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Wohnraum für Studenten
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Jacobs University plant Wachstum

Michael Brandt 17.09.2019 1 Kommentar

Jährlich beenden Absolventen der Jacobs Universität ihr Studium. Für neue Studierende soll nun mehr Wohnraum geschaffen werden.
Jährlich beenden Absolventen der Jacobs Universität ihr Studium. Für neue Studierende soll nun mehr Wohnraum geschaffen werden. (Christian Kosak)

Die Jacobs University will weiter expandieren. Nördlich des Campus soll mit dem Bau eines weiteren Colleges für Studenten begonnen werden, wenn das Planungsrecht es zulässt. Wie groß das Gebäude werden und wie viele Menschen hier unterkommen sollen – das alles sagt Heiko Lammers, Sprecher der Jacobs University, noch nicht. Die Plangrenzen wurden allerdings schon angepasst: Gebäude können jetzt bis zu 15 Meter hoch werden. Dafür rückt man vorsorglich ein paar Meter zusätzlich von der Nachbarschaft ab.

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Wohnraum für Studenten ist in Bremen ein knappes Gut. Die Jacobs University musste bereits mehrfach ausweichen: auf Hotels in Vegesack, auf ein Studentenwohnheim an der Universität. Heiko Lammers schreibt: "Wir sind sehr froh darüber, dass wir bereits im ersten Halbjahr 2019 durch Umbaumaßnahmen über 70 Studierende zusätzlich auf dem Campus beheimaten konnten.

Derzeit bereiten wir durch weitere Aus- und Umbaumaßnahmen auf dem Campus weitere 50 Studierenden-Unterkünfte vor, so dass wir bis Ende 2019 über 120 neue Zimmer geschaffen haben werden." Wie viele Studenten nach Beginn des neuen Semesters jetzt in Grohn lernen, auch das verrät der Sprecher zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Diese Zahl soll Anfang Oktober bekannt gegeben werden.

Kein einfaches Vorhaben

Mehrfach wurde jetzt während der Sitzung des Vegesacker Beirats allerdings betont, wie groß der Druck sei, Planungsrecht für das College zu schaffen. So einfach geht das allerdings nicht, weil dieses Vorhaben nur ein Punkt ist bei einem der größten städteplanerischen Vorhaben, an dem in Nord derzeit gearbeitet wird: der Neuordnung der Bezirkssportanlage Oeversberg und damit verbunden dem Flächentausch mit der Jacobs University. Das Vorhaben hat Auswirkungen bis hin zur Nutzung der Flüchtlingsunterkunft Blaues Dorf. Nach 2022 soll die University auch diese Fläche nutzen können.

Mit der Lösungssuche für dieses Projekt hat sich über Monate ein Runder Tisch befasst. Zuletzt saßen die Vertreter der Vereine, Behörden und der Jacobs University Ende August zusammen. Siegfried Hafke, Planer im Bauamt Bremen-Nord, startete seine Schilderung dazu positiv: „Es gibt eine Lösung für den Oeversberg, und alle Beteiligten stimmen dem zu. Das ist eine Nachricht, die eine gute Nachricht ist.“ 

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Im Prinzip ist die jetzt gefundene Lösung einfach. Ursprünglich sollte der Oeversberg der Jacobs University als Entwicklungsfläche dienen, der Sport sollte komplett weichen. Jetzt wird der Oeversberg bekanntlich geteilt, die University verzichtet auf den westlichen Teil des Areals, behält zwei Hektar im Osten und bekommt stattdessen nördlich des Campus neue Entwicklungsflächen, wo auch das genannte College entstehen soll.

Die nächsten Schritte laut Hafke: Es muss ein Rahmenplan aufgestellt werden. Die Bebauungspläne müssen weiterentwickelt werden. Dann kommt der Finanzplan und schließlich werden Verträge zwischen der Stadt und der Jacobs University geschlossen. „Es soll ein Gesamtpaket geschnürt werden, das auf sicherem Boden steht.“ Hafke hofft, dass die planerischen Grundlagen bis November geschaffen werden. Danach schlägt der Runde Tisch eine Bürgerbeteiligung vor. Und erst Mitte kommenden Jahres könnte klar sein, ob die rot-grün-rote Koalition die notwendigen Mittel zur Verfügung stellt. Von einem Baubeginn war während der Beiratssitzung so auch noch nicht die Rede. 

Detailfragen während der Diskussion

In der Diskussion des Beirats ging es nach der Präsentation eher um Detailfragen. So merkten mehrere Redner an, dass sie Probleme erwarten, wenn die Jacobs University für die Entwicklung ihres Teilstücks, das sie auf dem Oeversberg behält, eine bewaldete Fläche angreift. Siegfried Hafke aber betonte, für das Areal werde zwar ein Ausgleich fällig, es sei aber „waldrechtlich unproblematisch“.

Ein weiterer Aspekt: Weil auf dem Oeversberg ein Kunstrasenplatz angelegt werden soll, muss an dieser Stelle nach Einschätzung von Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt auf das traditionelle Osterfeuer verzichtet werden. „Brandlöcher im Kunstrasen – das mögen die Sportler nicht so gerne.“ Drittens ging es um die Zukunft der Skateranlage. Die jetzige Anlage sei so marode, hieß es während der Sitzung, dass sie nicht repariert werden könne.

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Verabschiedet haben sich die Planer inzwischen von dem ursprünglichen Wunsch, einen öffentlich nutzbaren Weg in Nord-Süd-Richtung über den Campus zu führen – vom Bahnhof Schönebeck bis zum Oeversberg. Eine solche Öffnung widerspreche dem Sicherheitsgedanken, der für viele Familien der Studenten wichtig sei. Stattdessen soll jetzt eine neue Wegeverbindung geschaffen werden. Das Bauamt Bremen-Nord schlägt vor, sie parallel zur Bruno-Bürgel-Straße anzulegen – mit viel Grün.

Reimund Kasper als Vertreter des Kreissportbundes plädierte abschließend dafür, jetzt mit Blick auf die beginnende Haushaltsaufstellung in Bremen auf die Bedürfnisse in Grohn hinzuweisen. "Wir müssen das jetzt in der Stadt anschieben, wo kaum jemand den Oeversberg kennt. Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt bekräftigte diese Einschätzung: "Wir müssen jetzt einen Fuß in die Tür bekommen." Der Beirat Vegesack bekräftigte seine bisherigen Beschlüsse. Die Senatorinnen für Bau, Wirtschaft und Sport sowie die Jacobs University werden damit aufgefordert, die notwendigen Mittel für die Planaufstellung und die anschließend Umsetzung bereitzustellen.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...