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Neubürgerempfang in Lemwerder
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Kulturschock und Idylle

Barbara Wenke 20.06.2019 0 Kommentare

Jana Dahoud und Rohit Bharti sind im April 2019 von Neuseeland nach Lemwerder gezogen.
Jana Dahoud und Rohit Bharti sind im April 2019 von Neuseeland nach Lemwerder gezogen. (Barbara Wenke)

Lemwerder. Für Tamara Brito war es ein Kulturschock, als sie im Dezember 2018 mit ihrer Tochter Lara ihrem Ehemann Gustavo Göhringer nach Lemwerder folgte. „Es ist alles so ruhig hier“, sagt die Frau, die den Trubel der Sechs-Millionen-Metropole Rio de Janeiro gewohnt war. „Und so kalt.“ Noch immer schüttelt es die Brasilianerin bei dem Gedanken an den deutschen Winter. Vier Grad zeigte das Thermometer, als sie aus dem Flieger stieg. Viel weniger als alles, was sie zuvor erlebt hatte.

Mittlerweile hat sich Tamara Brito an die Atmosphäre in der neue Heimat gewöhnt. Lemwerders Juni-Temperaturen entsprechen in etwa denen Rios. Die gebürtige Brasilianerin hat angefangen, Land und Leute zu lieben, erzählt sie am Rande des Neubürgerempfangs, zu dem Bürgermeisterin Regina Neuke am Mittwochabend in die Begu eingeladen hatte. Gemeinsam mit Ehemann und Tochter lauschte Tamara Brito den kurzen Reden der Gemeindechefin sowie einiger Vereinsvertreter – und lernte mit Luciene Jabs Sandes prompt eine weitere aus Rio de Janeiro zugezogene Neubürgerin kennen.

Gustavo Göhringer, Ehefrau Tamara Brito und Tochter Lara leben seit Dezember 2018 gemeinsam in Lemwerder.
Gustavo Göhringer, Ehefrau Tamara Brito und Tochter Lara leben seit Dezember 2018 gemeinsam in Lemwerder. (Fotos: Barbara Wenke)

Ehemann Gustavo Göhringer ist einige Monate vor seiner Familie in die südliche Wesermarsch übergesiedelt. Im April 2018 hatte der Deutschbrasilianer eine Stelle bei der Fassmer-Werft angetreten. Zuvor arbeitete er in Brasilien bei einem Servicepartner des Berner Unternehmens. „Die Norddeutschen sind etwas verschlossen, wie eine Kokosnuss, die man erst knacken muss“, sagt Göhringer, der um die Jahrtausendwende im Süden der Republik bei der Bundeswehr gedient und dabei die deutsche Sprache gelernt hat.

„Lemwerder ist wirklich kinderfreundlich“, stellen Tamara Brito und Gustavo Göhringer unisono fest. Ihre Tochter Lara besucht derzeit den Kindergarten. Im August wechselt sie in die Grundschule.

Beruflich mehr Möglichkeiten

Wegen der Arbeitsbedingungen und aus familiären Gründen hat es Jana Dahoud und Rohit Bharti vor weniger als einem Vierteljahr nach Lemwerder gezogen. Dahoud, die in Bremen aufgewachsen ist, wollte nach vier Jahren in Neuseeland in der Nähe ihrer Mutter sein, die seit einem guten Jahrzehnt in der südlichsten Wesermarsch-Gemeinde wohnt. „Wir haben hier beruflich mehr Möglichkeiten als in Neuseeland“, ist Immobilienkauffrau Dahoud überzeugt.

Ihr Lebensgefährte ist derzeit dabei, Deutsch zu lernen. Doch auch ohne perfekte Sprachkenntnisse komme er in Lemwerder gut zurecht, erzählt der junge Mann. „Die Leute hier sind modern. Viele sprechen Englisch.“ In Neuseeland hat Rohit Bharti Maschinen gebaut. Das möchte er auch in der südlichen Wesermarsch wieder tun. In der neuen Heimat möchte Bharti zurück in den Ingenieurberuf. Seine Hoffnungen ruhen dabei auf den ortsansässigen Werften und anderen größeren Betrieben.

Beim Neujahrsempfang in der Begu entpuppte sich eine Tombola zum doppelten Glücksfall für das Paar. Rohit Bharti gewann vom WESER-KURIER gestiftete Eintrittskarten für das am Sonnabend, 20. Juli, stattfindende Freiluft-Schlager-Festival „Bremen Olé“. Wenig später wird Jana Dahoud ihren Lebensgefährten mit zu einem Fußballspiel des SV Werder Bremen nehmen. Zwei Karten fürs erste Heimspiel der neuen Bundesliga-Saison hatte Jörn Gehrke aus der Marketingabteilung des WESER-KURIER in den Lostopf der Tombola zum Neubürgerempfang gegeben. Gewinnerin Jana Dahoud freute sich riesig: „Im Mai hatte ich vergeblich versucht, Karten für das Werder-Spiel gegen Leipzig zu bekommen.“

Als es wenige Minuten zuvor um vier Eintrittskarten fürs Varieté-Theater GOP ging, sagte Karin Jetses im Scherz zu ihren Tischkollegen: „Die nehmen wir.“ Einen Handgriff später war der Wunsch Realität. Die ehemalige Emderin, die vor gut einem Jahr der Liebe wegen nach Altenesch zog, erhielt die Tickets. An ihrer neuen Heimat mag Karin Jetses besonders den Fluss. „Ich finde die Weser sehr schön.“ Außerdem gefällt ihr, wie vielen anderen Empfangsbesuchern, die Ruhe. „Ich wohne ländlich und bin trotzdem sehr schnell in Oldenburg oder Bremen. Das ist toll.“

Vor dem Empfang hatte Bürgermeisterin Regina Neuke allen Interessierten vom Rad aus einen Teil der Gemeinde gezeigt. In Bardewisch wurde der Tross von einem heftigen Regenguss überrascht. Der Stimmung tat die Wartezeit in einem Bushaltestellen-Häuschen keinen Abbruch. Schließlich klarte das Wetter wieder auf, sodass viele der Neubürger nach dem Empfang in der Begegnungsstätte noch eine Weile auf der Terrasse des Kulturhauses verweilten und dem Konzert der Reihe „Begu am Mittwoch“ lauschten.


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Leserkommentare
elfotografo am 22.10.2019 18:55
"Es ist doch ein Märchen, dass man mit einer Loge Geschäftskontakte akquiriert oder pflegt, geschweige denn Geschäfte abschließt."

Haben ...
FloM am 22.10.2019 18:51
@gorgon1:
Abgedroschen ist es den x-ten Kommentar mit undifferenzierten Anschuldigungen zu schreiben.

Die Erkenntnis, daß man Teil ...