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Vier Blumenthaler Gemeinden
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Fusion über Grenzen hinweg

WINFRIED SCHWARZ 07.06.2019 0 Kommentare

Predigt in der Kirche der reformierte Gemeinde Rönnebeck-Farge.
Predigt in der Kirche der reformierte Gemeinde Rönnebeck-Farge. (von Lachner)

Blumenthal. Der Prozess der Zentralisierung innerhalb der evangelischen Kirche in Blumenthal geht in eine neue Runde. Nach der Zusammenführung von Verwaltung und gemeindlichen Aufgaben stehen nun Verhandlungen über eine Fusion von Gemeinden an. Dabei wollen vier von insgesamt sechs Gemeinden im Stadtteil auch die seit Jahrhunderten bestehende Trennung zwischen evangelisch-lutherisch und evangelisch-reformiert hinter sich lassen. Eine Absichtserklärung, die derzeit in den Gemeinden diskutiert wird, ist jedoch nicht ganz unumstritten.

Der neue Anlauf war notwendig geworden, nachdem über drei Jahre dauernde Verhandlungen zwischen den sechs Blumenthaler Gemeinden über die Umsetzung eines Entwicklungskonzepts der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) am Widerstand von zwei Gemeinden gescheitert waren. Das vom Bremer Stadtplanungsbüro Protze und Theiling entwickelte Konzept hatte unter anderem den Bau eines gemeinsamen Zentrums aller sechs evangelischen Gemeinden auf dem Gelände der Martin-Luther-Kirche vorgesehen. Die Gemeinde in der Wigmodistraße verfügt nämlich derzeit über mehr Räumlichkeiten, als ihr nach einem Verteilungsschlüssel aktuell zustehen. Voraussetzung für die Konzeptumsetzung war allerdings die Aufgabe des Standorts der Rönnebecker Paul-Gerhardt-Gemeinde in der Lichtblickstraße. Gegen diesen Verlust stemmt sich die Gemeinde bis heute und sucht gemeinsam mit der Nachbargemeinde Lüssum nach eigenen Wegen und Lösungsmöglichkeiten, Kirchen am Ort zu halten.

Nach den Worten von Pastor Jens Florian von der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Rönnebeck habe in den bisherigen Verhandlungen niemand eine Bestandsgarantie für den Erhalt des Standorts seiner Gemeinde abgeben können. Das sei aber nach dem Votum seiner Gemeindemitglieder unabdingbar für weitere Gespräche. Lediglich die Nachbargemeinde Lüssum am Neuenkirchener Weg habe ihre Unterstützung zugesagt, mit Rönnebeck um den Erhalt des Standorts an der Lichtblickstraße zu kämpfen. „Da werden wir auch noch zwei bis drei Jahre brauchen“, betont der Seelsorger und verweist darauf, dass die Zwänge noch nicht so groß seien, dass sofortiges Handeln notwendig wäre.    

Erste Beratung an Pfingsten

Weiter sinkende Mitgliederzahlen und der erwartete Rückgang der Kirchensteuer veranlassten indes die lutherischen Gemeinden Blumenthal und Bockhorn sowie die reformierten Gemeinden Blumenthal und Rönnebeck-Farge, die Zukunftsüberlegungen voranzutreiben. Ein übergemeindlicher Arbeitskreis hat in den vergangenen Monaten beraten und den lutherischen Kirchenvorständen und reformierten Kirchenräten eine Fusion der vier Gemeinden zum 1. Januar 2022 vorgeschlagen. Die reformierte Gemeinde in Blumenthal will diese Absichtserklärung am Pfingstmontag, 10. Juni, um 14 Uhr im Gemeindesaal in einer Konventsversammlung der Gemeinde zur Beratung und Abstimmung vorlegen. Wörtlich heißt es in der Einladung: „Der Kirchenrat kann und will eine solche Absichtserklärung nicht unterschreiben, ohne zuvor mit der Gemeinde über dieses Thema diskutiert zu haben.“

Pastor Dittmar Schütt von der evangelisch-reformierten Gemeinde Rönnebeck-Farge hält indes den Zeitpunkt für eine öffentliche Diskussion für noch nicht gekommen. In seiner Gemeinde befinde sich das Thema in der internen Beratung. „Erst nach deren Ende können wir sagen, dass wir die Absicht haben, diese Absichtserklärung zu unterzeichnen“, so der Seelsorger, der ein Ergebnis nicht vor September erwartet. Die Blumenthaler Gemeinde gehe einen „ungewöhnlichen Weg, über den wir uns wundern“, so Pastor Schütt. 

Die seit Monaten ohne Gemeindepastor agierende evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Bockhorn – die Stelle ist öffentlich ausgeschrieben – hat nach Angaben der Vorsitzenden des Kirchenvorstands, Karen Philipsenburg, für den 30. Juni eine Gemeindeversammlung einberufen, um die Absichtserklärung öffentlich vorzustellen. Bis dahin wird sich der Kirchenvorstand noch mit vielen Themen zu beschäftigen haben. Dazu zählen nach den Worten der Vorsitzenden Fragen nach der rechtlichen Möglichkeit eines Zusammenschlusses von lutherischen und reformierten Gemeinden und nach räumlichen und finanziellen Sparmöglichkeiten. „Wir haben aber die feste Absicht, unsere bisherige Kooperation innerhalb der vier beteiligten Gemeinden auszubauen und so eng zu gestalten, dass wir uns auch ganz zusammenschließen können“, so Karen Philipsenburg. 

„Das wird noch sehr spannend“, erklärt Wilfried Schröder, Pastor der Martin-Luther-Gemeinde in der Wigmodistraße.  In seiner Gemeinde wird sich der Kirchenvorstand am Mittwoch, 19. Juni, mit der Absichtserklärung befassen und entscheiden, ob er sich an Fusionsgesprächen beteiligen will. Die werden nach seinen Worten nicht ohne Probleme sein, kündigt der Seelsorger an, der aber auch betont: „Wenn wir das wollen, werden wir auch Wege finden.“ Schröder sieht in der Neuauflage der Überlegungen darüber, das grundlegende Problem des Mitgliederschwunds und der geringeren Finanzmittel in den Griff zu bekommen, den Versuch, über inhaltliche Fragen des Miteinanders eher zu einem positiven Ergebnis zu kommen, nachdem der Ansatz über Antworten auf räumliche und strukturelle Themen  gescheitert war. Für ihn gelte die Frage: „Wie wollen wir uns aufstellen, um als Kirche auch in 30 Jahren noch vernünftig arbeiten zu können?“  

Mit der Rekumer Kirche steht ein weiteres evangelisch-reformiertes Gotteshaus auf Blumenhaler Gebiet, das jedoch bei den aktuellen Überlegungen außen vor ist. Die 2000-Seelen-Gemeinde ist nicht Mitglied der Bremischen Evangelischen Kirche, sondern gehört zusammen mit der evangelisch-reformierten Nachbargemeinde Neuenkirchen der reformierten Landeskirche Leer, Ostfriesland, an. Seit Langem kooperieren die beiden selbständigen Gemeinden auf nahezu allen Feldern kirchengemeindlicher Arbeit.


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Leserkommentare
holger_sell am 20.10.2019 15:36
Kultur ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und gerade auch in Bremen ein Magnet für den Tourismus.
Außerdem ist Kulturbewusstsein ein großer ...
holger_sell am 20.10.2019 15:30
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