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Tagespflege in Bremen-Nord
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Entlastung für die Angehörigen

Jean-Pierre Fellmer 09.03.2019 1 Kommentar

Betreuungsassistentin Simone Metzscher spielt mit einer Besucherin der Tagespflege.
Betreuungsassistentin Simone Metzscher spielt mit einer Besucherin der Tagespflege. (Martin Rospek)

3,4 Millionen Menschen sind laut Statistischem Bundesamt pflegebedürftig. Stand: Dezember 2017. Dreiviertel von ihnen werden demnach zu Hause versorgt. Um Angehörige zu entlasten, gibt es das Angebot der Tagespflege: Betreuer kümmern sich um die pflegebedürftigen Senioren, die in einer Einrichtung in einer Gruppe zusammenkommen und bei Bedarf von einem Transportdienst abgeholt werden.

Zum Beispiel in der Stiftungsresidenz St. Ilsabeen der Bremer Heimstiftung in St. Magnus. „Bis zu 16 Gäste kommen täglich in die Tagespflege“, sagt Hausleiterin Sylvia Hoven. Manche Gäste besuchen die Einrichtung nur einmal in der Woche, andere häufiger. „Viele davon kommen aus den Appartements unseres Wohnbereichs.“ Die Gruppe sei voll ausgelastet, der Bedarf vorhanden: Seit 2015 finanzieren die Pflegekassen durch das erste Pflegestärkungsgesetz (PSG I) mehr Leistungen. „Dadurch ist auch die Nachfrage an der Tagespflege gestiegen.“  Früher habe es die Tagespflege in St. Ilsabeen nur werktags gegeben, nun gibt es das Angebot jeden Tag.

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In St. Ilsabeen gibt es für die Tagespflege gemeinsame Aufenthaltsräume, hier verbringen die Gäste Zeit miteinander und den Betreuern, spielen Spiele oder schauen Filme. In Ruheräumen können die Gäste sich entspannen. „Die Tagespflege ist ein Gruppenangebot“, sagt Hoven. Es richte sich etwa an Demenzkranke, die Langzeit- oder Intensivpflege könne das Angebot nicht ersetzen.

Kürzlich konnte ein Gast, der intensive Pflege benötigt, nicht mehr in der Tagespflege versorgt werden. „Wir haben wirklich alles versucht und nach einem Kompromiss gesucht.“ Die Betreuung des Gastes sei jedoch zu aufwendig gewesen, sodass die Pflege zulasten der Besucher und Betreuer gegangen wäre.

Sozialressort sind Probleme bekannt

Das Problem ist beim Sozialressort bekannt, sagt Bernd Schneider. „Hochgradige Pflegefälle und junge Demenzkranke haben es schwierig, einen Platz in der Tagespflege zu finden.“ Sie fielen aus dem Raster der üblicherweise in der Tagespflege erwarteten Gäste. Auch über den Bedarf und die hohe Auslastung weiß das Sozialressort Bescheid: „Wir stehen in Absprache mit den Trägern.“ Nach seinen Angaben gibt es acht Einrichtungen mit je bis zu 30 Plätzen in Bremen-Nord.

Eine davon ist die Tagespflege im Friedehorst. Laut Pressesprecherin Gabriele Nottelmann gibt es zwei Tagespflege-Gruppen: eine Gruppe mit 14, eine weitere mit 15 Plätzen. Je nach ihren eigenen Bedürfnissen kommen die Gäste ein- bis fünfmal pro Woche zu Besuch, insgesamt 60 Gäste hat die Einrichtung. In der Regel sei die Tagespflege vollständig ausgelastet, auf der Warteliste stehe trotzdem selten jemand – Angebot und Nachfrage deckten sich also. „Schwerstbedürftige Pflegefälle können aufgenommen werden“, so Nottelmann. Es werde aber immer geschaut, ob der Gast in die Gruppe passe.

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„In unseren Tagespflegeeinrichtungen werden sowohl ältere Menschen mit somatischen als auch solche mit psychischen oder demenziellen Erkrankungen aufgenommen“, sagt Claudia Pritze, Diplom-Pflegewirtin beim Sozialwerk der Freien Christengemeinde Bremen. Im Mittelpunkte stehe die Entlastung der pflegenden Angehörigen, die Menschen sollen möglichst lange ihr Leben daheim führen können.

Das Sozialwerk betreibt in Bremen-Nord zwei Tagespflege- Einrichtungen, eine in Burg Grambke und eine in Vegesack, mit jeweils 18 Plätzen. Drei kostenlose Probetage bietet das Sozialwerk laut Pritze an. Das Angebot sei gut ausgelastet, daher gebe es Wartelisten, trotzdem stünden auch kurzfristig Plätze zur Verfügung. Auch Pritze weist darauf hin, dass die Tagespflege ein Gruppenangebot ist, was die Möglichkeit der Betreuung schwerer Pflegefälle einschränke.

Bremer Heimstiftung mit 86 Tagespflege-Plätze

Die Bremer Heimstiftung bietet insgesamt 86 Tagespflege-Plätze in ihren Einrichtungen an. Eine weitere Tagespflege-Gruppe mit 15 Plätzen entstehe derzeit neben dem Mehrgenerationenhaus in Burgdamm, sagt Sandra Wagner, Pressesprecherin der Heimstiftung.

Wegen der Nachfrage werde mittlerweile an jedem Standort eine Tagespflege eingerichtet, ergänzt Hoven. Kurzfristig neue Plätze zu schaffen, sei nicht so einfach: „Es gibt Auflagen von der Heimaufsicht, die eingehalten werden müssen“, sagt Hoven. Dies betreffe beispielsweise die Größe der Räume oder die Anzahl der Toiletten, die auf die Anzahl der Gäste abgestimmt ist. Manchmal wären flexiblere Regeln gut, meint sie. Regeln seien aber auch notwendig, um die Qualität der Tagespflege zu sichern.

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Im Lesum-Park entstehen Tagespflege-Plätze in einem Neubau, im selben Gebäude wird eine Kindertagesstätte untergebracht. Das Bremer Unternehmen Vacances Mobiler Sozial- und Pflegedienst GmbH investiert 3,5 Millionen Euro in ein Gebäude an der Charlotte-Wolff-Allee für das Tagespflege-Projekt mit 25 Plätzen und die Kindertagesstätte. Die Eröffnung ist für Herbst 2020 geplant.

Zur Sache

Tagespflege-Anbieter

Bremer Heimstiftung, Telefonnummer 04 21 / 2 43 40, www.bremer-heimstiftung.de/kontakt.

Friedehorst, Telefonnummer 04 21 / 6 38 10, www.friedehorst.de/kontakt.

Sozialwerk der freien Christengemeinde, Telefonnummer 04 21 / 64 90 00, www.sozialwerk-bremen.de/kontakt.

Vacances Mobiler Sozial- und Pflegedienst, Telefonnummer 04 21 / 70 60 77, www.vacances.de/kontakt.


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Leserkommentare
werderfan am 23.10.2019 21:15
Ich versuche das mal kurz für die Demokratiefreunde zu erläutern:
1. Der Umweltausschuss des Beirats Blumenthal tagt am nächsten Montag ...
IhrenNamen am 23.10.2019 21:02
Ich bin mal sehr gespannt wie sich das auf die Spendensumme auswirkt.