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Entscheidung zum Spülfeldsee
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Landkreis: Spülfeldsee war kein Biotop

Georg Jauken 11.02.2019 0 Kommentare

Das Rohrsystem kann nach Ansicht der Unteren Naturschutzbehörde nicht als Ursache für das Verschwinden der Wasserfläche betrachtet werden. Es sei dafür zu zu hoch eingebaut worden. Versickerung und Verdunstung kommen laut Behörde als Ursache
Das Rohrsystem kann nach Ansicht der Unteren Naturschutzbehörde nicht als Ursache für das Verschwinden der Wasserfläche betrachtet werden. Es sei dafür zu zu hoch eingebaut worden. Versickerung und Verdunstung kommen laut Behörde als Ursache infrage. (Hartmut Drebing)

Lemwerder. Der Spülfeldsee auf dem Ochtumer Sand war weder ein Gewässer noch ein Biotop. So lautet die Kurzfassung einer Entscheidung des Landkreises Wesermarsch über einen Antrag des Naturschutzbundes Nabu auf Wiederherstellung der Wasserfläche. Außerdem verlangte der Nabu, die Eigentümer zur Wiederansiedlung der dort einst lebenden Arten zu verpflichten. Wie berichtet hatten die Eigentümer im Herbst 2015 ein Überlaufrohr zum benachbarten Altarm der Ochtum verlegt, um das „überschüssige Niederschlagswasser“ abzuleiten. Daraufhin fiel der Spülfeldsee trocken.

In seiner Entscheidung beruft sich der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, Hans-Dieter Griepenstroh, auf neuere juristische Kommentare aus den Jahren 2017/2018 zum Wasserhaushaltsgesetz. Demnach fallen Gewässer, die sich nicht aus Quellen, sondern aus Niederschlägen oder Schneeschmelze speisen, nicht unter den Schutz des Wasserhaushaltsgesetzes und der niedersächsischen Wassergesetze. Eine Wasseransammlung auf einem künstlich angelegten Spülfeld sei vergleichbar mit einem Pumpspeicherbecken, dem der natürliche Zusammenhang mit der Wasserökologie der Umgebung fehle und daher nicht zu den Gewässern zähle. Der Ochtumer Spülfeldsee habe ebenfalls keine Verbindung – weder Zulauf noch Ablauf – zu den umliegenden Gewässern gehabt.

Der Forderung nach Wiederherstellung der verschwundenen Wasserfläche fehlt daher nach Einschätzung der Behörde die rechtliche Grundlage. Das Rohrsystem könne jedenfalls nicht als Ursache für das Verschwinden der Wasserfläche betrachtet werden, weil es dafür zu hoch eingebaut worden sei. Versickerung und Verdunstung kämen ebenfalls als Ursache infrage. Unabhängig von der Frage, ob es sich um ein Gewässer handelte oder nicht, war die Untere Naturschutzbehörde zunächst davon ausgegangen, dass es sich bei den zerstörten Röhrichtbeständen im Uferbereich des Sees um ein geschütztes Biotop gehandelt haben könnte.

Detailprüfungen haben laut Griepenstroh allerdings ergeben, dass sie nicht die dafür erforderliche Breite aufwiesen. Auch ansonsten habe die Wasserfläche keine der für naturnahe Stillgewässer charakteristische Schwimmblattpflanzen, Unterwasservegetation und Ähnliches aufgewiesen und erfülle damit nicht die Voraussetzungen an ein gesetzlich geschütztes Biotop. Griepenstroh: „Die Uferbereiche können nicht als naturnah bezeichnet werden.“

Die Erwähnung des Ochtumer Sandes im Landschaftsrahmenplan von 1992 und der Fortschreibung 2016 als „schutzwürdiger Bereich“, auf den sich der Nabu berufen hatte, spielte bei der Bewertung keine entscheidende Rolle. Das insgesamt 110 Hektar große Gebiet einschließlich der alten Ochtum habe für Brut- und Gastvögel eine regionale Bedeutung, bestätigt Griepenstroh. Die Daten bezögen sich allerdings auf das gesamte Gebiet und nicht nur auf die 9,6 Hektar große Wasserfläche des Spülfeldsees. Abgesehen von dem See (8,7 Prozent der Gesamtfläche) sei der Ochtumer Sand unverändert erhalten geblieben. Nach „vollständiger Prüfung“ des Nabu-Antrags kommt die Behörde daher zu dem Schluss, „dass ein Umweltschaden nicht glaubhaft dargestellt wurde“.

Hartmut Drebing vom Nabu Stedingen kritisiert den „bizarren Winkelzug“ des Landkreises, dem Ochtumsee den Status als Gewässer und seine ökologische Bedeutung abzusprechen. An diesem Dienstag wollen er und seine Mitstreiter sich mit ihrem Rechtsanwalt beraten, wie sie auf die Entscheidung reagieren. Gegen den Bescheid mit Datum vom 15. Januar kann der Nabu innerhalb eines Monats nach Zustellung Widerspruch einlegen.


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Leserkommentare
alanya_fuchs am 23.10.2019 07:54
Scheint, ich habe etwas überlesen.
alanya_fuchs am 23.10.2019 07:35
Raten Sie mal, wieviele Geschäftspartner, Ein- und Verkäufer sich beim 6-Tagerennen treffen.