstätten und dem Bau eines Internats für das Nebelthau-Gymnasium. Ausgenommen von den Plänen wurden die drei Blöcke am Anfang der Peenemünder Straße, die noch in Besitz des Bundes und vermietet sind.

Es kam anders. Als gesundheitswirtschaftlicher Dienstleister sollte Friedehorst bei der gewerblichen Nutzung des Lesum-Parks eine große Rolle spielen, geriet aber in finanzielle Turbulenzen. Der Projektentwickler musste sich neue Kooperationspartner suchen.

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Da Bremen Wohnungen benötigt, wurde umgesteuert. Inzwischen ist der Lesum-Park zu Nordbremens größtem Baugebiet geworden, mit Neubauten, einem Teil an Gewerbe aus dem Gesundheitsbereich, einem Discounter, einer Buslinie. „Alles ist voll“, sagt Nagel. Ein Sanitätshaus im Ärztehaus hat zwar schon wieder geschlossen. „Die Nachfrage war aber gut. Es gab keine Probleme“, erzählt er von der Suche nach einem anderen Mieter. Hier soll nun bald ein Personal-Fitness-Coach seine Dienste anbieten. 

Die Handwerker haben es noch mit zwei Neubauten zu tun, den letzten Projekten im Lesum-Park. In einem Gebäude wird der Pflegedienst Vacances eine Tagespflege für Senioren mit 25 Plätzen einrichten. Zudem wird in dem Haus eine Kita einziehen, mit 30 Plätzen, 15 sind für die Kinder der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen reserviert. Träger der Kita soll „Impuls Soziales Management Die Familienexperten gGmbH“ werden, im Herbst 2020 soll das Haus fertig sein.

Ein zweites Ärztehaus

Ebenfalls an der Charlotte-Wolff-Allee entsteht derzeit ein zweites Ärztehaus, das sogenannte Torhaus. In den Obergeschossen des dreigeschossigen Gebäudes, das eine Nutzfläche von insgesamt circa 700 Quadratmetern hat, werden laut Procon-Geschäftsführer Nagel eine Augenärztin und ein Kieferorthopäde ihre Praxen betreiben. „Sie nutzen jeweils ein ganzes Geschoss“, sagt er. Ganz besonders freut er sich darüber, dass zwei Frauen im Erdgeschoss ein Café eröffnen wollen. Im Mai 2020 rechnet er damit.

2020 ist Schluss mit den Bauarbeiten. „Bis auf diese beiden Grundstücke ist alles fertig,“ sagt Nagel. Er rechnet zusammen und kommt auf gut 500 Menschen, die hier dann wohnen und gut 200 Menschen, die im neuen Quartier einen Arbeitsplatz haben werden. Bei den Mietern und Käufern handle es sich jeweils zu einem Drittel aus Nordbremern, Bremern und Niedersachsen.


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?