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Einzelhandel in Vegesack
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Mehr und größere Supermärkte

Michael Brandt 29.11.2018 1 Kommentar

Der Rewe-Markt an der Georg-Gleistein-Straße will sich erweitern.
Der Rewe-Markt an der Georg-Gleistein-Straße will sich erweitern. (Christian Kosak)

Vegesack. Im Streit um die Supermarkt-Ballung an der Kreuzung Hammersbecker Straße, Georg-Gleistein-Straße und Meinert-Löffler-Straße bahnt sich eine Kehrtwende an. Bisher ist dort nur ein begrenztes Angebot erlaubt. Einem Papier für die Sitzung der Baudeputation in der kommenden Woche ist zu entnehmen: An der Kreuzung könnte ein sogenanntes Nahversorgungszentrum entstehen. Das erlaubt größere Märkte und zusätzliche Sortimente. Auch Elektronik, Kleidung und Spielwaren.

Es drängt sich bereits an der Hammersbecker Kreuzung. Auf der einen Seite befindet sich Aldi, der bekanntlich neu bauen will und auch darf. Schräg gegenüber steht der Rewe-Markt, der ebenfalls neu bauen will, bisher aber vergeblich auf eine Genehmigung wartet. Rewe hat offenkundig bereits 2016 und 2017 die Absicht signalisiert, den heutigen Markt mit seinen 1700 Quadratmetern um einen Discounter zu erweitern und insgesamt auf 3800 Quadratmeter zu kommen.

Jenseits der Bahngleise steht der große Edeka-Markt. Und auf dem Schlachthof-Gelände plant M-Projekt Neubauten mit Handelsanteil. Zwei Kernfragen sind in den vergangenen Monaten diskutiert worden: Warum darf Aldi neu bauen und Rewe nicht? Und muss der alte Aumunder Bahnhof zwingend abgerissen werden? Die SPD-Bürgerschaftabgeordnete Heike Sprehe hatte um einen Sachstandsbericht gebeten, der in der Sitzung am Donnerstag, 6. Dezember, vorgelegt werden soll.

Welche Märkte und Geschäfte sich an welchen Orten in Bremen ansiedeln dürfen, das regelt in Bremen das 2009 beschlossene und seitdem umstrittene Zentren- und Nahversorgungskonzept. Für den Bereich um den Aumunder Bahnhof schreibt das Konzept vor, dass die Verkaufsflächen begrenzt werden. Das Angebot von Aldi und Co soll sich auf ein „fußläufiges Einzugsgebiet“ ausrichten.

Gutachter arbeiten an Konzept

Das könnte sich jetzt ändern. In dem Papier, für das der Nordbremer Bauamtsleiter Maximilian Donaubauer verantwortlich zeichnet, heißt es, dass im Hintergrund momentan an einer Neufassung des Zentren- und Nahversorgungskonzeptes gearbeitet wird. Und das sieht „nach gutachterlicher Ersteinschätzung“ eben das Nahversorgungszentrum in Aumund vor. Das Zentrum sollte südlich der Bahnstrecke geschaffen werden, den Kreuzungsbereich städtebaulich aufwerten und eine höhere Aufenthaltsqualität schaffen. Die Märkte sollten den täglichen Bedarf der Kunden mit einem möglichst vollständigen Angebot decken. Heißt im Klartext: Lebensmittel, Drogeriewaren, Blumen, Papierwaren und Bürobedarf, Schreibwaren und Zeitungen. Darüber hinaus sollten Angebote für den weiteren Bedarf vorhanden sein, zum Beispiel Bekleidung und Elektroartikel. In diesem Zentrum seien auch „größere Nahversorgungsbetriebe“ erlaubt.

Das Bauamt Bremen-Nord kündigt an, dass jetzt die verkehrliche Leistungsfähigkeit des Bereichs geprüft und Ausbaumöglichkeiten untersucht werden sollten. Dabei müsse die Entstehung des Nahversorgungszentrums ebenso einkalkuliert werden wie die Pläne von M-Projekt für das Schlachthofgelände.

Die SPD-Politikerin Heike Spreche bezeichnet diese Kehrtwende als positiven ersten Schritt. „Dann können wir hier alles unterbringen, was die Bevölkerung haben möchte.“ Die Behörden dürften jetzt aber nicht warten, bis irgendwann nach der Wahl das fertige Konzept vorliege, und erst dann reagieren. Es müsse möglich sein, Rewe für die Erweiterungspläne schon jetzt eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen. „Es muss für spezielle Fälle eine Übergangsregelung geben.“

Sollte die Stadt angesichts der jetzigen Situation alle betroffenen Unternehmen an einen Tisch holen und versuchen, eine abgestimmte Planung für das Nahversorgungszentrum aus einem Guss hinzubekommen? Aufgrund der Ausgangslage scheint dies Heike Sprehe kein realisierbarer Weg zu sein. Eine Lösung wie zum Beispiel am Müllerloch in Blumenthal, mit einem Parkplatz für alle angrenzenden Märkte, sei hier aufgrund der Komplexität kaum zu machen.

Auch zum Thema Abriss des Aumunder Bahnhofs bezieht das Bauamt Bremen-Nord in dem Papier für die Deputation Stellung. Das historische Gebäude befinde sich in Privatbesitz, es stehe nicht unter Denkmalschutz, noch gebe es ein öffentliches Vorkaufsrecht. Deshalb konnte das Bauamt nach eigener Einschätzung den Abriss-Antrag nicht ablehnen. Ein Beschluss, das Gebäude zu erhalten, käme einer Enteignung gleich, heißt es.

Gegen einen Abriss gibt es in der Vegesacker Politik einen breiten Widerstand. Der FDP-Bürgerschaftsabgeordnete Rainer W. Buchholz hatte frühzeitig erklärt, ein Abriss des Gebäudes kommt jedenfalls für den FDP-Kreisverband Bremen-Nord unter keinen Umständen infrage. Die ehemalige SPD-Beiratssprecherin Anke Nerger hatte dazu eine Petition auf den Weg gebracht. Und die SPD hatte vorgeschlagen, die Lage des Marktes auf dem Grundstück so zu verändern, dass ein Erhalt möglich ist. Aldi möchte das Bahnhofsgebäude bekanntlich abreißen, um eine Zufahrt für Lastwagen zu schaffen. Zuletzt hatte sich das Unternehmen nach einer Diskussion im Beirat allerdings Bedenkzeit ausgebeten.


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Leserkommentare
reswer am 22.10.2019 09:01
Die wollen lieber ihre subventionierten Biogasanlagen behalten........Ihre Felder mit Nitrat verseuchen...zum Nachteil aller Menschen.......und ...
gorgon1 am 22.10.2019 08:55
@ManUD7... Schuld, ok, dass ist in erster Linie der Konsument ...

Moin, weshalb das denn? Würde nicht so rumgeaast in der Landwirtschaft ...