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Umstellung bei den Gelben Säcken
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Nur 22 Verteilstellen

Klaus Grunewald 05.01.2018 1 Kommentar

Der Gelbe Sack
Gelbe Säcke stehen an der Straße zur Abholung bereit. In Bremen-Nord wird nach dem Jahreswechsel am 8. Januar erstmals abgefahren. (Patrick Pleul, dpa)

Bremen-Nord. „Leider sind alle Teilnehmer im Gespräch.“ Nordbremer, die in den ersten Tagen des neuen Jahres die kostenfreie Servicenummer der Entsorgerfirma RMG Rohstoffmanagement wählten, landeten meistens in der Warteschleife. Dabei hatten sie auch wegen der Hiobsbotschaften aus dem Süden der Hansestadt großen Informationsbedarf. Dort waren, wie berichtet, etliche Gelbe Säcke am Straßenrand stehen ­geblieben und gelbe Tonnen nicht geleert worden.

Das hessische Unternehmen mit Hauptsitz in Eltville am Rhein hat nach einer deutschlandweiten Ausschreibung den Zuschlag für die Wertstoffabfuhr in der Stadtgemeinde Bremen von dem Auftraggeber Bellandvision GmbH aus Pegnitz (Bayern) erhalten und den bisher verantwortlichen Entsorger Nehlsen abgelöst. Dort meldeten sich in den vergangenen Wochen immer wieder besorgte Kunden, die befürchteten, dass es beim Start des neuen Abfall-Logistikers Probleme geben könne. Offenbar zu Recht, wie sich in Mahndorf, Arbergen oder Heme­lingen jetzt herausstellte.

In Bremen-Nord starten die ersten Touren in den einzelnen Stadtteilen vom 8. Januar bis 11. Januar. Weil aber Ende vergangenen Jahres wie sonst üblich keine Coupons für die Abholung von Gelben Säcken verschickt wurden, sind viele Bürger verunsichert. Schon am 2. und 3. Januar, so Klaus Kögel, hätten rund 6000 Hansestädter unter der Servicenummer 0800 400 60 05 um telefonische Auskunft gebeten. Vor allem wollten die Anrufer wissen, wann die Gelben Säcke abgeholt und die Tonnen geleert werden und wo neue Säcke zu erhalten seien.

Im Prinzip ändere sich am Abfuhrsystem nichts, sagt Kögel. Das bedeutet: Es gilt weiterhin der Bremer Abfallkalender. Danach müssen Gelbe Tonnen und Gelbe Säcke zum Beispiel in Burg, Grambke, Rönnebeck und Farge am 8. Januar, in Aumund, Blumenthal und Lüssum am 9. Januar, in Vegesack am 10. Januar und in Lesum, St. Magnus und Burgdamm am 11. Januar am Straßenrand stehen und liegen.

Rund zwei Jahrzehnte war die 1923 in Grohn gegründete Firma Nehlsen für den Abtransport der Gelben Säcke im Norden der Hansestadt zuständig. Durchaus zur Zufriedenheit des zuständigen Senatsressorts für Umwelt, Bau und Verkehr. Dort wird denn auch betont, dass Bremen den Entsorgerwechsel nicht veranlasst habe. Dafür sei Bellandvision vom Dualen System Deutschland (DSD) zuständig.

RMG Rohstoffmanagement bezeichnet sich als konzernfreies und eigentümergeführtes mittelständisches Entsorgungsunternehmen mit langjähriger Erfahrung. Gleichwohl könne es bei einem Neustart in einer so großen Stadt wie Bremen Anlauf­probleme geben, räumt Geschäftsführer Klaus Kögel ein. Zwar seien die Fahrer der Transportwagen geschult und die Fahrzeuge mit dem Navigationssystem GPS ausgerüstet worden. Doch anfangs könnten schon mal eine Sackgasse oder Stichstraße vergessen werden oder Absperrungen Schwierigkeiten verursachen. Auf alle Fälle würden bei Beschwerden sofort zusätzliche Fahrzeugen eingesetzt, um die Säcke abzuholen. Kögel geht davon aus, dass sich „spätestens in vier Wochen alles eingespielt hat“ und verweist auf einmal mehr auf die kostenlose Servicenummer. Die war freilich in den vergangenen Tagen meistens überlastet. Tonbandansage am Freitag um 9.30 Uhr: „­Unsere Abfrageplätze sind zurzeit alle belegt, bitte versuchen Sie es später wieder.“

Obwohl viele Bürger offensichtlich noch verunsichert sind und Informationsbedarf haben, versichert Kögel, dass sich im Prinzip am System „Gelber Sack“ in Bremen nichts geändert habe. Die Abholtermine ­seien geblieben und die Zahl der Verteilstellen, an denen Gelbe Säcke abgeholt ­werden können, habe sich „etwas reduziert“. Im gesamten Bremer Norden zwischen Grambke und Farge sind es 22. Sie sind im Internet auf www.rmg-gmbh.de aufgelistet.

Dort kann jeder bis Ende März bis zu zwei Rollen mit jeweils 13 Säcken abholen. Von April an soll dann wieder das bisherige Couponsystem zum Zuge kommen. Allerdings werden die Wertmarken nicht wie bisher per Post geliefert. Vielmehr muss ein Code im Internet auf der Homepage von RMG angefordert oder unter obiger Hotline abgefragt werden. Gegen Vorzeige dieses Codes seien vom 1. April an die Gelben Säcke in den Abholstellen zu erhalten, so der RMG-Geschäftsführer.

Zwischen Farge und Mahndorf fallen nach den Worten von Klaus Kögel jährlich fast 21 000 Tonnen an Verpackungsmüll an, die in den Kunststoffsäcken und der Tonne landen. Zurzeit kooperiert RMG mit dem Recyc­ling-Unternehmen Hirsch in Hemelingen, wo der Müll gepresst und anschließend mit großen Lastwagen (Walking Floors) abgeholt und zu Sortieranlagen außerhalb Bremens transportiert wird. Eine weitere Umladestation plant RMG im Industriepark West. „Wir haben einen Antrag bei der zuständigen Behörde eingereicht, aber noch keine Genehmigung erhalten“, sagt Kögel. Auf Antrag der FDP-Fraktion soll sich demnächst der Beirat Burglesum mit dem ­Thema befassen. Grund: Die Liberalen befürchten Dreck und Gestank. Die 21 000 Tonnen an Verpackungsabfall füllen in Bremen pro Jahr rund zehn Millionen Gelbe Säcke.


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Leserkommentare
Bunker-F76 am 20.10.2019 11:04
Ich habe in diesem Artikel ganze achtmal des Wort Rechtsextrem(ismus) registriert.
Linksextrem(ismus) kein einziges mal.
Dabei sollte ...
Opferanode am 20.10.2019 10:48
"Endlich mal ein Angebot, wo Bremen offenbar einen Spitzenplatz hält, und interessierte Menschen die Qual der Wahl haben."
Das kann ja wohl ...