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Themen für den neuen Beirat Blumenthal
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Große Chance Campus

Gabriela Keller 24.04.2019 1 Kommentar

Der Beirat setzt große Hoffnung auf den geplanten Berufsschulcampus auf dem BWK-Gelände. Es ist das zentrale Blumenthal-Projekt für die kommenden Jahre.
Der Beirat setzt große Hoffnung auf den geplanten Berufsschulcampus auf dem BWK-Gelände. Es ist das zentrale Blumenthal-Projekt für die kommenden Jahre. (Volker Kölling)

Blumenthal. Am 26. Mai wählen die Bremer auch ihre Kommunalparlamente neu. Die neue Amtszeit bedeutet für die Beiräte nicht automatisch auch neue Themen. In vielen Fällen werden die Ortspolitiker sich mit Projekten, Vorhaben und Problemen beschäftigen, die schon seit Jahren diskutiert werden. Es kommen jedoch auch neue Herausforderungen auf die Beiratsmitglieder zu. DIE NORDDEUTSCHE gibt einen Ausblick auf die Themen der Zukunft. Heute geht es um den Beirat Blumenthal.

Mit dem geplanten Berufsschulcampus auf dem Gelände der ehemaligen Bremer Woll-Kämmerei (BWK) wird ein Mammutprojekt die Blumenthaler Kommunalpolitiker in den kommenden Jahren beschäftigen. Zehn bis zwölf Jahre hat das Bildungsressort für das Vorhaben angesetzt, insgesamt fünf Berufsschulen aus dem Bremer Norden und Westen mit bis zu 4000 Berufsschülern auf dem Gelände anzusiedeln. Spätestens 2023 sollen nach dem Zeitplan der Bildungsbehörde die ersten Klassen der Blumenthaler Berufsschule in das alte BWK-Sortiergebäude einziehen, nach und nach die anderen. Gleichzeitig soll der Wirtschaftsstandort BWK-Gelände ausgebaut werden. Die Pläne des Wirtschaftsressorts sehen die Ansiedlung von Kleingewerbe um den Campus vor.

„Ein Architekturbüro soll jetzt damit beauftragt werden, ein Konzept für den Campus zu entwickeln“, sagt die Blumenthaler Beiratssprecherin Ute Reimers-Bruns (SPD). Der Beirat verspricht sich von dem Projekt nicht nur Impulse für die Entwicklung des BWK-Geländes, sondern für Blumenthal insgesamt. „Wir erhoffen uns eine Belebung des Zentrums und des Stadtteils“, so der stellvertretende Beiratssprecher Hans-Gerd Thormeier (CDU). Marcus Pfeiff (SPD), der den Sprecherausschuss des Beirates vertritt, findet noch größere Worte: „Blumenthal hat noch nie eine so große Chance gehabt.“ Bis zu 4000 Berufsschüler, dazu Lehrkräfte und Firmenansiedlungen – das bedeute Kaufkraft, neue Arbeitsplätze und auch Dynamik für den Wohnungsmarkt in Blumenthal.

Alle drei sind sich einig: Das Campus-Projekt ist ein zentraler Baustein in einem zu entwickelnden Gesamtkonzept für das Blumenthaler Zentrum. Verkehrsfragen und die künftige Gestaltung des Marktplatzes müssten darin ebenso berücksichtigt werden wie die Nachnutzung des alten Rathauses und die Suche nach einem zentrumsnahen Standort für die geplante neue Stadtteilbibliothek. Damit sind schon weitere Themen angesprochen, mit denen sich der künftige Beirat befassen wird.

Eine Rolle spielt dabei auch das alte Büchereigebäude an der Landrat-Christians-Straße. Das soll abgerissen werden, hat der amtierende Beirat bereits einstimmig beschlossen. Um die Sicht freizugeben auf den künftigen Campus, außerdem soll ein neuer Weg das BWK-Gelände, den Marktplatz und die Mühlenstraße verbinden. Damit rücken der Marktplatz und seine künftige Gestaltung verstärkt in den Blick. Es gibt einen Beiratsbeschluss. Der sieht vor, den Platz am Rand einspurig für Autos zu öffnen.

Das neu gewählte Stadtteilparlament wird sich nach Ansicht von Reimers-Bruns, Pfeiff und Thormeier die Frage stellen müssen: Macht eine teilweise Öffnung für den Verkehr aktuell noch Sinn? „Dahinter wird man heute ein Fragezeichen setzen müssen“, meint Marcus Pfeiff. Seit dem Beschluss hätten sich Rahmenbedingungen geändert: an der Kapitän-Dallmann-Straße ist ein Kindergarten neu gebaut worden, leer stehende Geschäftsimmobilien rund um den Marktplatz sollen in Wohnraum umgewandelt werden, hinzu kommt der geplante Weg vom Campus zur Mühlenstraße. „Das wird viel Fußgängerverkehr ins Zentrum ziehen“, prognostiziert Ute Reimers-Bruns. Die Haltung der Blumenthaler zum Marktplatz sei im Übrigen eindeutig, so Pfeiff: „Die meisten wollen keine Überwegung für Autos.“

Wenn es um die Entwicklung des Ortskerns geht, wird sich der neue Beirat auch mit der Nachnutzung des alten Rathauses befassen. Die Polizei hat Interesse, dort einzuziehen. Auch für eine neue Stadtteilbibliothek, als Standort für die Volkshochschule und ein Quartiersbildungszentrum ist das Gebäude im Gespräch. „Ideen gibt es genug, jetzt muss es zur Umsetzung kommen. Eine Machbarkeitsstudie ist in Arbeit, das Ergebnis soll im laufenden Monat vorliegen“, sagt Hans-Gerd Thormeier.

Das neue Stadtteilparlament wird sich auch mit Veränderungen an Blumenthaler Schulen beschäftigen müssen. Die Schulstandortplanung des Bildungsressorts sieht den Neubau einer dreizügigen offenen Ganztagsgrundschule in Farge-Rekum vor. Die zwei vorhandenen einzügigen Grundschulen in Farge und Rekum werden dafür aufgegeben. „Für die neue Grundschule muss der TSV Farge-Rekum einen Großteil seines Sportplatzes hergeben. Dafür muss ein zufriedenstellender Ausgleich gefunden werden“, sagt Pfeiff. Der jetzige Beirat schlug das Areal der ehemaligen Anlegestelle am Tanklager Farge vor, der Bund hat dafür aber andere Pläne. Das Gelände soll Naturausgleichsfläche werden.

Auch andernorts wird sich die Schullandschaft verändern.  Die Schulen Helgen- und Hechelstraße sollen in der neuen Grundschule Rönnebeck an der Reepschlägerstraße aufgehen. Dort steht seit Längerem ein Schulgebäude leer, das zwischenzeitlich als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde. Hier ist ein Ersatzneubau für eine dreizügige offene Ganztagsschule vorgesehen. Die Tami-Oelfken-Schule in Lüssum wird dreizügig, die Schule am Pürschweg vierzügig und ebenso wie die Schule Wigmodistraße gebundene Ganztagsschule.

Die Pläne des Bildungsressorts für Blumenthal sehen außerdem den Ausbau der Oberschulen an der Egge mit der dort vorhandenen Oberstufe, an der Lehmhorster Straße und In den Sandwehen vor. Die CDU hat laut Thormeier bereits deutlich gemacht, dass sie einer vierten Oberschule für den Stadtteil den Vorzug vor einer Erweiterung der vorhandenen Schulen geben würde. Für die SPD ist laut Reimers-Bruns und Pfeiff auch eine Variante mit drei Oberschulen und einer separaten gemeinsamen Oberstufe an anderer Stelle denkbar. Stoff genug für Diskussionen im neuen Beirat.

Der wird in den kommenden Jahren auch beim Ausbau der Kindertagesstätten im Stadtteil mitreden. Fünf neue Einrichtungen sind bis 2021 geplant. „'Blumenthal braucht noch mehr“, meint Pfeiff. Eine Überlegung: In künftig leer stehenden Schulräumen an der Hechel- und der Helgenstraße zusätzliche Kita-Plätze zu schaffen. „Die Hechelstraße liegt in der Nähe des geplanten Baugebietes Cranzer Straße und wäre damit ein idealer Kita-Standort“, meint Reimers-Bruns.

Bauen in Blumenthal, auch damit wird sich der neue Beirat beschäftigen. Neben der Cranzer Straße, wo die Gewosie groß bauen möchte, steht eine Randbebauung an der Binnendüne in Bockhorn zur Diskussion. Seit März steht das rund 16 Hektar große Gelände unter Landschaftsschutz. Ein Beschluss der Baudeputation sieht eine einreihige Randbebauung südlich der Straße An der Landesgrenze vor. Eine Mehrheit im jetzigen Beirat hat sich für doppelreihige Bebauung ausgesprochen. Die Überlegung: Ein größeres Angebot an Bauflächen in Blumenthal soll verhindern, dass Bauwillige nach Schwanewede abwandern. Möglichkeiten, weiteres Bauland zu schaffen, sieht der Beirat in Rekum. Für ein Gelände zwischen Sandkuhlenweg und Landesgrenze gibt es seit 1996 einen Bebauungsplan, eine großflächige Wohnbebauung war einmal vorgesehen. Seit Jahren liegt der Plan auf Eis. Jetzt hat der Beirat beim Bauressort nachgehakt, will das Projekt aus der Versenkung holen. Das neue Kommunalparlament wird sich des Themas weiter annehmen.

Verbesserungen bei der Verkehrsanbindung mit einem Viertelstunden-Takt der S-Bahn und einer zusätzlichen Haltestelle „Farge-Ost“ sowie Möglichkeiten für großflächigen Einzelhandel im Gewerbegebiet Blumenthal werden weitere Themen für den neuen Beirat sein.


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