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Eschhofschule Lemwerder bleibt
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Erfolgreicher Protest

Barbara Wenke 18.09.2019 0 Kommentare

(Christian Kosak)

Der massive öffentliche Protest hat sich für Schüler, Lehrer und Eltern gelohnt: Die Eschhofschule bleibt. Die Kreisverwaltung hat am Mittwoch mitgeteilt, dass die für Montag geplante Informationsveranstaltung zur Zukunft der Eschhofschule abgesagt ist. Auch werde der Kreisschulausschuss sich in seinen nächsten Sitzungen nicht mehr mit der Zusammenlegung von Oberschulen beschäftigen. Laut Landrat Thomas Brückmann haben sich einzelne Fraktionen gegen eine weitere Behandlung des Themas im November entschieden.

Am Mittwochmorgen hatte die CDU-Kreistagsfraktion einen Antrag für Schulausschuss und Kreistag eingereicht, in dem sie sich dafür ausspricht, die Oberschule Lemwerder „nicht zu schließen, sondern zu erhalten“. Ferner fordert die Fraktion Entscheidungsträger und Beteiligten auf, „die OBS Lemwerder beim Aufbau weiterer Kooperationen zu unterstützen.“ Zudem haben die Christdemokraten eine Resolution des Kreistags an das Niedersächsische Kultusministerium vorbereitet mit der Aufforderung, „die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Oberschulen zu überarbeiten mit dem Ziel, das weiterführende Schulangebot in ländlichen Gemeinden zu erhalten.“

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Landrat Brückmann ist klar, dass schulorganisatorische Maßnahmen wie die zuletzt diskutierte Zusammenlegung der Lemwerderaner mit der Berner Oberschule „nur im breiten politischen Konsens getroffen werden können“. Da dieser offensichtlich nicht bestehe, hielt Brückmann einen Informationsabend mit sich anschließender politischer Diskussion im Schulausschuss „für wenig zielführend.“

Zeitliche Angaben, wie lange der Burgfrieden gilt, machte der Landrat nicht. Dass die Diskussion über eine mögliche Zusammenlegung der beiden Oberschulen von der Tagesordnung der Novembersitzung genommen wurde, muss nicht heißen, dass sie dort nicht irgendwann erneut platziert werden könnte. Allerdings geht Lemwerders Bürgermeisterin Regina Neuke in absehbarer Zeit nicht davon aus. „Ich habe am Mittwoch mit dem Ersten Kreisrat gesprochen. Er hat gesagt, er werde das Thema nicht noch einmal anfassen.“

Dennoch wirbt die Gemeindechefin dafür, sich nach der berechtigten Freude mit weiteren Inhalten zu beschäftigen. „Wir müssen die guten Ansätze, die die Eltern und Lehrer in den vergangenen Tagen zusammengetragen haben, weiter verfolgen, damit die Eschhofschule auch mit rein rechtlich nicht ausreichenden Schülerzahlen weitergeführt werden kann.“

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Bereits im November 2017 hatte ein Gespräch zwischen Kreisverwaltung, Schule und Elternschaft stattgefunden. Hintergrund war ein Gutach­ten des Unternehmens Biregio aus Bonn, das die Kreisverwaltung im Jahr 2014 hatte anfertigen lassen. Die Kernbotschaft lautete damals: Rückläufige Schülerzahlen erforderten eine veränderte Schullandschaft in der Wesermarsch. Die Verfasser der Studie schlossen auch Schulzusammenlegungen, unter anderem in Lemwerder und Berne, nicht aus.

Das Dilemma der Eschhofschule ist der christdemokratischen Kreistagsfraktion bekannt: „Schulpädagogische und -organisatorische Gründe für eine Zusammenlegung der Oberschulen Lemwerder und Berne, zum Beispiel mehr Profilangebote, bessere Lehrerversorgung, geringere Fixkosten, sind uns bewusst.“ Gleichwohl überwögen die Argumente für einen Erhalt der Schule. So sähen die Schülerprognosen mittlerweile positiver aus als noch im vergangenen Jahr.

Lemwerders Bevölkerung sei binnen zwölf Monaten um ein Prozent gewachsen. Im aktuellen Schuljahr besuchen 200 statt der vor wenigen Jahren prognostizierten 140 Jungen und Mädchen die Grundschule. „Es ist weiter von Zuzügen in erheblichem Umfange auszugehen“, schreiben die Christdemokraten. „Aktuell sind Wohnungen in vergleichbarem Umfang wie in den letzten zwölf Monaten im Bau und im gleichbleibenden Umfang konkret in Planung.“

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Die Entwicklung und Verbesserung des ländlichen Raumes dürfe nicht nur plakatives Programm sein, sondern müsse in der Wirklichkeit umgesetzt werden, fordert die CDU-Fraktion. Die Oberschule Lemwerder sei Bestandteil eines erforderlichen Bildungsangebotes. Zudem wiesen die Antragsteller auf eine engagierte Schüler- und Lehrerschaft hin. „Für das Projekt ‚Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage’ ist die OBS Lemwerder vom niedersächsischen Kultusministerium ausgezeichnet worden. (...) Allen ist klar, dass sie sich auf einen langen Prozess eingelassen haben, den wir unterstützen und nicht abbrechen sollen.“

Die Christdemokraten fordern dazu auf, Arbeitsgemeinschaften mit dem örtlichen Gymnasium zu intensivieren und neue Kooperationen aufzubauen. Die Vorsitzende des Elternrats der Eschhofschule, Dörte Woltjen, betonte, dass jetzt niemand die Hände in den Schoß legen werde. „Wir werden Werbung für unsere Schule machen“, kündigte sie an. Wobei die beste Werbung für die Eschhofschule wohl in den vergangenen Wochen stattgefunden hat, als Eltern, Lehrer- und Schülerschaft, Gemeindeverwaltung sowie örtliche Industrie- und Handwerksbetriebe für den Erhalt der Eschhofschule an einem Strang zogen.

Landrat Thomas Brückmann bat darum, den Arbeitskreis Schulentwicklung, der die Zusammenlegung der beiden Oberschulen empfohlen hatte, nicht zu verteufeln. „Der Arbeitskreis hat mehrheitlich eine auf der Schulgesetzgebung basierende fachliche Empfehlung abgegeben.“ Bei dem Votum des Kreises habe es sich aber nur um eine Empfehlung, nicht um einen Beschluss gehandelt. Dieser Unterschied sei „angesichts der verständlichen Emotionalität der Thematik“ in der öffentlichen Kontroverse aus dem Blick geraten.

„Unabhängig von den bekannten schulfachlichen Problemstellungen und den entsprechenden Hinweisen der Fachbehörden, bleiben Beschlüsse über Schulzusammenlegungen abschließend eine grundlegende politische Entscheidung“, betont Brückmann. Der Landrat geht angesichts der jetzigen Entwicklung davon aus, „dass Schulleitungen, Lehrpersonal, Eltern, Schülerinnen und Schüler, aber auch kommunale Räte sowie die Bürgerinnen und Bürger in der südlichen Wesermarsch nun wieder beruhigter in die Zukunft schauen können.“


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