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Eishockeyspieler beim Abschlag
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Fischtown Pinguins golfen in Lesum

Imke Molkewehrum 08.10.2019 0 Kommentare

Der Eishockey-Profi Tom Horschel guckt nach dem Abschlag seinem Golfball hinterher. Drei Stunden spielte er mit vier Teamkollegen und Mitgliedern des Golfclubs Lesmona ein Freundschaftsturnier.
Der Eishockey-Profi Tom Horschel guckt nach dem Abschlag seinem Golfball hinterher. Drei Stunden spielte er mit vier Teamkollegen und Mitgliedern des Golfclubs Lesmona ein Freundschaftsturnier. (Golfclub Lesmona)

Grüner Rasen statt blankes Eis. Fünf Profispieler der Fischtown Pinguins Bremerhaven tauschten am Montag in Lesum für einige Stunden ihre Eishockeyschläger gegen Golfschläger. Allerdings nicht zum ersten Mal. „Das ist eine freiwillige Truppe golfspielender Eishockeyspieler“, erklärte Lothar Radszuweit, Präsident des Bremer Golfclubs Lesmona.

Mike Moore, Cory Quirk, Ross Mauermann, Patch Alber und Tom Horschel, der einzige Deutsche im Quintett, schwangen anfangs bei strahlendem Sonnenschein die Golfschläger. In Lesum wurde an diesem Tag vor allem Englisch gesprochen. „Golf-Neulinge unter den Pinguins wären auch sehr willkommen gewesen“, betonte Radszuweit. „Unsere Mitglieder, die jetzt für die Zweier-Teams keinen Pinguin abkriegen, sind enttäuscht, einige haben sich sogar extra Urlaub genommen.“ Aber die meisten Eishockeyspieler hätten sich nach der 1:2-Niederlage gegen den Tabellenführer EHC München am Vortag wohl lieber eine Auszeit gegönnt. 

Die spielerische Begegnung in Lesum geht laut Hermann Wunram auf eine Schnapsidee zurück. Zwei Mitglieder des Golfclubs, er und Klubkollege Bernd Wagner, waren zuvor bei einem Spiel der Pinguine im Eisstadion und sind dort Manager Alfred Prey begegnet. "Wir könnten ja mal gegeneinander spielen, habe ich damals scherzhaft vorgeschlagen“, erklärte Wunram. Prey habe sofort zugestimmt und gekontert: "Dann müsst ihr aber auch gegen uns Eishockey spielen." „Dazu wird es wohl nicht kommen“, vermutet der 79-jährige Nordbremer. Verblüfft hätten ihn dagegen die sehr guten Handicaps der golfenden Pinguins.

Kurzum: Die Eishockey-Profis machten schließlich tatsächlich Ernst und fuhren nach Bremen. Kaum angekommen, wurden sie von Fans umringt. Besonders umschwärmt war Mike Moore. Sein größter Fan, die siebenjährige Anastasia, wich dem Kapitän der Fischtown Pinguins fortan kaum von der Seite. „Wir sind manchmal drei Mal in der Woche bei den Spielen der Pinguins“, erzählte derweil Anastasias Großmutter Gabi Stolz aus Schwanewede. Sie war im schwarz-rot-weißen Fan-Outfit vor Ort. „Vor acht Jahren habe ich die Fischtown Pinguins einmal live erlebt und bin sofort süchtig geworden. Wir haben unsere Werder-Dauerkarten danach gegen Dauerkarten für die Pinguins ausgetauscht.“ In der Eissporthalle gehe es immer familiär zu – auch mit den gegnerischen Fans. „Unabhängig davon, wer das Spiel gewinnt“, erklärte die 54-Jährige, während sie die Eissportler auf der Golf-Übungsanlage beim Abschlag beobachtete.

Mike Moore war anfangs mit seinen Golfschwüngen nicht recht zufrieden. „Ich mag Golf, es ist ein großartiges Spiel“, sagte der Kapitän der Pinguine am Rand des Grüns. In seiner Heimat Kanada spiele er oft mit seinem Vater und Schwiegervater. Dort seien die Sommer zwar sehr kurz, Golf sei aber trotzdem sehr populär. „In diesem Jahr konnte ich nicht so viel spielen, deshalb bin ich jetzt doch ein bisschen aufgeregt, aber ich will gewinnen“, betonte Moore.  

Kurz darauf verkündete Lothar Radszuweit die Gruppierungen. Jeder Spieler erhielt noch eine Flasche Wasser und ein Lunchpaket mit Banane und Müsliriegel – und losging's. Golfer und Eishockeyprofis standen nun gemeinsam auf dem Grün, bildeten aber je zwei Teams, die gegeneinander in Zweier-Scrambles antraten. Will heißen: Beide Spieler eines Teams schlugen je einen Ball ab. Dann wurde entschieden, welcher Ball günstiger lag, und beide Golfpartner schlugen von dort abermals ab. „Der Schlechtere kann bei dieser Spielvariante von dem Besseren profitieren“, erklärte Golfclub-Präsident Lothar Radszuweit.

Trotz des missglückten „Kanonenstarts“ – das Startsignal versagte – starteten auf zwölf der 18 Grüns alle Gruppierungen zeitgleich. Und der Rundlauf begann. Bis zuletzt hatte Mike Moore unermüdlich den Schläger geschwungen. Nun ging es zur Sache. Die Teams mussten den Golfball weit über den Wassergraben schlagen, wo eine Fahne das Loch markierte. Lässig gelang es dem Lesumer Golftrainer Dennis Kattau, der mit Mike Moore ein Team bildete. Aber auch der 16-jährige Finn Miebach vom gegnerischen Team schlug den Ball weit übers Wasser. In den Rabatten landete dagegen der Ball seines Partners Marian Domagala.

Nun war der Kapitän der Fischtown Pinguins an der Reihe. Es herrschte absolute Stille. Mike Moore holte aus, traf den Ball und schlug ihn weit über den Graben. Die Nagelprobe hatte er bestanden. Anders sah es an den folgenden Grüns aus. Zweimal hintereinander traf er den Rasen statt den Ball, sein Schläger verhakte sich im Grün, und der Ball landete in unmittelbarer Nähe. Dennoch: Nach drei Stunden – es dämmerte schon – stand der Fischtown-Kapitän mit seinem Partner Dennis Kattau auf Rang zwei der Tabelle. Beide gewannen einen Rucksack. Die Erstplatzierten waren Michael Hilbers und Torsten Meyer vom Golfclub Lesmona. Sie bekamen als Anerkennung je einen Golf-Regenschirm.

Auf der anschließenden Feier im Clubhaus wurden Pläne geschmiedet für das nächste Event. Aber nicht auf dem Eis, sondern wieder auf dem Rasen. Lothar Radszuweit freute sich: „Die waren so begeistert, dass sie im nächsten August wiederkommen wollen.“


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Leserkommentare
AnnFF am 23.10.2019 10:29
Diese Parkplatz-Diskussion wird nicht nur zu Freimarktzeiten geführt. Es ist nur während dieser Tage besonders dramatisch. Dramatisch, weil selbst ...
alterwaller am 23.10.2019 10:09
Wie ? Jetzt soll man zum parken sogar in die Innenstadt in die Parkhäuser ? Wie gut ist es doch das sich die autofreie Innenstadt noch nicht ...