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ÖPNV ist noch zu unattraktiv

Barbara Wenke 13.05.2019 0 Kommentare

Bushaltestellen sollten Schutz bieten – und die Möglichkeit, Fahrräder sicher abzuschließen.
Bushaltestellen sollten Schutz bieten – und die Möglichkeit, Fahrräder sicher abzuschließen. (Karl-Josef Hildenbrand)

Lemwerder. „Wer im ländlichen Raum wohnt, hat in der Regel einen Führerschein und ein Auto“, berichtete Meike Lücke von der Wirtschaftsförderung Wesermarsch dem Ausschuss für Wirtschaft, Landwirtschaft und Umwelt. Für all diejenigen, denen kein Auto zur Verfügung steht, will das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit einem Modellvorhaben für gleichwertige Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen sorgen.

Das Projekt lief von Anfang 2016 bis Ende 2018. Die Wesermarsch ist eine von 18 Regionen, die für das Modellvorhaben ausgewählt wurden. Dieses soll die Regionen unterstützen, Daseinsvorsorge, Nahversorgung und Mobilität besser zu verknüpfen, um die Lebensqualität in der Region zu verbessern und wirtschaftliche Entwicklung zu ermöglichen. Ziel des Vorhabens war es, konkrete Handlungsempfehlungen für die jeweilige Region zu erarbeiten. Der Wesermarsch standen dafür 310 000 Euro an Fördergeldern zur Verfügung. Erste Ergebnisse konnte Meike Lücke jetzt präsentieren.

In der lang gestreckten Wesermarsch mit ihrer Halbinsellage und den verstreuten Ortschaften im Hinterland trete die Herausforderung, die Lebensqualität für die Bewohner langfristig zu sichern, besonders deutlich hervor, sagte Lücke. Sie beschrieb den Landkreis als einen heterogenen Raum. Die Mittelzentren Brake und Nordenham seien über Bus und Bahn recht gut an die umliegenden Oberzentren Oldenburg und Bremen angebunden. Außerhalb der städtischen Strukturen sehe das anders aus.

Aufgrund der deutlichen Unterschiede berücksichtigt das integrierte Mobilitätskonzept für die Wesermarsch drei Mobilitäts- und Versorgungsebenen: die von Bus und Bahn gut erschlossenen Siedlungen längs der Weser, die von Bussen der sogenannten zweiten Bedienebene angefahrenen Orte innerhalb der Wesermarsch sowie dünn besiedelte Ortslagen, die auch in Zukunft aus wirtschaftlichen Gründen nicht vom ÖPNV bedient werden können. Die Nutzung von Bus und Bahn sei aber die nachhaltigste der motorisierten Fortbewegungsarten. Sie vereine ökonomische, ökologische und soziale Aspekte miteinander.

Ein Aspekt, der die Attraktivität des ÖPNV verbessern würde, seien bessere Strukturen um Bahnhöfe und Haltestellen. „Ein Bushalteschild in der Berme ohne Unterstand ist nicht attraktiv. Nur wer sein Auto oder Fahrrad, vor allem E-Bikes, dort gut und sicher abstellen kann, ist geneigt, öfter mit Bus und Bahn zu fahren“, betonte Lücke. Im Rahmen des Modellvorhabens wurden hierzu Verbesserungsvorschläge wie Fahrradabschließanlagen erarbeitet.

Noch naheliegender sei ein Flyer gewesen. Dieses neu entwickelte Faltblatt listet jetzt auf, welche Buslinien überhaupt in der Wesermarsch unterwegs seien. Ohne den Flyer sei es sehr umständlich herauszufinden, welche Buslinie die abgelegeneren Ortschaften anfahren.

In Butjadinen verkehre ein Bürgerbus, stellte Lücke eine Mobilitätsalternative vor. Stadland habe mittlerweile ebenfalls einen Bürgerbus-Verein gegründet. In einer Gemeinde in Schleswig-Holstein sorge ein „Dörpsmobil“ seit einiger Zeit für Furore. Meike Lücke warnte aber davor, jetzt auf eines dieser Modelle aufzuspringen. „Jede Kommune muss erst ihren eigenen Bedarf eruieren und daraus das für sie passende Betriebsmodell erarbeiten.“ Fest stehe nur, dass ein Modell nicht beworben werde: das Anrufsammeltaxi. „Je höher die Nachfrage, desto teurer wird das Angebot“, sagt Lücke. In der Wesermarsch gebe es nur eine Kommune, die sich diesen Luxus leiste: Lemwerder.

Gescheitert sei zudem eine Mitfahr-App, die privates Mitfahren angeboten hatte. Ein Projekt mit der Universität habe ergebe, dass diese Idee nicht praxistauglich sei. Aktuell gebe es zwar kommerzielle Anbieter, allerdings müsse die Digitalisierung voranschreiten, um es zu einem Erfolgsprojekt zu machen. Das Problem der Modellregion Wesermarsch, stellte die Referentin fest, sei nicht ihre zahlenmäßige Ausstattung mit Versorgungseinrichtungen wie Lebensmittelmärkten, Arztpraxen oder Freizeiteinrichtungen, sondern – sofern man nicht nahe Brake oder Nordenham lebe – der Weg zu ihnen.

Ratsherr Ewald Helmerichs (SPD) schlug vor, in der Region eine andere Art von Bussen einzusetzen. „In einem Gelenkbus könnte man im hinteren Abteil einen Abstellplatz für Räder einrichten.“ Auf diese Weise ließe sich der ein oder andere eventuell animieren, weitere Wege mit dem Rad zurückzulegen.


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Leserkommentare
holger_sell am 20.10.2019 15:36
Kultur ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und gerade auch in Bremen ein Magnet für den Tourismus.
Außerdem ist Kulturbewusstsein ein großer ...
holger_sell am 20.10.2019 15:30
Jede Politik hat ihre Klientel.
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