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Schwaneweder Autorin veröffentlicht Bücher
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Erlebnisse mit tierischen Hausgenossen

Michael Thurm 05.12.2018 0 Kommentare

Elke Abt hat aus ihrer heutigen Sicht
Elke Abt hat aus ihrer heutigen Sicht "viel zu spät" mit dem Schreiben angefangen. Ihre Ideen schreibt sie zu jeder Tages- und Nachtzeit nieder. (Christian Kosak)

Schwanewede. Elke Abts Geschichten und Gedichte – sie entstehen in ihrem Kopf. Vieles entspringt ihrem Gedächtnis. „Plötzlich habe ich eine Idee, fällt mir eine Textzeile ein“, erzählt sie. Wenn sie zusammen mit ihrem Mann Wolfgang Fernsehen guckt etwa, dann schaut sie des Öfteren mit so einem besonderen Blick. Dann schaut er zu ihr hinüber. „Elke, Du bist mit den Gedanken schon wieder ganz woanders“, moniert er dann. Oder wenn seine Gattin mitten in der Nacht das Schlafgemach verlässt und den Computer hochfährt. Elke Abt schreibt Bücher.

Ob Prosa oder Poesie, Sachbuch oder Belletristik, Heiteres oder Trauriges – die Bandbreite, die Elke Abt bedient, ist vielfältig. Jetzt hat die 77-Jährige bereits ihr achtes Werk vorgelegt. „Tierisches und mehr“, heißt das neue Buch. In Kurzgeschichten und Gedichten erzählt Elke Abt lustige und traurige Erlebnisse mit ihren vielen Haustieren, die sie auf ihrem Lebensweg eine Zeit lang begleitet haben. Sie erzählt mit viel Wärme vom dementen Entenpaar, das das Wasser scheut.

Von Erwin, dem verrückten Wellensittich oder der Dohle Abraxas. Komplettiert wird das 140 Seiten starke Buch von Gedichten, die in ihrer humoristischen Lyrik oft an den unvergessenen Heinz Erhard erinnern. Wenn Elke Abt beispielsweise über den schwulen Adlermann reimt, über eine fischige Scheidung oder über die wichtige Interpunktion in Versen erzählt.

Apropos Interpunktion: Elke Abt hat schon immer geschrieben, fast ein Leben lang. Aus beruflichen Gründen. Elke Abt war Texterfasserin, später Korrektorin im Osterholzer Zeitungsverlag. Sie schrieb viel, las viel. Doch nie für sich selbst, abgesehen von wenigen Gedichten, die sie schon in Jugendjahren verfasste und dann zu besonderen Anlässen vortrug.

„Mit dem Bücherschreiben habe ich viel zu spät angefangen“, sagt Elke Abt rückblickend. Erst als sie vorzeitig in Rente ging, konnte sie ihre Lust am Schreiben, ihr lyrisches Talent ausleben. „Davor war einfach keine Zeit: Familie, Kinder und Beruf ließen ein solches Hobby nicht zu“, erinnert sich Elke Abt.

Ein Blick zurück im Zorn ist das nicht. Nein, Elke Abt bereut nichts. Wenn sie erzählt, vergisst man die Zeit und spürt: Die 77-jährige Autorin schreibt Bücher nicht, um damit Geld zu verdienen, Elke Abt schreibt Bücher, weil sie viel Spaß daran hat, weil sie mit ihren Werken diesen Spaß an die Menschen weitergeben, sie unterhalten will. „Reich werden kann man damit nicht“, schmunzelt sie. Sie sei ja auch gar nicht sonderlich bekannt. Will sie eigentlich auch nicht sein. Auch Lesungen mag sie eigentlich nicht. Dass Elke Abt heute überhaupt vor Publikum aus ihren Büchern liest, dafür ist der ehemalige Schwaneweder Pastor Karl Greving verantwortlich. „Der hat mich quasi dazu getrieben“, lacht Elke Abt. Die Zahl dieser Veranstaltungen ist gering geblieben, Elke Abt forciert es nicht.

Im Januar allerdings wird sie wieder vor Publikum lesen. In Brake , „auf der anderen Seite“, wie man in Schwanewede so sagt.  Die Chefin des Braker Feinschmecker-Restaurants „Culinaria“, Lilo Barghorn, hatte Elke Abts  Nachkriegsroman „Lilo Leberwurst“ gelesen und war so beeindruckt, dass sie sich mit der Autorin in Verbindung gesetzt hatte. Elke Abt sagte zu, und so gibt es am 19. Januar ab 18 Uhr im Culinaria eine Lesung und ein exquisites Dinner.

Mit dem Roman „Lilo Leberwurst“ beweist Elke Abt, dass sie nicht nur humoristische Kurzgeschichten niederschreiben kann. Lilo Leberwurst ist ein autobiografischer Roman. Er erzählt aus Kinder- und Jugendtagen der Autorin, die in Ganspe das Licht der Welt erblickte, später nach Stationen in Blumenthal und Vegesack ihre Heimat in Schwanewede fand.

„Ich habe viele Passagen aus dem Gedächtnis geschrieben“, berichtet Elke Abt. Geschichten einer harten Zeit, von der ihr bei vielen Besuchen eine Tante berichtet hat. Und ja, sie ist die Lilo Leberwurst.  „Ich habe immer so gern Leberwurst gegessen. Irgendwann haben mich dann alle nur Elke Leberwurst gerufen“, amüsiert sie sich. Die kleine Elke (Jahrgang 1941) führte trotz der vielen Entbehrungen – ihren Vater lernte sie erst mit acht Jahren kennen – ein unbekümmertes Leben, war trotz der schlimmen Lebensumstände eine Frohnatur. „Ich habe diese Entbehrungen damals nicht so empfunden“, sagt Elke Abt heute, „denn was man nicht kennt, kann man auch nicht vermissen.“  

So gern sie liest und schreibt, so gern steht Elke Abt aber auch in der Küche. „Ich backe und koche sehr gern“, verrät sie. Und so ist neben den von Kollegen bunt illustrierten Kinderbüchern, den tierischen Kurzgeschichten, Advents- und Weihnachtsgeschichten und zwei Romanen auch ein Kochbuch entstanden. Darin nennt Elke Abt ihre Lieblingsrezepte, die sie in jahrelanger Kleinarbeit gesammelt und ausprobiert hat. Die Rezepte reichen von speziellen Kuchen bis zu typischen norddeutschen Gerichten wie Steckrübeneintopf, Graupensuppe, Labskaus, Grünkohl oder Matjes mit Specksoße.

Zur Sache

Tierisches und mehr

Die Bücher von Elke Abt sind bei „Books on demand“ erschienen. „Books on demand“ ist eine Self-Publishing-Plattform, die Publikationsdienstleistungen für Verlage und Selbstpublikationen anbietet. Auch bei Amazon sind die Bücher von Elke Abt erhältlich. Das neue Werk „Tierisches und mehr“ hat die ISBN-Nummer 978-3752877755 und kostet zehn Euro.


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Leserkommentare
suziwolf am 22.10.2019 07:55
Hallo, @Max ...

Das Gesagte bzw. die negativen ,Erfahrungen mit anderen Banken‘
kann voll unterstrichen werden.

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reswer am 22.10.2019 07:54
Das Luxemburger Gericht stellte im Juni 2018 fest, dass Deutschland gegen das gesundheits- als auch umweltschädliche Nitrat im Grundwasser zu wenig ...