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Neue Bundesstraße 212
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Lückenschluss lässt auf sich warten

Hannelore Johannesdotter 22.09.2019 0 Kommentare

Noch immer ist die Querungsmöglichkeit des Motzener Kanals nur zu erahnen. Ab Spätsommer 2020 soll der Verkehr fließen.
Noch immer ist die Querungsmöglichkeit des Motzener Kanals nur zu erahnen. Ab Spätsommer 2020 soll der Verkehr fließen. (Hannelore Johannesdotter)

Eigentlich sollte der Verkehr schon längst über die neue Bundesstraße 212 um Berne herum rollen. Eigentlich, denn bisher nutzen nur Radfahrer und Skater die glatte Fahrbahn für Spazierfahrten. Grund ist ein fehlendes Bauwerk: die Brücke über den Motzener Kanal. Sie konnte bis dato nicht standfest gegründet werden. Das soll in den nächsten Monaten anders werden, versprach Sebastian Mannl, der Leiter der zuständigen Landesbehörde für Straße und Verkehr, jüngst den Mitgliedern des Berner Fachausschusses für Gemeindeentwicklung.

Für die Pfeiler der Brücke mit der offiziellen Bezeichnung „Berne 9“ seien fristgerecht 20 Meter lange Spundbohlen eingebaut worden, berichtete Mannl. Allerdings habe es an der Stadtfestigkeit gemangelt. „Die waren so fest, als wären sie nur zwei Meter tief gegründet worden“, berichtete Mannl, „deshalb mussten wir einen anderen Weg gehen“. Die Alternative sieht so aus, dass der Bauträger am Standort der künftigen Brückenpfeiler nun statt der üblichen Spundbohlen zunächst rechteckige Stahlsäulen, sogenannte Kastenprofile, anbringen wird. Zwischen diese steifen Elemente werden anschließend erneut Spundbohlen gesetzt. Die Maßnahme verteuere den Straßenbau um 1,3 Millionen Euro, erklärte Mannl. Die Kastenprofile werden gegenwärtig in den Niederlanden produziert. Acht seien derzeit fertiggestellt. 24 Elemente werden insgesamt benötigt. Bis zum Einbau bleiben sie im Werk. Jedes einzelne wird vor Ort abgenommen. 

Kein verlässlicher Zeitplan

Sebastian Mannl rechnet damit, dass die Gründungsarbeiten im Oktober 2019 beginnen und bis Ende des Jahres beendet sein werden. Er nannte den Spätsommer 2020 als mögliches Datum für die Freigabe der Straße. Diese werde erfolgen, sobald die Brücke über den Motzener Kanal abgenommen worden sei. Für die Baufirma sei es derzeit jedoch nicht möglich, einen verlässlichen Zeitplan zu nennen, so der Leiter der Oldenburger Behörde.

Die fehlende Brücke bewegt immer wieder die Gemüter in der Gemeinde. Und auch die Ausschussmitgliedern hatten mehrere dringende Fragen. Ob man bei den heutigen technischen Möglichkeiten die Schwierigkeiten der Gründung nicht im Vorfeld hätte erkennen können, wollte Hans-Martin Wöbken (CDU) wissen. Aufschlussbohrungen hätten die Tragkraft des Grundes rechnerisch nachgewiesen, betonte Mannl. Die Verzögerung sei auch für seine Behörde ein großes Ärgernis. Immerhin seien im Zuge der neuen Bundesstraße elf weitere Brücken ohne Probleme gebaut worden. Sebastian Mannl: „Es ist in der Wesermarsch ungewöhnlich, dass Spundbohlen in 20 Metern Tiefe nicht fest stehen.“

Die Verzögerung sei zusätzlich dadurch bedingt, dass die Landesbehörde für Straßenbau bei einer Kostensteigerung im angegebenen Umfang im Vergaberecht habe bleiben müssen. Das diene zwar nicht der Beschleunigung des Projekts, „aber wir müssen das sauber abarbeiten“, sagte Mannl.

Als Anlieger der Deichstraße bedauerte Lars Steenken (SPD), dass seit dem ersten Spatenstich für die neue B 212 inzwischen zehn Jahre vergangenen seien. Angesichts von Lastkraftwagen, die trotz Lastbeschränkung auf neun Tonnen die Deichstraße befahren, hoffte er auf einen früheren Zeitpunkt für die Freigabe der Berner Umgehungsstraße. Der Behördenchef schloss das nicht aus. Zum sichtlichen Erstaunen der Politiker erklärte er: „Die Klappbrücke in Huntebrück ist auch noch nicht abgenommen.“ Und über die rolle der Verkehr inzwischen seit vier Jahren. So lange gebe es aber auch Gewährleistungsforderungen seitens der Behörde. „Wir hoffen“, schloss Ausschussvorsitzender Eike Rulfs (CDU) den Tagesordnungspunkt, „dass wir im nächsten Jahr um diese Zeit auf der neuen Straße fahren“. Dem schloss sich Sebastian Mannl an.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...