Wetter: Regen, 10 bis 18 °C
Brandserie reicht bis 2015 zurück
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Immer wieder Feueralarm in Schwanewede

Gabriela Keller 02.05.2019 0 Kommentare

Am 13. April brannte am Drosselweg der Dachstuhl eines Doppelhauses aus. Eine vierköpfige Familie sowie ein Ehepaar verloren durch den Brand ihr Zuhause.
Am 13. April brannte am Drosselweg der Dachstuhl eines Doppelhauses aus. Eine vierköpfige Familie sowie ein Ehepaar verloren durch den Brand ihr Zuhause. (Polizei)

Treibt ein Feuerteufel in Schwanewede sein Unwesen? Eine Serie von Bränden in der Ortschaft hält Feuerwehr und Polizei seit Monaten in Atem. In den meisten Fällen sind es Müllcontainer aber auch Autos, die brennen. Die Polizei schließt eine Brandstiftung nicht aus. Eine extra eingerichtete Ermittlungsgruppe soll den Vorfällen jetzt auf den Grund gehen.

Der letzte Großeinsatz der Feuerwehr mit 100 Einsatzkräften liegt noch nicht lange zurück. Am 13. April brannte am Drosselweg der Dachstuhl eines Doppelhauses aus. Das Feuer war nach polizeilichen Ermittlungen in einem Müllbehälter im Carport-Bereich ausgebrochen, die Flammen griffen auf das Haus über. Nicht nur in diesem Fall schließt die Polizei eine vorsätzliche Brandstiftung nicht aus. Hotspot der Brandserie ist der Ortskern von Schwanewede.

Für zehn Brände seit 2018 in diesem Bereich gibt es nach Angaben der Polizeiinspektion Verden/Osterholz „Indizien für eine vorsätzliche Brandstiftung als mögliche Brandursache“. Die Häufung der Brände im Ortskern von Schwanewede, die Brandzeiten in der zweiten Nachthälfte und die Tatsache, dass die Brandherde meist frei zugängliche Müllbehälter in Wohnstraßen sind – all das fügt sich für die Polizei zu einem Bild, das auf eine vorsätzliche Brandstiftung hindeute.

„Es spricht in den zehn Fällen einiges dafür. Wir können aber noch nicht gesichert sagen, dass es auch in jedem Fall Brandstiftung war“, so Inspektionssprecherin Imke Burhop. Um welche zehn Brände es im einzelnen geht, damit rückt die Polizei auf Nachfrage nicht heraus.

Burhop verweist auf die in allen Fällen noch laufenden Ermittlungen. Solange nicht zweifelsfrei feststehe, ob und in welchen Fällen vorsätzliche Brandstiftung im Spiel war, gebe die Polizei eine Liste der in Frage stehenden Brände nicht heraus, heißt es. Eine eigene Liste führt die Ortsfeuerwehr Schwanewede. Ortsbrandmeister Jörg Laude spricht von „Bränden unnatürlicher Entstehungsursache“, die dokumentiert würden.

Was er damit meint: „Das sind Brände, bei denen es sehr nahe liegt, dass das Feuer von Hand gelegt wurde. Nicht in jedem Fall muss hier ein Brandstifter am Werk gewesen sein, aber man kann es auch nicht ausschließen.“ Seit 2015 führt die Wehr Buch über solche Fälle. „Damals ging in der Nachbargemeinde Hagen ein sehr aktiver Brandstifter um. Es gab einen Hinweis, dass er auch nach Schwanewede kommen könnte“, erklärt der Wehrchef.

Seit 2015 hat die Ortswehr 19 Brände registriert, in denen Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden kann – zwölf allein seit 2018. „Die Häufigkeit nimmt seit Mitte vergangenen Jahres zu“ stellt Jörg Laude fest.

Betroffenen ist nach seinen Worten vor allem der Ortskern von Schwanewede, „in einem Radius von einem Kilometer um die Dreienkamp-Siedlung“. Meist sind es laut Laude Müllbehälter die brennen, aber auch Autos. Noch etwas sei auffällig: „Die meisten Brände ereignen sich in der zweiten Nachthälfte, wenn kaum jemand unterwegs ist.“

Anwohnerin beobachtet Unbekannten

Am 4. Juli 2018 brannten an der Mozartstraße zwei Autos. In der Mitteilung der Polizeiinspektion Verden/Osterholz zu dem Brand hieß es damals: „Da die Autos in einiger Entfernung abgestellt werden, geht das Polizeikommissariat Osterholz von Brandstiftung aus.“ Am 15. September 2018 stand ein Mülleimer an einer Bushaltestelle am Molkereiweg in Flammen.

Mehr zum Thema
Doppelhaus-Brand: Welle der Hilfsbereitschaft nach Brand in Schwanewede
Doppelhaus-Brand
Welle der Hilfsbereitschaft nach Brand in Schwanewede

Eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern und ein Ehepaar haben durch den Brand eines Doppelhauses ...

 mehr »

Am 18. November des Jahres schlitterte Schwanewede knapp an einem Großbrand vorbei. Die Flammen eines brennenden Müllcontainers an der Dreienkampschule setzten den Dachüberstand und die Außenfassade der Grundschule am Sandbergweg in Brand. Der Unterricht fiel für einen Tag aus, ebenso ein geplanter großer Handball-Aktionstag.

Seit Februar dieses Jahres ist die Feuerwehr im Dauereinsatz. Immer wieder brennen vor allem Mülltonnen im Ortskern. Allein für den Monat März listet die Statistik der Ortsfeuerwehr Schwanewede fünf solcher Brände. Am 24. März brannten innerhalb einer Stunde zwischen zwei und drei Uhr nachts im Bereich Marktplatz und an der Schumannstraße in der benachbarten Dreienkamp-Siedlung mehrere Mülltonnen und ein Auto.

„Dass ein Müllbehälter Feuer fängt, weil jemand heiße Asche reinfüllt, das kann schon mal vorkommen. Die Häufung der Fälle aber legt nahe, dass die Brände keine natürlich Ursache haben. Eine Mülltonne fängt nicht von alleine an zu brennen“, meint Laude. In der Schumannstraße, so hieß es damals in einer Mitteilung der Polizei, hatte eine Anwohnerin um 2.10 Uhr eine Person beobachtet, die eine Altpapiertonne in Brand steckte.

Brand im Mehrfamilienhaus

Eine Mülltonne brannte am 9. Februar gegen 2.40 Uhr auch an der Mozartstraße, zeitgleich wurde die Feuerwehr zu einem Brand im Keller eines Mehrfamilienhauses an der Beethovenstraße gerufen. Dort standen laut Laude ein Mülleimer und ein abgestellter Kinderwagen in Flammen.

„Zwei Brände in einer Nacht zur gleichen Uhrzeit, die Einsatzorte liegen nur wenige Meter auseinander – da kann man nicht von einem Zufall sprechen“, meint Laude. „Wir können noch nicht bestätigen, dass es Brandstiftung war, aber unsere Ermittlungen gehen in diese Richtung“, hieß es damals von Seiten der Polizei. 70 Feuerwehrleute bekämpften den Brand im Mehrfamilienhaus.

Mehr zum Thema
Feuer in der Nacht zu Samstag: Sechs Menschen obdachlos nach Brand in Schwanewede
Feuer in der Nacht zu Samstag
Sechs Menschen obdachlos nach Brand in Schwanewede

In Schwanwede hat ein Brand in der Nacht zu Samstag eine Doppelhaushälfte sowie ein Carport mit ...

 mehr »

Zwölf Menschen wurden in Sicherheit gebracht, eine fünfköpfige Familie mit zwei Kleinkindern und einem Säugling kam mit  Verdacht auf Rauchgas-Vergiftung ins Krankenhaus. In ihre durch Rauch und Ruß beschädigten Wohnungen konnten die Bewohner bis heute nicht zurückkehren. Den Schaden durch den Brand schätzt die Polizei allein in diesem Fall auf rund 100 000 Euro.

In Zukunft noch intensivere Ermittlungen

Vor dem Hintergrund der Brandserie im Ortskern hat die Polizeiinspektion Verden/Osterholz jetzt wie berichtet eine Ermittlungsgruppe gebildet. Wie viele Beamte ihr angehören, sagt Sprecherin Imke Burhop auf Nachfrage nicht. 

Aus ermittlungstaktischen Gründen gebe man solche Angaben nicht heraus. Auf jeden Fall soll die Gruppe in der Brandserie „noch intensiver“ ermitteln.  Burhop: „Die Fälle werden jetzt alle noch einmal neu betrachtet.“


Mein Bremen-Nord
Ihr Portal für Bremen-Nord

Herzlich willkommen in Ihrem Portal für Bremen-Nord. In diesem Portal informieren wir Sie über wichtige Nachrichten und Veranstaltungen aus Ihrem Stadtteil und Ihrer Gemeinde.

Mehr Maritimes
Uferzonen an der Weser gibt es viele in Bremen und Bremerhaven, aber nur eine Maritime Meile. In einer neuen Serie wollen wir aufzeigen, was die 1852 Meter lange Strecke in Vegesack ausmacht.
Kolumne "Im grünen Bereich"

Im Garten gibt es immer was zu tun. Unsere Redakteurin Patricia Brandt begleitet das Gartenjahr mit einem Augenzwinkern in ihrer Kolumne. Inzwischen ist die 100. WESER-KURIER-Gartenkolumnen erschienen. Sie schildert die Ängste und Sorgen des Hobbygärtners und nimmt Marotten auf die Schippe.

Fluchtpunkte: Serie über Flüchtlinge in Bremen-Nord
Verschiedene Perspektiven ergeben ein Gesamtbild: Die neue Serie Fluchtpunkte will die Situation der Geflüchteten in Bremen-Nord beleuchten - drei Jahre nachdem das Wort Flüchtlingskrise die Runde machte.
Das Leben eines Schwerkranken
Tobias Laatz ist Mitte 30 und will noch viel erleben. Ihm bleibt dafür jedoch weniger Zeit als anderen. Er ist unheilbar krank. Ärzte gehen davon aus, dass er nur noch Monate hat. In diesem Dossier erzählen wir ein Jahr lang seine Geschichte.
Ihr Wetter in Bremen
Temperatur: 18 °C / 10 °C
Vormittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Regen.png
Nachmittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/wolkig.png
  Regenwahrscheinlichkeit: 90 %
Die Sportmeldungen aus der Region
Veranstaltung für Ihre Region
Sonderthemen aus der Region
Sonderthemen aus der Region
Sporttabellen & Ergebnisse
Sporttabellen & Ergebnisse

Welcher Verein wann in Bremen oder der Region spielt und wie die Begegnung ausgegangen ist, erfahren Sie in unserem Tabellenbereich. Auch die Ergebnisse der Spiele der höheren Ligen finden Sie dort.

Traueranzeigen
WESER-KURIER Kundenservice
Leserkommentare
heinmueckausbremerhaven am 21.10.2019 20:47
Es gibt nur eine Chance wieviel Artikel beschrieben. Und jetzt schwindet mit dem Artikel von Stefan Rahmstorf das Argument, dass die BRD nur für ...
Bremen99 am 21.10.2019 20:41
Das Parken in Wild-West-Manier rund um den Freimarkt hat Tradition. Vor über 40 Jahren konnte man auch schon regelmäßig beobachten wie dreiste ...