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Porträt eines Nordbremer Musikers
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Mit vereinten Kräften

Aljoscha-Marcello Dohme 09.10.2019 0 Kommentare

Bringt im kommenden Jahr seine zweite CD auf den Markt: Der Nordbremer Musiker Piet Gorecki.
Bringt im kommenden Jahr seine zweite CD auf den Markt: Der Nordbremer Musiker Piet Gorecki. (Christian Kosak)

Musik macht der Nordbremer Piet Gorecki schon seit seinen Kindertagen. Inspiriert wurde er damals von einer Fernsehsendung. „Im ZDF lief seinerzeit die Serie Die Pulvermänner. Jede Folge endete damit, dass die gesamte Familie zusammen musizierte. Ich fand das sehr beeindruckend, weil die auch so Sachen wie 'Spinning wheel' von Blood Sweat and Tears angestimmt hatten“, erzählt er.

Geprägt hat ihn aber nicht nur die TV-Serie, sondern auch sein Musiklehrer in der Grundschule. Direkt beigebracht hat er ihm zwar nichts, doch der Pädagoge hat viel mit seinen Schülern musiziert. „Er hat uns als Klasse so fetzig auf dem Klavier begleitet, dass ich total angefixt war. Deshalb habe ich mich immer über meine Klassenkameraden aufgeregt, die nur lustlos mitgebrummt haben. Ich habe immer aus voller Seele mitgesungen“, erzählt er. „Das Spiel von Herrn Ascher, so hieß er, habe ich förmlich aufgesogen.“

Seine Begeisterung war so groß, dass er selbst Musik machen wollte. Über den Kinder-Spiel-und-Singkreis kam er später zur Musikschule. Dort erlernte er mit Blockflöte und Trompete seine ersten Instrumente.

Doch gerade die Blockflöte kam nicht sonderlich gut an, als er gemeinsam mit anderen Messdienern bei den Jugendfreizeiten am Lagerfeuer saß. „Deshalb habe ich mir von den Betreuern ein paar Gitarrengriffe zeigen lassen. Das hat dann auch die Mädels beeindruckt“, sagt er lachend.

So kam er nicht nur zur Gitarre, sondern auch zu weiteren Instrumenten. „Die Betreuer spielten in einer Band und bei ihren Proben durfte ich sie besuchen. Das war ganz toll, weil die locker drauf waren und mir einfach die E-Gitarre umgehängt haben und sagten: Spiel doch einfach mal was“, erinnert er sich. Nach den Proben konnte er die Instrumente auf eigene Faust ausprobieren und entwickelte dadurch eine Affinität zum Schlagzeug.

In seiner ersten Band spielte er aber trotzdem nicht das Schlagzeug, sondern die elektronische Orgel. Viel Erfahrung mit Tasteninstrumenten hatte er damals nicht. Deshalb musste ein Pfarrer ihm zunächst ein paar Akkorde beibringen. „Nach bestem Wissen und Gewissen habe ich mir etwas ausgedacht und im Sinne von Herrn Ascher das Ganze ein wenig ausgeschmückt“, sagt Gorecki.

Nach der Schule hat Piet Gorecki die Musik zunächst indirekt zu seinem Beruf gemacht. „Ich habe eine Ausbildung als Musikalienhändler absolviert“, erzählt er. In seiner Freizeit spielte er weiter in verschiedenen Bands und nahm mit ihnen auch an zwei Casting-Shows teil. 1984 stand er in der Bremer Glocke bei einem Talentwettbewerb auf der Bühne. Sieben Jahre später ist er mit seiner Band in der Fernsehsendung „Hut ab“ aufgetreten, die Ingolf Lück damals im ZDF präsentierte. „Das war deutlich ambitionierter, wir sind sogar in die Endausscheidung gekommen. Für den Sieg hat es aber nicht ganz gereicht“, erzählt er.

Trotzdem hat dieser Auftritt etwas in ihm ausgelöst. Er hat sich dazu entschlossen, seinen Beruf als Musikalienhändler nach fast neun Jahren an den Nagel zu hängen und Künstler zu werden. „Mir war völlig klar, dass ich von der Musik nicht leben kann. Deshalb habe ich zunächst musikalische Dienstleistungen aller Art gemacht. Ich habe auf Hochzeiten, Feuerwehrbällen und auf Schützenfesten Coversongs gespielt. Dadurch konnte ich recht gut von meiner Kunst leben.“ Glücklich wurde er mit dieser Art von Musik aber nicht. „Diese Lieder haben eine gewisse Beliebigkeit und dienen immer wieder als Krach zum Bier. Das war nicht mehr meine Welt“, sagt Gorecki, der heute auch als Klavierlehrer arbeitet. Stattdessen wollte er seine eigene Musik machen.

Diesen Traum hat er sich mit dem Piet Gorecki Trio erfüllt. Gut ein Jahr nachdem die Band sich das erste Mal zum Proben getroffen hat, ist das Debütalbum „Second Life“ auf den Markt gekommen. Vier Jahre nach dieser Veröffentlichung will der Blumenthaler nun seine zweite CD „Indigo Moods“ veröffentlichen.

Im Gegensatz zu seinem Erstlingswerk will er das Album nicht komplett selbst finanzieren, sondern zusätzliche Gelder über das sogenannte Crowdfunding akquirieren. Bisher haben Liebhaber seiner Musik bereits mehr als 1100 Euro über die Plattform „Visionbakery“ zur Verfügung gestellt, und bekommen dafür etwa das neue Album „Vision Moods“ bereits einen Monat vor der offiziellen Veröffentlichung. „Viele meiner Kollegen konnten auf diesem Wege ihre CD finanzieren, warum soll ich das nicht auch machen?“, fragte er sich, als er das Projekt anschob.

Deshalb hofft er, durch die Aktion gut 1700 Euro zusammenzubekommen. Gelingt ihm das bis zum 7. November, wird ihm der Betrag ausbezahlt. Ist der Spendenstand am Ende geringer, bekommen die Unterstützer ihr Geld wieder zurück.


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Leserkommentare
cklammer am 23.10.2019 09:05
Na, wir wissen ja, wie das geht: etwas gleichartiges wird ja am Weserstadion schon beim jedem Heimspiel von Werder umgesetzt.

Da wird ...
oharena am 23.10.2019 09:04
wen soll man jetzt mehr "lieben" - die Polizei, de Anschläge verhindert hat - oder die "lieben" Terroristen, die keine Anschläge verübt haben?