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Pilzexkursion
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Leckerbissen zwischen Nadeln und Laub

Monika Fricke 20.09.2019 0 Kommentare

Zu den Funden der Teilnehmer gehört auch dieser markante Baumpilz (Porling).
Zu den Funden der Teilnehmer gehört auch dieser markante Baumpilz (Porling). (Monika Fricke)

Brundorf. „Wer Pilze essen will, muss sie richtig gut kennen“, betonte der Pilzsachverständige Simon Makhali. Auf Initiative der Biologischen Station Osterholz (Bios) informierte er bei einer Exkursion durch das Waldgebiet Schmidts Kiefern über Pilze. Das Waldgebiet mit seinen Kiefern und Laubbäumen dient unter der Woche der Bundeswehr als Übungsgelände.

Makhali, der seinen Arbeitsplatz am Bremer Theater hat, beschäftigt sich seit mehr als zehn Jahren mit Mykologie – also der Pilzkunde. Er kam zufällig bei einer Pilzsammlung mit seiner Freundin im Bremer Bürgerpark zu dieser Passion. Er wollte mehr über die aromatischen Gewächse erfahren, die dort zu seinen Füßen wuchsen, und reiste in den Schwarzwald. Dort besuchte er Pilzlehrschauen und nahm an diversen Pilzschulungen teil.

Der Experte hat umfangreiche Kenntnisse, was Pilze angeht. Er räumte aber ein, dass er trotzdem immer wieder Fruchtkörper findet, bei denen er sich unsicher ist: „Die werden dann einfach nicht mitgenommen.“ Inzwischen erkennt der Pilzberater mehr als 300 essbare und giftige Arten.

Am Rande des Truppenübungsplatzes trafen sich die interessierten Pilzsammler zur Pilzexkursion. Simon Makhali gab ihnen erste Tipps: „Ideal ist ein luftdurchlässiger Korb, weil die Früchte darin nicht beschädigt werden.“ Bei Druck könnten die Früchte verderben und Lebensmittelvergiftungen seien nicht ausgeschlossen.

„Gibt es hier auch Steinpilze?“, wollte der neunjährige Damian wissen, der mit seinen Eltern aus Heilshorn gekommen war. „Der Steinpilz wird die Trophäe des Tages“, erwiderte Simon Makhali. Dieser begehrte Speisepilz sei in Schmidts Kiefern selten zu finden, erfuhren die Sammler. Sie entdeckten jedoch in der dreistündigen Wanderung rund 35 andere Fungi-Arten am Waldboden. Links und rechts der Wege und Straßen fanden die Pilzfreunde immer wieder unbekannte Pilze. Simon Makhali wies auf ihre besonderen Merkmale und Wuchsformen hin. So waren beim essbaren Perlpilz auf dem Hut perlenartige Punkte zu erkennen.

Oft bestünden Lebensgemeinschaften zwischen Pilzen und Pflanzen, sogenannte Symbiosen, erklärte Makhali. Aus einem weitverzweigten Geflecht im Boden bilden sich die Fruchtkörper (Pilze), die aus der Erde sprießen. Voller Freude über ihre Funde kamen die Sammler zu Simon Makhali. So zum Beispiel mit winzigen Trichterlingen, die einen Duft von Gurke ausströmten oder mit unterschiedlichen Täublingen, darunter eine Art mit leuchtend rotem Hut. Filigrane Gewächse wie die mehrfarbige Schmetterlingstramete, die am Totholz eines Baumstumpfes wuchs, bestaunte die Gruppe. Der jüngste Teilnehmer, Damian, glaubte, einen Steinpilz entdeckt zu haben, und präsentierte ihn stolz dem Pilzexperten: „Es ist ein Birkenpilz mit brauner Kappe“, erfuhr der junge Sammler. Winzige Champions am Wegrand gehörten zu den Funden und landeten in den Sammelkörben.

Ein hochgiftiger Kartoffelbovist wurde von den meisten Teilnehmern schnell erkannt. Makhali schnitt ihn durch und präsentierte das dunkle Innenleben: „Alle Bovisten sind giftig“, erfuhr die Gruppe. Am Totholz im Wald entdeckten die Pilzsammler winziges, leuchtend oranges „Zwergenfeuer“, den „Klebrigen Hörnling“. Auf der Wiese am Waldrand waren Riesenschirmpilze (Parasolpilze) im Gras zu erkennen. Sie gehören zu den essbaren Gewächsen.

„Jetzt habe ich noch zwei Pilzarten mehr kennengelernt“, sagte ein Teilnehmer. Bisher kannte er nur Maronen und Parasolpilze, „nun erkenne ich Täublinge und Perlpilze“. Simon Makhali kontrollierte am Ende der Pilzexkursion alle Sammelkörbe und entfernte den einen oder anderen Giftpilz. Der Pilzsachverständige aus Bremen ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Mykologie. Er ist unter 04 21 / 7 92 69 49 zu erreichen und bietet Pilzberatungen und -bestimmungen an.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...