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Trinkwasser wird knapp
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Entspannung nur durch Regen

Iris Messerschmidt 23.06.2017 0 Kommentare

Wasser
Der OOWV hat schon im Juni erste Spitzenwerte im Trinkwasserverbrauch gemessen. Grund: Lange Trockenheit. Jetzt wird um sparsamen Umgang mit dem kostbaren Nass gebeten. (Patrick Pleul, picture alliance / dpa)

Wesermarsch. Grundsätzlich kann der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) stolz auf seine Kunden sein. 115 Liter Wasserverbrauch pro Kopf/Tag, das liegt unter dem Bundesdurchschnitt von immerhin 121 Litern pro Kopf und Tag. Dabei bewertet die Bundesregierung den Verbrauch schon als besonders gut, liegt der Wasserverbrauch pro Kopf und Tag in europäischen Ländern doch laut Statistischem Bundesamt durchschnittlich bei 150 Liter pro Kopf und Tag. Doch zurück zum Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband und der hiesigen Region. Denn die derzeitige Wetterlage treibt den Wasserverband dazu, seine Kunden zu noch mehr Sparsamkeit anzuhalten.

„Die hohen Temperaturen und die anhaltende Trockenheit treiben den Wasserverbrauch spürbar in die Höhe. Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband bittet deshalb seine Kunden, Trinkwasser sparsam zu verwenden und auf die Gartenbewässerung zu verzichten“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung von Anfang dieser Woche. „Das war der langen Trockenperiode geschuldet“, macht OOWV-Pressesprecher Gunnar Meister deutlich. Zwar hofft er auf die von Meteorologen angekündigten „Wassertropfen von oben“ und damit einhergehend eine Entspannung der Situation. Dennoch: Die Sommerzeit hat gerade erst begonnen, und wie viele Trockenperioden den OOWV-Kunden noch bevorstehen, weiß bislang keiner.

Am Montag, 19. Juni, jedenfalls meldeten die Wasserwerke des OOWV einen für die Jahreszeit besonders hohen Wasserverbrauch. Demnach gaben die 15 Wasserwerke an diesem Tag insgesamt rund 285 000 Kubikmeter Trinkwasser ab. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Tagesmenge liegt bei 220 000 Kubikmetern. Der Rekord lag laut OOWV im Übrigen bei 311 029 Kubikmeter, das war am 2. Juli 2015.

„Besonders viel Wasser wird morgens und abends verbraucht, wenn die meisten Menschen duschen, Essen zubereiten oder waschen“, erzählt Gunnar Meister von alltäglichen Verhaltensweisen, auf die der OOWV vorbereitet ist. Doch derzeit kämen alle auf einmal, „verständlicherweise“, zum selben Zeitpunkt auf die gleiche Idee: „Viele Gartenbesitzer wässern zusätzlich derzeit ihren Rasen oder befüllen Planschbecken und Pools. Dies treibt den Wasserverbrauch enorm in die Höhe.“

Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband bekräftigt deshalb seine Bitte an die Kunden, auf unnötiges Rasensprengen zu verzichten. Das Wasser in Pools sollte nicht voreilig ausgetauscht werden. Wer nach der Arbeit duscht, sollte dies in die späteren Abendstunden verlegen, bittet der Wasserverband.

„Der hohe Verbrauch kann vereinzelt auch zu kurzzeitigen Druckschwankungen und Trübungen des Trinkwassers führen“, gibt Gunnar Meister noch einen weiteren Hinweis. Der Grund: Durch die veränderte Fließgeschwindigkeit des Wassers im Netz können sich kleinste, ungefährliche Partikel aus Eisen und Mangan lösen, die sich im Laufe der Jahre in den Leitungen festgesetzt haben. Dies sei ein völlig normaler Vorgang. Trübungen treten beispielsweise auch häufig nach Wartungen am Trinkwassernetz auf.

„Für die kommenden Tage sind weiter hochsommerliche Temperaturen von teilweise bis zu 30 Grad vorhergesagt. Erfahrungsgemäß entspannt sich die Situation, sobald es wieder regnet“, gibt Gunnar Meister bekannt. Und er hat für die Kunden des OOWV auch noch ein Kompliment parat: „Wie schon gesagt, mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 115 Litern am Tag liegen wir in unserem Verbandsgebiet unter dem Bundesdurchschnitt. Dies zeigt, dass viele Menschen bereits sehr sorgsam mit Trinkwasser umgehen.“ So geringe Werte können laut Meister nur erreicht werden, wenn entsprechende wassersparende Geräte im Haushalt eingesetzt werden.

Er betont aber auch: „Dass wir uns da nicht falsch verstehen, sehr viel weniger Wasserverbrauch als diese 115 Liter pro Kopf und Tag dürften es auch gar nicht werden. Sonst werden die Rohrleitungen nämlich nicht richtig durchspült und es können sich gesundheitsgefährdende Ablagerungen bilden. Soll heißen, der OOWV müssten dann die Rohre extra durchspülen.“ Somit müsste also wieder zusätzlich Wasser verbraucht werden.

Die derzeitige Situation ist allerdings eine andere. Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband setzt auf die Umsicht und das Verständnis seiner Kunden: „Umsichtiger und sparsamer Umgang mit Trinkwasser ist auch während Trockenzeiten notwendig. Besonders wichtig ist uns vor diesem Hintergrund der Hinweis, dass gegenwärtig auf das Rasensprengen mit Leitungswasser verzichtet werden sollte.“

Darüber hinaus: Kunden, die eine Trübung des Trinkwassers bemerken oder andere Probleme mit dem Wasser haben, erreichen den Notdienst des OOWV unter der Telefonnummer 0 44 01 / 60 06.

Tipps zum Wassersparen Am einfachsten ist es, den direkten Wasserverbrauch zu reduzieren. Doch schon beim Einkaufen kann man darauf achten, dass durch die Herstellung und Verarbeitung vieler Lebensmittel, Verpackungen und Konsumgüter unglaubliche Mengen an Trinkwasser verschwendet werden. Beispielsweise verbraucht die Herstellung einer Jeans bis zu 8000 Liter Wasser. Hier immer die richtige Entscheidung zu treffen, ist schwer, es gilt aber: Weniger Konsum ist weniger Wasserverbrauch. Im Garten kann man mit einer Regentonne Trinkwasser sparen. Regenwasser eignet sich ideal zum Bewässern von Pflanzen und Rasen. Ein Fass mitten im Garten fängt einige Liter auf, effektiver ist es jedoch, das Fass an eine Dachrinne anzuschließen – Fässer gibt es in verschiedensten Optiken. Wer etwas Geld übrig hat, kann sich eine Zisterne zulegen. Oberirdische Zisternen sind schnell installiert und fassen bis zu drei Kubikmeter Wasser. Unterirdische Zisternen mit bis zu fünf Kubikmetern Fassungsvermögen sind zwar aufwendig zu installieren, halten das Regenwasser aber frisch und algenfrei. Pflanzen sollten nie zur Mittagszeit gegossen werden. Eine Menge Wasser verdunstet, noch bevor es die Pflanze erreicht hat, ein weiterer Teil geht an der Pflanzenoberfläche verloren. Effektiver ist es, am frühen Morgen oder in den Abendstunden zu gießen. Rasen braucht bei normaler Witterung kein zusätzliches Wasser. Nur bei länger anhaltender Trockenheit besteht die Gefahr, dass der Rasen austrocknet. Je lockerer der Gartenboden ist, desto besser und schneller erreicht das Wasser die Pflanzen. Ideal ist es also, den Boden vor dem Gießen kurz durchzuhaken. Beim sogenannten Mulchen wird der Boden mit Grasschnitt, Rinde, oder Kompost bedeckt. Pflanzenwurzeln werden so bei Hitze kühl gehalten, der Boden verliert langsamer Feuchtigkeit und der Unkrautwuchs wird gebremst. Für Balkonpflanzen sind Kästen und Töpfe mit integriertem Wasserspeicher erhältlich. Dadurch müssen die Pflanzen nicht täglich gegossen werden, eine Anzeige übermittelt den Feuchtigkeitsgehalt.
„Bitte gegenwärtig auf das Rasensprengen mit Leitungswasser verzichten.“ Gunnar Meister, OOWV

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